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Von Pergolesi bis Duke Ellington

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Von: Gerhard Kollmer

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Cornelia Jahns singt »Suleika« von Mendelssohn. © Gerhard Kollmer

Friedberg (gk). Die Burgkirche war in der vergangenen Woche Schauplatz eines Schülerkonzerts der örtlichen Musikschule mit 20 anspruchsvollen Titeln vom Barock bis in die »swinging sixties«.

Im ersten Teil der Abendveranstaltung legten sechs Schülerinnen und ein Schüler aus der Gesangsklasse Cornelia Haslbauer eindrucksvoll Zeugnis von ihrem Können ab.

»Panis angelicus« - Engelsbrot: Das Quartett Anne Richter, Martina Lorenz, Sigrun Opel und Cornelia Jahns eröffnete den musikalischen Reigen mit diesem Werk des Barockkomponisten Claudio Casciolini. Mit seiner Fassung eines mittelalterlichen Fronleichnams-Hymnus’ steht er am Beginn einer Reihe von Bearbeitungen - die bekannteste von César Franck.

Starken Beifall erhielt im Anschluss Cornelia Jahns für ihre einfühlsame Interpretation von Felix Mendelssohns »Suleika« (nach einem Gedicht aus Goethes »West-Östlicher Diwan«). Gemeinsam mit Sigrun Opel sang sie Johannes Brahms‹ heiteres Lied von den beiden Schwestern auf einen Text von Eduard Mörike: »Wir Schwestern zwei, wir Schönen, so gleich von Angesicht, so gleicht kein Ei dem andern, kein Stern dem andern nicht.«

Erster Solo-Auftritt vor Publikum

Für ihren professionellen, kraftvollen Vortrag von Alban Bergs spätromantischem Lied »Die Nachtigall« aus seinem 1907 uraufgeführten Zyklus »Sieben frühe Lieder« auf einen Text von Theodor Storm erhielt Anne Richter starken Applaus. Das kongeniale Zeugnis der leidenschaftichen ersten Liebe eines jungen Mädchens stellt eine beträchtliche sängerische Herausforderung dar. Gemeinsam mit ihrer mitreißenden Interpretation der Arie »Giunse alfin il momento« aus Mozarts »Figaro« war Richters »Nachtigall« das Highlight des ersten Konzertteils.

Als ebenfalls gelungene Wahl erwiesen sich die beiden Duette aus Mozarts »Don Giovanni« und seiner »Zauberflöte« - dargeboten von Ann Neudek und Gerald Thönges, der auch für die Arie »Deh vieni« aus »Don Giovanni« viel Beifall erhielt.

»Se tu m’ami, se sospiri, sol per me, gentil pastor, Ho dolor de‹ tuoi martiri« - »Wenn du mich liebst, wenn du nach mir seufzst, sanfter Hirte, schmerzt mich dein Schmerz«: Erstmals solo vor fremdem Publikum auftreten und dabei gleich mit einem solch anspruchsvollen Titel von Giambattista Pergolesi aufwarten: Dieses gefeierte Kunststück gelang Lynn Denzel. Auch für die Arie »L'ho perduto« aus dem »Figaro« erhielt sie starken Applaus.

Marlene Dietrich, Hildegard Knef und viele andere Größen des Chansons hatten den Titel in ihrem Repertoire: »Die Welt war jung«. Mit seiner Interpretation beeindruckte Cornelia Jahns erneut die Hörerschaft.

Für ihre einfühlsame Begleitung der Schüler/innen am Piano erhielt Bettina Hörer-Lösch dankbaren Applaus.

Nach gut 50 Minuten endete der erste, der Kunst des Gesangs gewidmete Teil des Konzerts in der Burgkirche. Cornelia Haslbauer wurde für ihre erfolgreiche gesangspädagogische Arbeit mit lang anhaltendem Beifall belohnt.

Einen reizvollen Kontrast zum klassischen Gesang des ersten Teils bildete nach der Pause der »swingende« Auftritt des 17-köpfigen, seit zwei Jahren bestehenden Chors »Jazzy weather« unter Leitung von Sängerin und Arrangeurin Regina Klein. Sieben getanzt-gesungene Titel aus Jazz, Swing, Gospel, Pop von Ella Fitzgerald, Duke Ellington, Burt Bacharach, Eric Clapton u. a. beeindruckten - an der Gitarre begleitet von Vincent Rocher - durch fantasievolle, abwechslungsreiche Choreografie und sängerisches Niveau.

Mit dem bewegenden Spiritual »Evening rise« endet nach knapp 90 Minuten das äußerst hörenswerte (Schüler-)Konzert der Musikschule.

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Ann Neudek und Gerald Thönges tragen ein Duett von Mozart vor. © Gerhard Kollmer

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