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Das närrische Volk wartet in Dorheim auf den Wetterfrosch.

Wenn der Frosch Cabrio fährt

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Friedberg-Dorheim(har). Der Wetterfrosch ist bestens über den Sommer gekommen und freut sich tierisch auf die kommende närrische Saison. Am Montagabend wollten die Aktiven und Freunde des Karnevalvereins Dorheimer Wetterfrösche - wie jedes Jahr am 11. 11. - ihr Symboltier aus seinem "Sommer-Exil" in der Wetter holen. Doch daraus wurde nichts. Der Wetterfrosch war schon längst den Fluten entstiegen und hatte Unterschlupf bei der Wetterhex, der Symbolfigur der Wetterfrösche-Weiberfassenacht, gefunden. Das närrische "Traumpaar" überraschte die Narrenschar und kam im offenen pinkfarbenen (ferngesteuerten) Mini-Mercedes-Cabrio vorgefahren.

"Es is’ vollbracht, der Frosch is’ da, jetzt geht’s endlich los, Hipp-Hipp-Hurra" verkündete Sitzungspräsident Marvin Wagner, der die große Narrenschar gemeinsam mit Nicole Hergenröther und Karina Ecke vom Siebener-Führungsgremium der Weibersitzung begrüßt hatte. "Helau ihr Leut’, es ist vollbracht, endlich beginnt wieder die Fassenacht" sagte Hergenröther. Ecke fasste die bereits gestarteten Vorbereitungen auf die närrische Saison so zusammen: "Das Tanzmariechen übt schon lang, die Gardemädchen sind schon dran, die Büttenredner geben Gas, es macht halt einfach Riesenspaß."

Musikalisch umrahmt wurde die Eröffnungszeremonie an der Wetterbrücke vom Traditionsspielmannszug unter der Leitung von Horst Markof. Begonnen hatte die Saisoneröffnung zuvor traditionell in der evangelischen Johanniskirche, wo Pfarrer Hilmar Gronau die Narrenschar mit "Ritzamba, ritzamba, die Fassenacht is widder da" in gepflegtem Hessisch begrüßte. Mit dabei war Silke Olthoff, "die die Fassenacht im Blut hat", wie es Gronau formulierte.

Pfarrer-Roboter im Einsatz

Dass Kirche nicht langweilig oder altmodisch sein muss, bewies das Duo anschließend mit der Vorstellung von "Delilah Casual 20.20", einem Pfarrer-Roboter, der alle Leistungen der Kirche, wie Taufe, Beerdigung und Hochzeit, digital und "mit dem Einsatz künstlicher Intelligenz" (Gronau) anbietet. Der Versuch, ein Kind vom elektronischen Pfarrerersatz taufen zu lassen, entpuppte sich als ein büttenreifes Spiel, bei dem die Besucher aus dem Lachen nicht herauskamen. "Des iss de Wahnsinn, des bassd doch net", sagte Gronau bei den Liedvorschlägen des "Pfarrer-Ersatz-Roboters", darunter Steppenwolfs "Born to be wild" oder Wolle Petris "Wahnsinn". Notgedrungen wählte Gronau schließlich "Schön ist es auf der Welt zu sein" von Roy Black und Anita aus. Bis der Taufvorgang für die kleine "Claire Grube" - ausgesprochen: Klärgrube - programmiert war, überbrückte Silke Olthoff die Pause mit einem "Werbeblock" für das "Raumduftwunder "Holy Spirit" und die Räucherstäbchen "Moses Daily Dosis".

Mit dem Hinweis auf die Delilah-casual-20.20-App endete der digitale Taufvorgang. "Wir setzen dann doch lieber aufs Menschliche", verkündete Gronau schließlich. Mit einem Gebet und dem kirchlichen Segen für die närrische Saison endete die Andacht, der ein Zug der Narrenschar zur Wetterbrücke folgte. Der Abend klang im Bürgerhaus bei Weck, Worscht und Leberkäs’ Äbbel aus.

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