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Von Elvis-Museum bis Lego-Brücke

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Von: Harald Schuchardt

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Sie alle haben sich intensiv Gedanken darüber gemacht, wie man die Attraktivität Friedbergs noch steigern kann. Auf dem Elvis-Presley-Platz präsentieren sie gemeinsam mit Lehrer Volker Bunte ihre Ideen. © Loni Schuchardt

Friedberg (har). Ein halbes Jahr haben sich 28 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9 der Augustinerschule im Wahlunterricht Erdkunde mit dem Zustand Friedbergs beschäftigt und Vorschläge zur Attraktivitätssteigerung entwickelt. »Das ist Stadtgeografie mit dem Ziel, die Jugendlichen für die Probleme der Stadt zu sensibilisieren«, erläuterte Studienrat Volker Bunte, der seit zwölf Jahren an der Augustinerschule Kunst und Erdkunde unterrichtet.

Die Gruppe hatte die Idee, die Ergebnisse ihrer Arbeit in einer Pressekonferenz auf dem Elvis-Presley-Platz zu präsentieren. Trotz der Kälte erläuterten die acht Arbeitsgruppen am frühen Dienstagmorgen ihre Ergebnisse.

Sportplatz auf der Seewiese

Den Auftakt machte die siebenköpfige Arbeitsgruppe »Die Seewiese«, die für eine Attraktivitätssteigerung des Naherholungsgebiets plädiert, aber auch die »freie Wiese« erhalten will. Zu den Vorschlägen gehörte die Einrichtung eines Sportplatzes und eines Mountainbike-Trails. Gefordert wurden mehr Sitzmöglichkeiten und die Anlage von Bienenwiesen und Blumenbeeten. Auch sollte die Seewiese für mehr Veranstaltungen genutzt werden. Die Gruppe »Grünplanung« forderte mehr Grün in der Innenstadt, unter anderem durch blühende Beete und mit Pflanzen aufgelockerte Sitzbereiche. Ihre Vorstellungen präsentierte die Gruppe Mandy Baumgart-Fischer vom städtischen Bauamt. Viele Ideen seien durchaus umsetzbar, jedoch fehle es derzeit im Bauamt dazu an Personal, habe Baumgart-Fischer erklärt, hieß es aus der Gruppe.

Mit der Einrichtung eines Schülercafés auf der Kaiserstraße, das von Schülern für Schüler betrieben werden soll, beschäftigte sich eine weitere Arbeitsgruppe. »Damit wollen wir Friedberg für Schülerinnen und Schüler begehrter machen und mehr Menschen in die Stadt bringen«, hieß es in der Präsentation.

Mehr überregionale Werbung forderte die Arbeitsgruppe »Museen« für bestehende Einrichtungen wie Wetterau-Museum und Judenbad. Ferner plädierte die Gruppe für die Einrichtung eines Elvis-Museums und eines weiteren Museums mit den Schwerpunkten Zweiter Weltkrieg und Leben in der Kaserne.

Fußgängerzone in Teilzeit

Zum Teil völlig neue Ideen hat die Gruppe »Verkehr in Friedberg« entwickelt. Für die Kaiserstraße können sich die vier Schülerinnen eine »Teilzeit-Fußgängerzone« - montags bis samstags von 13 bis 17 Uhr - sowie eine Einbahnstraßenregelung in Richtung Burg vorstellen. »Die Parkplätze müssen weg, die Straße schmaler und die Fußwege breiter werden«, forderte die Gruppe, die auch ein Konzept für die Umleitung des Hauptverkehrs erarbeitet hatte. Ferner wurde für einen Ausbau der Tiefgarage am Europaplatz plädiert. Mehr Werbung für den Wochenmarkt forderten Kyran und Konrad, die sich »musikalische Begleitung« ebenso vorstellen können, wie mehr Essensstände mit Sitzmöglichkeiten.

Mit einer möglichen Nutzung von Leerständen auf der Kaiserstraße beschäftigte sich eine weitere Arbeitsgruppe, die sich mit Moritz Herrmann, dem Vorsitzenden des Volksbildungsvereins »Kultur auf der Spur« in Verbindung gesetzt hatte. Alice, Minna und Sina begrüßten die Idee, leere Geschäftsräume für Kunstaktionen zu nutzen.

Weitere Vorschläge des Trios: eine Karaokebar, Einrichtung von Kinderbetreuung oder Leseräume in Zusammenarbeit mit der Bibliothek. »Es ist aber schwierig, unsere Ideen umzusetzen, da die meisten Hausbesitzer nicht aus Friedberg und kaum von einer Leerstandnutzung zu überzeugen sind«, gab das Trio zu bedenken.

Allgemeine »Ideen für Friedberg« entwickelten Joshua und Noah - wie einen Wanderweg rund um Friedberg, den Bau einer Lego-Brücke, ein Drohnen-Workshop oder den Einsatz von E-Scootern, wobei auch die bekannten Nachteile von Leihscootern, wie Wartung oder wildes Abstellen, erläutert wurden.

Volker Bunte sagte abschließend: »Wir haben festgestellt, dass Friedberg viel mehr aus sich machen könnte.«

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