Wasser knapp -Stadt soll eigene Quelle anbohren

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Friedberg (jw). Während dieser Artikel im Entstehen begriffen ist, regnet es draußen in Strömen. Das Hochwasser dieser Tage ist auch noch gut in Erinnerung. Alles bestens also mit dem Wasser? Mitnichten. Die Trinkwasservorräte im Vogelsberg gehen zurück. Die Friedberger Grünen fordern daher ein kommunales Wasserkonzept; für den Fall des Trinkwassernotstands müsse der Magistrat eine Gefahrenabwehrverordnung vorlegen.

Zum Jahreswechsel hat die Ovag, der größte Trinkwasserversorger im Wetteraukreis, die Wasserampel eingeführt. Steht die Ampel auf »Grün«, bedeutet das ausreichende Mengen an Grundwasser; »Gelb« bedeutet »mäßige« Mengen, bei »Rot« wird die Versorgung »kritisch«. Derzeit steht die Ampel auf »Gelb«, und daran werden auch die jüngsten Regenfälle wenig ändern. Regenwasser benötigt Wochen, manchmal sogar Jahre, bis es in die Grundwasser führenden Gesteinsschichten durchgesickert ist.

Die Grünen wollen gewappnet sein. Deshalb solle der Magistrat bis Mitte 2022 ein kommunales Wasserkonzept vorlegen, »das helfen soll, die Wasserversorgung der Stadt vor dem Hintergrund des Klimawandels langfristig sicherzustellen«, sagte Grünen-Fraktionsvorsitzender Florian Uebelacker im Stadtparlament. Drei trockene Sommer, zu wenig Niederschläge im Winter: Die Stadt müsse etwas tun.

In Ockstadt verfügt die Stadt über einen eigenen Brunnen für Trinkwasser. Auch bei der Firma Fresenius und an anderen Orten im Stadtgebiet werde Wasser gefördert. Geht da noch mehr? Die Stadt solle überprüfen lassen, ob sich Friedberg künftig durch eine zusätzliche eigene Wasserbereitstellung unabhängiger vom Lieferanten Ovag machen könne, forderte Uebelacker.

Was geschieht, wenn ein Trinkwassernotstand eintritt, Wasser aus öffentlichen Trinkwasserleitungen nicht verschwendet werden darf, dies aber dennoch geschieht? Das wäre eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld belegt wird. Hierfür benötigt die Stadt aber eine Gefahrenabwehrverordnung. Auch diese, forderten die Grünen, solle erarbeitet werden.

Während die Grünen eine Entscheidung forderten, hatten die übrigen Fraktionen Beratungsbedarf und überwiesen die Anträge in den Ausschuss für Wirtschaft, Energie und Verkehr. Bürgermeister Dirk Antkowiak (CDU) sagte, Teile davon seien normales Verwaltungshandeln; die Stadtwerke beschäftigten sich bereits mit dem Thema.

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