Spenden und Geschenke für Flüchtlingskinder auf Moria sammeln: Schulsprecherin Laura Meerwein (2. v. l.) übergibt einen Scheck zum Kauf von 500 Schutzmasken an die Mitglieder der Projektgruppe mit Projektleiter Matthias Schäfer (r.). FOTO: BF
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Spenden und Geschenke für Flüchtlingskinder auf Moria sammeln: Schulsprecherin Laura Meerwein (2. v. l.) übergibt einen Scheck zum Kauf von 500 Schutzmasken an die Mitglieder der Projektgruppe mit Projektleiter Matthias Schäfer (r.). FOTO: BF

Weihnachtspakete für Gestrandete

  • vonGerhard Kollmer
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Friedberg(bf). Es ist eine logistische Herausforderung der besonderen Art: In der Aula des Burggymnasiums wurde am Freitagmittag ein von Schülerinnen und Schülern getragenes Hilfsprojekt für Bürgerkriegsflüchtlinge aus Syrien vorgestellt. Geholfen werden soll den Menschen, die in den "Auffanglagern" Moria und Karatepe auf der Ägäisinsel Lesbos gestrandet sind und dort unter teils menschenunwürdigen Bedingungen hausen.

Das Projekt sei aus dem Unterricht in den Politik-Leistungskursen hervorgegangen, erläuterte Matthias Schäfer, Lehrer für Politik, Wirtschaft und katholische Religion an der Burg. "Wir wollen uns nicht nur theoretisch mit dem weltweiten Flüchtlingselend beschäftigen, sondern praktische Hilfe leisten", sagt Schülerin Maja May. Alexander Jendorff, stellvertretender Schulleiter und Fachbereichsleiter für Gesellschaftswissenschaften, hob hervor, dass das Projekt "StayWithMoria" nicht nur von Schüler- und Lehrerschaft des Burggymnasiums, sondern auch vom Schul- elternbeirat und der Schülerschaft der Henry-Benrath-Gesamtschule unterstützt wird. Wie soll das Unternehmen konkret aussehen? Die Schüler betreuen in den nächsten Wochen mehrere Sammelstationen, wo die Spender ihre selbst zusammengestellten Weihnachtspäckchen für die aktuell etwa 9000 Kinder in den Lagern abgeben können. An diesen Anlaufstellen werden auch Gegenstände des täglichen Gebrauchs entgegengenommen (etwa Decken, Windeln, Desinfektionsmittel und Atemschutzmasken). Rezeptfreie Medikamente werden vom schuleigenen Sanitätsdienst, der mit Apotheken vor Ort kooperiert, gesammelt.

Ambitioniertes Hilfsprojekt

Neben Waren ist auch Geld zur Finanzierung des Hilfsgütertransports willkommen. Spenden werden vom Verein ehemaliger Burgschüler verwaltet (Infos unter www.Burgschueler.de).

In sechs Wochen, am 12. Dezember, sollen die gesammelten Güter mit einem oder zwei Lkw über Italien in die Lager auf Lesbos gebracht werden. In Zusammenarbeit mit Hilfsorganisationen vor Ort werden sie unter eigener Regie verteilt. Die aus fünf bis sieben Personen bestehende Mannschaft aus dem Burggymnasium wird am 16. oder 17. Dezember den Heimweg antreten. Sollte die Corona-Pandemie einen Strich durch die bisherige Planung machen, wird die Aktion auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

Das schulische Hilfsprojekt ist, darauf legen alle großen Wert, partei- und vereinspolitisch unabhängig. Professionell unterstützt von der Frankfurter Kommunikations- und Projektagentur "VonWegen", wird das Unternehmen online und auf Instagram dokumentiert (https://staywithmoria.de). Die Aktion ist auf Mithilfe von außen angewiesen, etwa bei der logistischen Ausarbeitung der optimalen Route für den mehrtägigen Transport oder bei der Erledigung bürokratischer Aufgaben.

Fazit der Pressekonferenz: Was auf den ersten Blick überdimensioniert beziehungsweise unrealisierbar erscheinen mag, ist ein durchdachtes, wohlvorbereitetes Hilfsprojekt, das bereits mehrere Tausend Euro und zahlreiche Warengeschenke eingeworben hat. Die kommenden sechs Wochen bis zum Transport der Hilfsgüter aufs ferne Lesbos werden allen Beteiligten - zusätzlich zum normalen Unterricht - noch viel Arbeit und Stehvermögen abverlangen. Die beeindruckende Präsentation lässt jedoch keinen Zweifel am Gelingen des humanitären Unternehmens aufkommen.

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