Die Ockstädter Weihnachtskrippe in der "Lightversion". FOTO. PV
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Die Ockstädter Weihnachtskrippe in der "Lightversion". FOTO. PV

Weihnachtskrippe "light"

  • vonred Redaktion
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Friedberg-Ockstadt(pm) Die Weihnachtskrippe der St.-Jakobus-Kirche ist weithin bekannt. Wegen der Pandemie gab es in diesem Jahr nur eine "Lightversion" zu bestaunen.

Die Krippe ist von Heinrich Wohlfahrt aus der Schnitzerwerkstatt in Steinheim bei Hanau in den letzten Jahren des Zweiten Weltkrieges geschaffen worden. Die erste Krippe stammte aus der Zeit des Kirchenneubaus, also kurz nach 1910. Einige Schafe sind noch daraus zu sehen. Restaurator Manfred Breitmoser aus Oppershofen hatte 2005 eine gelungene Restaurierung vorgenommen.

Für den Aufbau nimmt sich ein eingespieltes Team von 15 bis 20 Männern für gewöhlich etwa eine Woche Zeit. Der Stall wird an Seilen von der Empore gelassen, die Krippenfiguren müssen vom Speicher der Sakristei einzeln die enge Treppe heruntergetragen werden. Der Aufbau des Stalles erfordert handwerkliches Geschick und die Zuarbeit der vielen Helfer. Dann werden die Hirten mit ihren Schafen aufgestellt, die Engel platziert, Wege gebaut, Weideflächen für die Schafe gebaut, der Brunnen aufgebaut, Stroh und Heu gestreut. All diese Arbeiten werden von "rüstigen Rentnern" erledigt, von denen einige schon über 80 sind - und zur Risikogruppe gehören. In einer virtuellen Sitzung entschieden sich die Mitglieder des Pfarrgemeinderates daher aus gesundheitlichen Gründen dafür, dass das Team in diesem Jahr nicht wie gewohnt die Krippe aufbauen kann. Darüber wurden alle per Telefon persönlich informiert. Sie seien anfangs sehr enttäuscht gewesen, hätten dann aber eingesehen, "dass die Gesundheit wichtiger ist", wie der Pfarrgemeinderat mitteilt.

Man entschied sich, die Krippe coronagerecht aufzubauen, ohne großen Stall. Wo sie sonst immer steht, baute die Ockstädter Eventfirma "Floodwave" einen Bühnenboden auf, und samstags trafen sich vier Mitglieder des Pfarrgemeinderats mit Maske und Abstand in der Kirche zum Aufbau. Sie bespannten den Bühnenboden mit schwarzem Vlies. Der Stallbereich wurde mit groben Jutenstoffbahnen auf Ständerwänden erstellt und der Weidebereich für die Hirten und Schafe mit grünem Stoff bespannt. Dann wurden mit Steinen die Wege gebaut, die Engel hingestellt, die Schafe und Hirten. Auch der Brunnen fand einen neuen Platz. Der große leuchtende Stern über der Krippe wurde von Pfarrer Bernd Weckwerth - ebenfalls in einer "Lightversion" - gebaut und installiert. Am Vorabend vor dem Dreikönigsfest werden noch die drei Könige samt Elefant und Kamel dazugestellt.

Die Krippe selbst bleibt wie in jedem Jahr bis Mariä Lichtmeß (2. Februar) in der Kirche stehen und kann jeden Sonntag von 9 bis 10 Uhr im Rahmen der stillen Anbetung besichtigt werden.

Der Pfarrgemeinderat hofft sehr, dass an Weihnachten 2021 das bewährte Team wieder die Originalkrippe aufbauen kann.

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