Fliegende Säcke im Hof des Burggymnasiums: Die Schüler und Lehrer Matthias Schäfer (l.) beladen den Transporter, Schäfers Ehefrau Sabine führt Buch. Alle Spenden wurden über Gießen mittlerweile nach Griechenland verfrachtet. FOTOS: LONI SCHUCHARDT
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Fliegende Säcke im Hof des Burggymnasiums: Die Schüler und Lehrer Matthias Schäfer (l.) beladen den Transporter, Schäfers Ehefrau Sabine führt Buch. Alle Spenden wurden über Gießen mittlerweile nach Griechenland verfrachtet. FOTOS: LONI SCHUCHARDT

Burggymnasium Friedberg sammelt für Flüchtlinge

Warme Wolldecken und Lebensmittelgutscheine für Moria

  • vonHarald Schuchardt
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Friedberg (har). Mit einem letzten Arbeitseinsatz der beteiligten Schüler und Lehrkräfte endete am Freitag die Hilfsaktion "#StayWithMoria" des Friedberger Burggymnasiums.

Initiiert wurde die Aktion vom Leistungskurs "Politik-Wirtschaft" (kurz Powi-LK) der Jahrgangsstufe 13 des Burggymnasiums (die WZ berichtete).

"Die Reaktionen und die Hilfsbereitschaft haben uns alle überrascht", sagt Lehrer Matthias Schäfer, der zum Projektleiter der Aktion wurde. Ein Dutzend Wetterauer Schulen, zahlreiche Firmen und unzählige Privatpersonen unterstützten die Aktion mit Geld- oder Sachspenden.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: "Wir haben Geldspenden in Höhe von aktuell 50 479 Euro erhalten. Dazu kommen Sachspenden im Wert von rund 15 000 Euro", zieht Schäfer, der von seiner Ehefrau Sabine tatkräftig unterstützt wurde, Bilanz.

Warme Decken für den Winter

Von dem gespendeten Geld wurden unter anderem Frottierwaren und dicke Decken angeschafft. Diese waren die letzten Tage in gut 150 blaue Müllsäcke verpackt und in einem Raum im Altbau der Schule zwischengelagert worden. Am Freitagmittag wurden die Säcke in mehrere Privatwagen und in einen Kleintransporter geladen. Den Transporter hatte der Friedberger Spieleverlag Pegasus, der die Aktion von Beginn an unterstützt, kostenlos zur Verfügung gestellt. Das Beladen der Wagen ging schnell, denn "wir sind inzwischen Profis beim Bilden von Menschenketten", witzelte Schäfer.

Die letzte Ladung an Hilfsmitteln wurde nach Gießen zur dort ansässigen internationalen Hilfsorganisation "Global Aid Network (GAiN)" gebracht. Hier standen auch die beiden in den letzten Wochen in Friedberg beladenen Container. Das alles wurde von den 15 Aktions-Mitgliedern in zwei Lkw umgeladen, die inzwischen auf dem Weg nach Griechenland sind.

Geplant: Fahrt nach Griechenland

Gut zwei Stunden dauerte es, bis die Wagen, darunter ein 40-Tonner, voll beladen waren. Dabei wurde die Gruppe von Logistiker Kyrill Schmidt, Ansprechpartner Dennis Matzka und Helferin Malin Peters von GAiN Deutschland "dirigiert" und erhielt dazu neueste Informationen über die Situation der Flüchtlinge in Athen und auf Lesbos.

"Es hat alles wunderbar funktioniert. Es hat viel Spaß gemacht, wir haben viel gearbeitet und viel gelacht", sagt Schäfer. Ein dickes Lob für die Gruppe gab es dazu von den GAiN-Aktivisten, die abschließend einen Scheck in Höhe von 10 000 Euro in Empfang nehmen konnten. Für das Geld werden vor Ort Lebensmittelgutscheine gekauft und an die Flüchtlinge verteilt. "So unterstützen wir auch die Geschäfte vor Ort", sagt Schäfer, der mit Schülern in den nächsten Tagen noch Spenden in Friedberg verteilen wird.

So soll gespendete Kleidung an die Flüchtlingshilfe und das DRK übergeben werden. Schäfer: "Die Kleiderlager auf Lesbos sind voll." Einige Nahrungsmittel, die nicht lange haltbar sind oder in den Lagern nicht verwendet werden können (etwa Babybreipulver zum Anrühren) gehen an die Friedberger Tafel. GAiN Germany wird das Verteilen der Hilfsmittel dokumentieren und "#StayWithMoria" auf dem Laufenden halten. "Geldspenden nehmen wir weiter entgegen, wir wollen im Mai nach Griechenland fahren, wenn es Corona zulässt", sagt Schäfer.

Mehr Informationen sowie Infos zum Spendenkonto gibt’s auf der Internetseite www.staywithmoria.de.

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