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Die iPads wurden eingerichtet an die Schulen übergeben, doch die Zoom-App war zunächst nicht freigegeben. Das war für manche Schulen ein Problem. SYMBOLFOTO: DPA

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Welche Erfahrungen Wetterauer Schulen mit Leih-iPads gemacht haben

Ist die Anzahl der Leih-iPads an den Schulen im Wetteraukreis ausreichend? Wer haftet, wenn ein Gerät kaputt geht? Schulen berichten von ihren Erfahrungen.

Bereits im September sind die ersten der 2 300 Leih-iPads an die Schulen verteilt worden. Die Solgrabenschule in Bad Nauheim war die erste Schule im Kreis und hat 38 iPads erhalten. »Das reicht aus«, sagt Schulleiter Jörg Mathes. »Ich bin mit den iPads sehr zufrieden. Wir haben sie einsatzbereit vom Wetteraukreis bekommen, und seitdem laufen sie stabil.« Die Verteilung der iPads sei orientiert an den Schülerzahlen erfolgt, sagt Michael Elsaß, Pressesprecher des Wetteraukreises.

Um ein iPad zu bekommen, können Schüler und Eltern einen Antrag bei der Schule stellen. Die Schule schließt dann als Stellvertreter des Wetteraukreises einen Vertrag mit den Eltern. Darin wird auch festgehalten, dass die Eltern im Schadensfall haften. Der Kreiselternbeirat kritisiert, dass es sich dabei um eine Summe von 700 Euro handle. Dies schreckt laut Volkmar Heitmann, Mitglied des Kreiselternbeirats, Eltern davon ab, die Geräte auszuleihen.

Diesen Eindruck teilt Schulleiter Mathes nicht: »Der größte Teil der Eltern und Schüler ist sehr wertschätzend. Sie finden die Möglichkeit, die iPads zu leihen, toll und passen gut darauf auf.« Kreissprecher Elsaß sagt, es sei vergleichbar mit der Bücherausleihe an Schulen. »Auch hierfür tragen die Schüler die Verantwortung. So lernen die jungen Menschen auch, Allgemeingüter mit Sorgfalt und Wertschätzung zu behandeln.« Kreis und Schulen empfehlen, eine private Haftpflichtversicherung abzuschließen. Diese sei womöglich für manche Familien zu teuer, wendet der Kreiselternbeirat ein.

iPad aus Sorge zurückgegeben

»Es gab auch bei uns Eltern, die das iPad doch nicht wollten«, sagt Mathes. »Das lag aber nicht an der Versicherung. Die Ansprüche sind teilweise sehr hoch. Da kamen Fragen wie ›Wo ist der Drucker? Und was ist mit einem Bildschirm?‹ «

Anders verhält es sich an der Singbergschule in Wölfersheim. Rektorin Nikola Lenz sagt: »Manche Kinder haben ein iPad ausgeliehen und es vor Sorge, dass es zu Hause wegen der kleineren Geschwister kaputt gehen könnte, zurückgebracht.« Viele Kinder nähmen vermutlich über ihr Handy am Unterricht teil. »Aber wirklich gut kann man damit nicht arbeiten«, sagt Lenz. Die Nachfrage nach iPads sei an ihrer Schule geringer ausgefallen als erwartet. »Wir haben die Hälfte der 75 Geräte verliehen. Die andere Hälfte setzen wir in der Betreuung oder im Unterricht ein.«

Probleme bei der Einrichtung

Leider seien die Geräte nicht so eingerichtet gewesen, wie es die Schule benötigt hätte. »Das war zwar mit ein paar Handgriffen behoben. Aber die Geräte wurden hier abgestellt, und der Rest war dann wieder das Problem der Schule. Es ärgert mich, dass alles an uns hängen bleibt«, sagt Lenz. Die iPads liefen ohne größere Probleme.

Am Georg-Büchner-Gymnasium in Bad Vilbel sind 42 der 70 verfügbaren iPads im Einsatz. »Die Übergabe an die Eltern ist einfach«, sagt Nina Wollenhaupt, stellvertretende Schulleiterin. »Es reicht eine formlose Mail, in der Bedarf angemeldet wird. Binnen weniger Stunden kann das iPad abgeholt werden. Das Gerät ist für den Schulbedarf eingerichtet und mit einer Schutzhülle ausgestattet.« Zwei Probleme habe es aber gegeben, sagt Wollenhaupt. »Zunächst war es nicht möglich, vom Gerät aus zu drucken. Das wurde schnell behoben. Problematischer war, dass die iPads nicht zur Nutzung von Zoom freigegeben waren. Da unsere Schule dieses Programm verwendet, war es sehr hinderlich. Seit gut zwei Wochen funktioniert es.«

Eine kleine Warteliste

Dass Zoom zunächst nicht verwendet werden konnte, war auch am Burggymnasium in Friedberg ein Problem. »Da wir eine reine Oberstufenschule sind, hatten wir einen etwas anderen Bedarf, was die Programme betrifft. Dieser wurde, so gut es möglich war, von der IT-Firma des Kreises nachkonfiguriert«, sagt die stellvertretende Schulleiterin Manuela Giar. An der Schule sind 15 der 30 zugeteilten iPads im Einsatz. »Bei uns sind die meisten Schüler gut ausgestattet und viele wieder im Präsenzunterricht«, erklärt Giar den geringen Bedarf. »Die andere Hälfte der Geräte haben wir an die Henry-Benrath-Schule in Friedberg abgegeben. Zusammenarbeit ist in diesen Zeiten wichtig.«

An der Kurt-Schumacher-Schule in Karben sind alle 73 iPads verliehen. »Zwischendurch gab es eine kleine Warteliste«, sagt Vize-Schulleiter Claus Simon. »Inzwischen sind alle Schüler versorgt. Eine einfachere Handhabung beim Verleih wäre schön, aber die Geräte sind für das, was die Schüler brauchen, gut eingerichtet.«

Nur für die Schule

Die iPads wurden einsatzbereit an die Schulen übergeben. Dafür hat der Wetteraukreis den IT-Dienstleister Horn und Korsifan mit der Einrichtung und Konfiguration für den Schulbetrieb beauftragt. Die Geräte wurden so eingerichtet, dass sie den Schulcomputern entsprechen. Zudem wurde eine Sperre aktiviert, die verhindert, private Apps herunterzuladen. So soll sichergestellt werden, dass die iPads nur für den Schulgebrauch verwendet werden. Für den Fall, dass jemand zu Hause kein WLAN hat, gibt es auch Tablets mit SIM-Karten.

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