"Weitergehende Ziele fassen"

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Wetteraukreis(pm). Der BUND-Kreisverband hat die Vorlage des Klimaschutzkonzeptes für die Gebäude des Wetteraukreises geprüft und sieht Mängel. "Schon die Zielsetzung ist mangelhaft. Denn obwohl eine Senkung der CO2-Emissionen der kreiseigenen Gebäude von über 60 Prozent gegenüber 1990 schon erreicht wurde, liegt das Ziel bei minus 55 Prozent im Jahr 2030. Offensichtlich ist schon das Ziel zu schwach gesetzt worden", schreibt der Verband in einer Pressemitteilung.

Richtig wäre es nach Ansicht des BUND, das Ziel auf 80 Prozent Senkung im Jahr 2030 zu setzen, denn das Klimabündnis, dem der Kreis beigetreten ist, fordere minus zehn Prozent alle fünf Jahre.

Ernüchternd falle der Umfang des Konzeptes aus. Nur die 28 Gebäude mit dem größten Energieverbrauch, die daran einen Anteil von 15 Prozent (Heizung und Strom) haben, seien untersucht worden. Deren Emissionen von 2000 Tonnen CO2 sollen nun bis zum Jahr 2026 halbiert werden.

"Auf die Gesamtbilanz bezogen werden damit aber nur neun Prozent der CO2-Emissionen eingespart, wo eigentlich 20 Prozent gefordert sind. Kurz: Die Anstrengungen müssten daher mindestens verdoppelt werden", fordert der BUND. Dies betreffe auch die Ausstattung der Abteilung für den Klimaschutz: Statt zwei Personen wären mindestens zehn erforderlich, um das Programm abzuarbeiten.

Nicht nur den Eigenbedarf decken

"Das Kostenargument zählt da nicht, denn Erfahrungen wie aus Frankfurt am Main zeigen, dass sich Arbeit von Mitarbeitern zum Energiemanagement mehr als rechnet", meint der BUND.

Aber nicht nur die Zielsetzungen müssten überarbeitetet werden, meint der BUND. Die Anforderungen an neue Gebäude sollten dem Passivhausstandard folgen und nicht überholten Regeln der Bundesregierung. Man hätte auch den "Frankfurter Leitfaden für wirtschaftliches und ökologisches Bauen" übernehmen können, der dort seit über 20 Jahren erfolgreich eingesetzt wird.

"Statt nun zielgerichtet die Dächer mit Fotovoltaik zu belegen, soll dies erst nur geprüft werden. Und statt nur den Eigenbedarf zu decken - durchaus positiv - soll nicht gleich die gesamte nutzbare Dachfläche mit Solarstrommodulen belegt werden. Ein Konzept also, mit dem Chancen vertan werden", bemängelt der Umweltverband. Die Empfehlungen zu Heizungsanlagen seien außerdem auch weiterhin nicht an erneuerbaren Energien ausgerichtet. So sollen weiterhin Erdgasheizungen eingebaut werden.

Von Kraft-Wärme-Kopplung mit Biogas oder Windgas aus der Erdgasleitung oder Solarthermie mit Wärmepumpen sei im Klimaschutzkonzept nichts zu finden. Es sollte daher noch mal gründlich überarbeitet werden, fordert der BUND, der bedauert, dass er "entgegen Zusagen des Landrates bisher nicht an der Erstellung der Konzepte beteiligt" worden sei.

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