Putzig, gell! Vögel denken anders über Waschbären. FOTO: GEO
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Putzig, gell! Vögel denken anders über Waschbären. FOTO: GEO

Waschbär: Noch Fragen vorm Bejagen

  • Jürgen Wagner
    vonJürgen Wagner
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Friedberg(jw). Der Antrag der CDU-Fraktion, in Friedberg ein "Waschbär-Management" einzurichten, ist von den Stadtverordneten zurück in den Ausschuss für Stadtentwicklung verwiesen worden. Begründung: Es gibt noch Beratungsbedarf. Das Ziel des Antrags lautet: Der Magistrat schafft zusammen mit den örtlichen Jagdpächtern ortsfeste und mobile Fallen an, um so der zunehmenden Waschbär-Plage Herr werden.

Florian Uebelacker (Grüne) nannte den Antrag einen "Schnellschuss" und kritisierte, solche Maßnahmen müssten mit den Nachbarkommunen abgestimmt werden. "Es bringt nichts, nur allein in Friedberg die Tiere zu bejagen. Das dauert höchstens eine Nachtwanderung, dann wird der freie Raum von neuen Waschbären eingenommen."

Auch in der Natur: Überall Manager!

Winfried Ertl (UWG) wunderte sich über die Bezeichnung "Waschbär-Management", die doch etwas ganz anderes bedeute als z. B. ein "Bank-Management". Ironisch fragte er in Richtung CDU: "Habt ihr mit den Waschbären gesprochen, ob die auch dabei sein wollen?"

Kritik gab es im Vorfeld vom Naturschutzbund Wetterau. NABU-Sprecher Frank-Uwe Pfuhl hat in einem Schreiben an die CDU, das der WZ vorliegt, seine Verwunderung zum Ausdruck gebracht, dass der NABU im Antrag damit zitiert werde, man unterstütze eine Bejagung der Waschbären. "Dies ist falsch", schreibt Pfuhl. Bereits im Februar habe er brieflich darauf hingewiesen und ein Gespräch angeboten. Pfuhl: "Davon wurde bislang kein Gebrauch gemacht." Auch wenn die Verluste an Gelegen - auch sehr seltener Vogelarten - durch den Waschbär nicht von der Hand zu weisen seien, werde es vom NABU Wetterau keine Empfehlung zur Bejagung geben. Im Februar schrieb Pfuhl: "Einige örtliche Gruppen des NABU sind da zwar anderer Meinung und äußern dies auch, das ist aber nicht offizielle Verbandsmeinung. Wir sehen den größeren Erfolg in Abwehrmaßnahmen, wie z. B. waschbärsicheren Nistkästen oder der Umzäunung wertvoller Brutgebiete (wie etwa bei Reichelsheim geschehen)."

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