1. Wetterauer Zeitung
  2. Wetterau
  3. Friedberg

Wenn die Tour durch die Kreisstadt zum Hindernisparcour wird

Erstellt:

Von: Jürgen Wagner

Kommentare

jw_radweg1_200622
Nein, das ist kein Parkplatz, das ist ein Geh- und Radweg. Der aber wird immer wieder zugeparkt. © pv

Es gibt gute Gründe, vom Auto aufs Rad umzusteigen. Aber auch viele Hindernisse, wenn man quer durch Friedberg fahren will. Das schildern zehn Bürger in einem Brief an die politischen Gremien.

»Seit einigen Monaten fahren mein Kollege und ich täglich mit dem Rad von Bad Nauheim nach Friedberg auf die Arbeit«, schildert Esra Edel. Die Strecke führt von der Seewiese zur Kaiser- und Frankfurter Straße bis zum Ortsausgang Richtung Wöllstadt. Der Radweg befindet sich ab der Sparkasse (Ockstädter Straße) auf dem Gehweg. »Das führt zu Problemen«, schreibt Edel.

Direkt hinter der Sparkasse wird’s eng: Immer wieder parken Autos vor den Geschäften. Belehrungen sind oft zwecklos, manche Autofahrer(innen) begreifen nicht, dass dies kein Parkplatz ist. Probleme gibt es auch mit Mülltonnen auf dem Weg oder durch Bauschilder. Die Strecke gleiche stellenweise einem »Hindernisparcour«, schreibt Edel. Als verwirrend empfinden die Radfahrer die Ampelführung in Höhe der Homburger Straße. Erst in Höhe des Wartturms können Radfahrer auf die andere Straßenseite wechseln, wo der neue Radweg verläuft. Edel: »Die Wegführung ist irreführend und nicht konsistent.«

Konflikte sind vorprogrammiert

Behinderungen und Gefahren gehen auch von Autotransportern aus. Oder von Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Kita bringen. Dann der Belag des Geh- und Radwegs: Es gibt viele Risse und Löcher im Asphalt. Radfahrer sind zudem viel schneller unterwegs als Fußgängern. Auf gemeinsamen Wegen führe dies zwangsläufig zu Konflikten.

Dem Protestschreiben haben sich neun Bürger angeschlossen: Neben Esra Edel fordern auch Sebastian Hein, Bettina Döpp, Clara Rossberg, Julia Schwedler, Klaus Ottmaier, Dr. Martin Zeeb, Dr. Jan Christoph Steines, Selina Kalms und Jens Wiese einen getrennten Radstreifen bis zum Ortsausgang, um die Sicherheit aller zu erhöhen und eine klare Verkehrssituation geschaffen werden.

Der Appell dürfte im friedberger Rathaus auf offene Ohren stoßen. Die Stadtverordneten beschäftigen sich bereits mit einem Radweg in der Frankfurter Straße. Im Verkehrsausschuss wurden drei Modelle vorgestellt, eine Entscheidung ist noch nicht gefallen. Radwege sollen in Friedberg auch von Fauerbach nach Bruchenbrücken und von Ossenheim nach Florstadt gebaut werden. Pendler ins Rhein-Main-Gebiet hoffen zudem, dass der Regionalverband bald den Radschnellweg nach Frankfurt baut.

jw_radweg2_200622_4c
jw_radweg2_200622_4c © pv

Auch interessant

Kommentare