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Ohne Unterstützung aus privater Hand wie von Sonja Rohde (l.) und ohne andere Fördermittel wäre das Musikprojekt nicht machbar, weiß Musikschulleiter Ulrich Nagel (r.).

Vorfreude aufs Musizieren

  • VonHanna von Prosch
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Wetteraukreis (hms). Auf hohem Niveau mitreißende symphonische Kompositionen einzustudieren und aufzuführen, das bietet das Jugend-Sinfonieorchester der Wetterauer Musikschulen auch dieses Jahr wieder.

Nach den guten Erfahrungen unter Corona-Bedingungen 2020 können sich musikalische Talente aus der Region jetzt für die Probenwoche in den Herbstferien vom 10. bis 17. Oktober 2021 anmelden.

Seit 2016 findet das jährliche Orchesterprojekt der Wetterauer Musikschulen Bad Nauheim, Bad Vilbel und Karben, Büdingen, Butzbach und Friedberg statt.

Vergangenes Jahr wagte Organisator Ulrich Nagel das Experiment in schwieriger Zeit und schaffte sogar zwei Aufführungen im Jugendstil-Theater. Zum jetzigen Zeitpunkt ist die Situation zwar ebenso ungewiss, aber Tests und Impfungen lassen den Musikschulleiter hoffen: »Diese Woche ist für unsere Kinder und Jugendlichen so wertvoll, dass wir ihnen die Chance auf das gemeinsame Musizieren nicht vorenthalten wollen.«

Die 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmern zwischen 12 und 19 Jahren proben zum vierten Mal mit ihrem beliebten Dirigenten Markus Neumeyer. Die Programmauswahl, an der auch Ines Strecker und Walter Dorn mitgewirkt haben, ist so gestaltet, dass alle Stimmen egal ob Streicher, Bläser oder Schlagwerk immer zu tun haben. Vorgesehen sind Brahms »Akademische Festouvertüre«, Smetanas »Aus Böhmens Hain und Flur«, Sätze aus der Nussknacker-Suite von Tschaikowsky, von John Williams »Flight to Neverland« und Musicalmelodien aus »Beauty and The Beast« von Alan Menken. Die Probenwoche findet diesmal in der Jugendherberge Kaub am Rhein statt.

»Ich beneide jeden, der in diesen Zeiten ein Instrument spielt. Gerade die in Schule und Freizeit so eingeschränkten jungen Leute sollten diese Möglichkeit des Zusammenseins bekommen. Daher bin ich mit vollem Herzen dabei«, sagt Sonja Rohde, die das Projekt mit 2000 Euro unterstützt. Zwar sind noch nicht alle Kosten durch Fördermittel gedeckt, aber Nagel ist guter Dinge: »Man muss unabhängig davon starten, ob die Finanzierung komplett steht. Im vergangenen Jahr hat es dann auch mit Zuschüssen geklappt. Wir wollen ja den Beitrag der Eltern niedrig halten.« Der Eigenanteil liegt bei 180 Euro für Mitglieder der Wetterauer Musikschulen, 200 Euro zahlen Nichtmitglieder. Landrat Jan Weckler hat wieder die Schirmherrschaft übernommen.

Das Projekt sei für die ganze Region wichtig und vor allem für die Musizierenden, die enorm daran wachsen können, bestätigt Nagel. Die Resonanz der Mitwirkenden gab ihm auch 2020 recht. Alle seien höchst diszipliniert und verständnisvoll gewesen, was die Corona-Vorgaben betraf: morgens Temperatur messen, Abstand halten, lüften, unterwegs Maske auf. »Diesmal haben wir die Schnelltests, die wir mehrmals in der Woche durchführen werden. Wir haben einerseits die gesundheitliche Verantwortung für die Mitwirkenden und andererseits die Verantwortung, sie weiterzubilden«, sagt Nagel. »Immerhin sind auch in der Musikschule noch keine Infektionen aufgetreten.«

Wenn möglich, wird das Abschlusskonzert am 17. Oktober vormittags und nachmittags wieder im Jugendstil-Theater stattfinden, vielleicht auch weitere Konzerte an anderen Orten.

Das Jugend-Sinfonieorchester - mit Abstand die Besten bei der Probenwoche 2020 auf Burg Rothenfels - freut sich auf gemeinsames Musizieren 2021 in Kaub.

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