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Online-Stammtisch: Die »Ideenschmiede« muss bislang bei Videokonferenzen zusammenkommen.

Von Verhütung bis Handyhalterung

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Friedberg/Gießen (pm). Den Unternehmer-Geist junger Menschen aus Mittelhessen soll der offene Gründungs-Stammtisch »Ideenschmiede« der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) und der studentischen Unternehmensberatung »Sail Solutions« fördern, den es seit einem Jahr gibt. Kein leichtes Jahr, aber ein wichtiges: Alle Veranstaltungen der »Ideenschmiede« mussten digital stattfinden, das persönliche Netzwerken kam vielfach zu kurz.

Die Erfolge der neuartigen mRNA-Impftechnologie mit Nobelpreis-Potenzial gilt bei der »Ideenschmiede« als leuchtendes Vorbild, wenn auch die geschmiedeten Ideen näher am Alltag sind.

Revolutionäre Kettentechnologie

»Von besonderen Handyhalterungen über Brandschutztechnik bis hin zu neuartigen Verhütungsmethoden für den Mann war bisher alles dabei«, sagt Christian Abt, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachbereich Wirtschaftsingenieurwesen der THM und Initiator des Stammtischs. Weltverändernde Ideen hervorzubringen soll und kann nicht das Ziel der monatlichen Treffen sein. »Zum Gründen braucht es Mut, Leidenschaft, Frustrationstoleranz und den Willen, Dinge zu einem Besseren zu Wandeln«, sagt Abt. Das Wissen darum sollen die kurzweiligen Sitzungen vermitteln. Und Einblicke geben in gelungene Gründungsprozesse.

Beim Juni-Stammtisch berichteten Emma Roach und Julian Lauten-Weiss aus Frankfurt vom Gründungsprozess einer Unternehmensberatung. Sie wollen gemeinsam mit Firmen gegen die Klimakrise vorgehen und durch den Aufbau von Kreislaufwirtschaft und nachhaltigem Produktdesign einen Beitrag für eine lebenswerte Zukunft leisten.

Wie ein Startup aus London und Mengerskirchen im Westerwald die Fahrradindustrie bei Olympia in Japan mit einer revolutionären Kettentechnologie auf den Kopf stellt, berichtete Lucas Lobmeyer von New Motion Labs am Stammtisch. »Wir hatten erfolgreich etablierte Unternehmer wie Karsten Otto und Christian Zinke zu Gast, die mit innovativer RFID-Technologie oder mit Microgreens unternehmerisch bereits auf beiden Beinen stehen«, berichtet Abt. THM-Alumnus Cem Dogan, bekannt aus der TV-Show »Höhle der Löwen«, brachte Erfahrungen und Einsichten zur Fernsehsendung mit. »Aus Marketingperspektive der ›Ideenschmiede‹ ist er ein Eye-Catcher«, sagt Abt und lacht.

Mut machen und aus Fehlern lernen

Denn Marketing für den Stammtisch war pandemiebedingt besonders wichtig - werben bei Präsenzveranstaltungen der THM war unmöglich. »Die ersten beiden Stammtische waren von den Anmeldungen her frustrierend«, sagt Abt. Er und seine Mitstreiter Sorush Satar und Khaled Afghanzada machten dennoch weiter, um »ein cooles Format zu bauen, das Menschen einen echten Mehrwert bietet«. Heute seien die digitalen Treffen »eine attraktive, sehr gut besuchte Netzwerkveranstaltung rund um die Themen Gründen und Startups«.

Dort werde angeregt, ausgetauscht und diskutiert über alles, was Gründungsinteressenten unter den Nägeln brennt. Weiteres Ziel: Schnittmengen entdecken, neue Kontakte knüpfen und nützliche Tipps oder Handynummern tauschen. »Was viele Gründende unterschätzen, ist die Bedeutung eines Netzwerks, um aus Erfahrungen anderer zu lernen, sich über Themen zu informieren und auszutauschen sowie wertvolle Geschäftsbeziehungen aufzubauen«, weiß der Stammtisch-Organisator. Der Beitrag der »Ideenschmiede« sei, den Menschen Mut zu machen, Vorbilder zu finden, aus den Erfolgen und Fehlern erfolgreicher Gründungsteams zu lernen und dabei ein Netzwerk aufzubauen.

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