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Der Waschbär mag ein putziges Kerlchen sein. Hausbesitzern aber bereitet er große Sorgen.

"Invasion"

Waschbären: Possierlich, aber auch gefährlich

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Waschbären machen sich breit in Bruchenbrücken - in Privathäusern und öffentlichen Gebäuden. Die Tiere sind zwar possierlich, aber auch nicht ungefährlich.

Waschbären im evangelischen Gemeindehaus in Bruchenbrücken, im Anglerheim, im Kindergarten (wo er die Sandkisten als Latrine nutzt), Waschbären auch in vielen Privathäusern und Gärten - kein Wunder, dass zum Stadtgespräch der CDU Friedberg im Bürgerhaus Bruchenbrücken zum Thema "Der Waschbär - ein possierliches Problem" über 70 Besucher kamen. CDU-Vorsitzender Bernd Wagner begrüßte auch seine Bruchenbrückener Kollegin Gudrun Dietrich, Ortsvorsteher Gunter Best (CDU) und Stadtverordnetenvorsteher Hendrik Hollender.

Die Tatsache, dass Waschbären niedlich aussehen, lässt gern vergessen, dass sie waschechte Raubtiere sind. Das bedeutet: Sie fressen andere Tiere - leider auch Arten, die in der Wetterau bedroht sind, berichtete die Biologin Dr. Nadine Stöveken vom Landesjagdverband Hessen. Etwa die Europäische Sumpfschildkröte, bodenbrütende Vogelarten wie das Rebhuhn oder Amphibien wie die Erdkröte oder die Gelbbauchunke. Der ökologisch äußerst anpassungsfähige Waschbär kann effektiv Baumverstecke wie Spalten und Höhlungen und auch künstliche Nisthilfen auf Nahrung kontrollieren. Auch Fledermäuse und baumbrütende Vögel sind nicht vor ihm sicher.

Waschbär: Zur Plage geworden

Auch in der Wetterau sind Waschbären längst zur Plage geworden. Sie bedrohen heimische Tierarten. "Die Population in Deutschland dürfte inzwischen mehrere Millionen Exemplare umfassen", sagte Stöveken. Waschbären sind Allesfresser. Im Frühjahr bevorzugen sie Insekten, Würmer und andere Tiere, im Herbst eher kalorienhaltige pflanzliche Kost wie Obst und Nüsse.

Längst nutzen sie städtische Gebiete als Lebensraum. Die steigende Anzahl von Waschbären in Bruchenbrücken belegt das. Während ausgeräumte Mülltonnen und abgeerntete Obstbäume von Hausbesitzern meist nur als lästig angesehen werden, kann die Reparatur von Schäden auf Dachböden (Schlafplatz) mehrere Tausend Euro kosten. Sie zerstören die Dachisolierung, hinterlassen Urin und Kot, eine gesundheitliche Gefahr, da die Tiere häufig mit Eiern des Waschbär-Spulwurmes infiziert sind.

Der Parasitologe Prof. Sven Kimpel (Goethe-Universität Frankfurt) und sein Kollege Norbert Peter berichteten über die Gefahr von Parasiten. "Sollten Sie Kot eines Waschbären entdecken, entfernen Sie ihn unbedingt, aber vorsichtig. Im Kot der Waschbären tummeln sich massenhaft Parasiten wie Würmer, die für den Menschen gesundheitsgefährdend sein können." Man solle Einmalhandschuhe tragen, Desinfektionsmittel verwenden und den Kot samt Handschuhen im fest verschließbaren Müllbeutel über die Restmülltonne entsorgen.

Waschbär: Fallenjagd am effektivsten

Wie können wirtschaftliche und gesundheitliche Probleme entschärft werden? Wie können die negativen Auswirkungen auf heimische Arten verringert werden? Dazu gab Maarten Fijnaut, Vorstandsmitglied des Landesjagdverbandes und erfahrener Fallenjäger, Hinweise. Die Fallenjagd ist mit Abstand die effektivste Jagdmethode, um den dämmerungs- und nachtaktiven Waschbären zu erbeuten. Ursprünglich nicht heimische Tierarten wie der Waschbär müssen laut einer EU-Verordnung seit 2016 im Bestand eingedämmt werden. Innerhalb befriedeter Bezirke (Ortschaften, Gebäude, Friedhöfe) ist nur die Fallenjagd zulässig. Wer als Eigentümer auf seinem Grund und Boden Waschbären fangen, töten und sich aneignen will, bedarf einer speziellen Ausbildung oder muss einen sachkundigen Jäger damit beauftragen. Zum Lebendfang sind nur Kasten- und Röhrenfallen zulässig. Eine Tötung von lebend gefangenen Tieren ist nur mit der Schusswaffe erlaubt, wobei neben dem Jagdschein im befriedeten Bezirk auch eine waffenrechtliche Schießerlaubnis vorhanden sein muss. Ein Aussetzen lebend gefangener Waschbären in der Natur ist unzulässig.

Eine angeregte Diskussion schloss sich an die informativen Vorträge an. CDU-Vorsitzender Wagner überreichte den Referenten als Dank einen Präsentkorb.

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