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Der Elvis-Presley-Platz in Friedberg wird vom Schnee befreit, damit dort der Markt stattfinden kann.

Unfälle und Einsätze

Schnee und Eisregen in der Wetterau: Erste Bilanz zu Unfällen und „Starthilfen ohne Ende“

  • Christoph Agel
    vonChristoph Agel
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Schneeflocken sind über der Wetterau gerieselt, haben die Landschaft in ein zartes Weiß gehüllt. Doch damit einher gingen Unfälle. Und Arbeit für Polizei, Abschleppdienste, Straßenmeisterei.

Fünf Zentimeter, mehr waren es nicht, sagt der Büdinger Wetter-Experte Alban Burster. Erst sei der Eisregen gekommen, dann der Schnee, ein bisschen Schnee. Aber immerhin soviel, dass bestimmt so manches Wetterauer Kind seinen Spaß mit der weißen Pracht hatte und so mancher Erwachsene über die bedeckten Scheiben und die zu befreienden Bürgersteige geflucht haben dürfte.

Zahlreiche Unfälle in der Wetterau wegen Schnee und Glätte

Ganz zu schweigen von den Unfällen, die am Sonntag zu verzeichnen waren. Deren gab es einige, aber glücklicherweise nichts allzu gravierende. Am heftigsten war ein Unfall, den eine 22-jährige Echzellerin am Sonntag um kurz vor 18 Uhr auf der Landstraße zwischen Leidhecken und Bingenheim baute. Sie kam mit ihrem Ford von der Fahrbahn ab. Das Auto blieb auf dem Acker liegen. Die Fahrerin, die alleine unterwegs war, wurde leicht verletzt und von einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht. Wegen des Wetters blieb der nicht mehr fahrbereite Wagen zunächst vor Ort, er sollte dann am Montag abgeschleppt werden.

An der Schwalheimer Straße in Bad Nauheim geriet ein 21-jähriger Bad Nauheimer am Sonntag um 22 Uhr mit seinem BMW ins Schleudern, als er in Richtung Esso-Tankstelle unterwegs war. Der Wagen rutschte auf eine Verkehrsinsel an der Einmündung Kur-straße und beschädigte ein Schild.

Jede Menge Starthilfen für Pkw nötig

An der Nieder-Rosbacher Frankenstraße rutschte ein 47-Jähriger mit seinem Audi gegen einen Postverteilkasten. Auch in Pohl-Göns gab es einen glättebedingten Unfall: An der Rechtenbacher Straße rutschte ein BMW-Fahrer mit seinem Auto gegen einen geparkten Toyota. Der Fahrer flüchtete, allerdings befand sich das Kennzeichenschild noch an der Unfallstelle.

In Büdingen geriet eine 18-jährige Fahrerin am Sonntag gegen 20.15 Uhr mit ihrem Audi ins Rutschen, als sie von der Straße »An der Saline« in die Thiergartenstraße abbog. Der Audi prallte gegen ein Verkehrsschild Die Fahrerin blieb unverletzt,

Ob bei einem Unfall am Montag um 10.15 Uhr zwischen Groß-Karben und Burg-Gräfenrode Glätte die Ursache gewesen ist, konnte die Polizei am Montag noch nicht sagen. Ein 20-jähriger Karbener fuhr mit seinem Renault auf der Landstraße aus Richtung Burg-Gräfenrode kommend in Richtung Karben, als er in Höhe des Herbert-Wamser-Weges aus ungeklärter Ursache von der Spur abkam, auf die Gegenfahrbahn geriet und auf dem Grünstreifen landete, wo sich das Fahrzeug drehte und auf der Seite liegen blieb. Der Fahrer blieb unverletzt.

Alles in allem ein überschaubares Unfallgeschehen, was auch für Rüdiger Reller vom gleichnamigen Abschleppdienst mit Sitz in Ober-Mörlen, Friedberg und Wölfersheim von Vorteil war. Denn Reller ist oft auch im Altkreis Büdingen gefragt. Für das Team hätte ein Auftrag dort eine ziemlich lange Strecke bei miesem Wetter bedeutet - mit dem Eigenschutz wäre das so eine Sache gewesen. Aber es gibt in der Branche ja nicht nur Unfälle: »Starthilfen ohne Ende« seien am Montag gefragt gewesen, sagte Reller. Und bei einem vereisten Auto sei man zu Hilfe gekommen, um es zu öffnen.

Rund 180 Tonnen Salz gestreut

Damit die Menschen möglichst sicher unterwegs sind, legen sich die Mitarbeiter der Straßenmeisterei Friedberg ins Zeug. So auch in diesen Tagen. Am Sonntag begann die Schicht bereits etwa um 2 Uhr in der Nacht. Mit kurzen Unterbrechungen war das Team bis in die Abendstunden im Einsatz. Und in der Nacht auf Montag ging es zur gleichen Zeit weiter.

Laut Hessen Mobil waren acht bis neun Winterdienstfahrzeuge im Einsatz. Von Sonntag bis zum frühen Montagnachmittag wurden beim Streuen rund 180 Tonnen Salz verbraucht. Mit Blick auf die nächsten Tage ist die Straßenmeisterei vorbereitet, schließlich sind die Salzlager noch ausreichend gefüllt.

Wird denn überhaupt ordentlich Salz benötigt? Vermutlich schon, denn Wetter-Experte Alban Burster kündigt Dauerfrost mit zweistelligen Minusgraden nachts an. Schnee gebe es auch ein bisschen. Der werde aber nicht tauen, da die Böden darunter ja schon gefroren seien. Laut Burster ein kaltes Winterwetter ohne Extreme.

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