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Ein Blick ins noch nicht möblierte neue Foyer an der Ostseite des Theaters Altes Hallenbad. Es wird bald für kleinere Veranstaltungen genutzt werden können und ermöglicht durch zusätzliche Türen und Fluchtwege Veranstaltungen mit mehr als 300 Besuchern im ehemaligen Schwimmsaal.

Vom Brausebad zum Theaterfoyer

  • Gabriele Krämer
    VonGabriele Krämer
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Friedberg (pm). Es gibt etwas zu feiern: Das Theater Altes Hallenbad ist beim Umbau in ein Kulturhaus ein großes Stück vorangekommen. Der ehemalige »Warteraum der Männer« und der Trakt für Dusch- und Wannenbäder an der Ostseite des Gebäudes wurden in ein großes Theaterfoyer und in eine Theaterbar umgewandelt. Nur die reguläre Beleuchtung, die Bodenfliesen und die Theke fehlen noch - sie werden in den nächsten Wochen installiert.

Mit einem coronagerechten Empfang zeigte die gemeinnützige Gesellschaft der Freunde des Theaters Altes Hallenbad kürzlich dem Förderkreis und den eigenen Aktiven, was in den letzten Monaten an der Haagstraße alles entstanden ist.

Dem Gesellschafts-Vorsitzende Uli Lang sah man die Erleichterung über die Vollendung dieses Bauabschnitts deutlich an: »Uns ist eine ästhetische Hinwendung zum Ursprung des Bades vom Jahr 1909 gelungen. Das große Foyer macht das Theater noch viel besser nutzbar. Ohne die finanzielle Förderung von Bund und Land wären wir längst noch nicht so weit.«

Mehr als eine halbe Million Euro kosteten diese Umbau-Arbeiten. Sie waren schon deshalb notwendig, weil die Brandschutzvorschriften mehr und breitere Türen zum Saal vorschreiben, wenn dort 300 Menschen bei Konzerten, Lesungen, Festen oder Theaterabenden zusammenkommen. Momentan dürfen wegen der nötigen Corona-Abstände nur 70 Menschen im ehemaligen Schwimmsaal sitzen. Trotzdem plant die Kultur-AG bis in den September 25 Veranstaltungen.

Große Terrasse geplant

Auch das geht nur mit staatlichen Finanzhilfen. Was alles geplant ist, zeigt das »Kulturtaucher«-Plakat bald an vielen öffentlichen Orten in Friedberg oder auf der Homepage.

Während des Lockdowns der letzten Monate waren die Handwerker im Ostflügel fleißig. Sie entkernten den seit vier Jahrzehnten als Rumpelkammer genutzten Trakt, verlegten Leitungen und brachen die 1964 installierten Glasbausteine aus der Fassade. Nun sind dort wieder 19 Fenster nach altem Vorbild, die das über die Ostseite reichende Foyer mit Tageslicht fluten. Der alte Fußboden wurde der Statik wegen abgerissen und neu gegossen, die Decke mit Stahlträgern verstärkt.

Denn über dem Foyer wird eine große Terrasse hergerichtet, auf der das Theaterpublikum bei gutem Wetter ab der Saison 2024 in den Pausen flanieren kann.

Das neue Foyer hat vier Öffnungen zum Saal: Eine führt zum künftigen Fahrstuhl, der das Kulturhaus im nächsten Bauabschnitt barrierefrei macht. Daneben gibt es zwei breite Portale in den ehemaligen Schwimmsaal. Die vierte Tür ist der Fluchtweg, um im Notfall über das neue Foyer und eine Rampe schnell alle Menschen in den Hof leiten zu können. Aus dem bisherigen Foyer führen zwei offene Durchgänge in das neue Foyer und weiter in die neue Theaterbar an der Nordostecke des Hauses, die noch im Juni eine Theke bekommen soll.

Durch die erneuerten Fenster in diesem Raum kann man die etwa hundert Meter entfernte Stadtkirche sehen.

Mehr Fenster und Bistro im Ostflügel

Die Räume hätten die ehrenamtlich tätigen Theaterfreunde aus eigenen Mitteln nicht herrichten können, sagt Vorsitzender Lang. Die Eigenmittel hätten für die Planung, für die neue Heizung, die Putz- und Estricharbeiten gereicht. Der jetzt fertige Bauabschnitt wurde aus Denkmalschutz-Geldern des Bundes und des Landes finanziert. Auch von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz kam Geld.

Ende Juni sollen die letzten Arbeiten im neuen Foyer und in der Bar abgeschlossen sein. Das Foyer kann danach grundsätzlich auch für kleinere Veranstaltungen genutzt werden. Im Juli beginnt dann der letzte Bauabschnitt. Er sieht zum Beispiel die Sanierung der Galerie und den Einbau weiterer großer Fenster im Saal vor, außerdem Seminarräume und die Installationen für ein Bistro im Ostflügel unter dem neuen Foyer. Wesentlich mitbezahlt wird das vom Bund und von der Stadt Friedberg. »Bis Silvester 2023 wollen und müssen wir mit allem fertig werden«, sagt Lang.

Uli Lang Gesellschaftsvorsitzender
Die Tür zum ehemaligen »Warteraum der Männer« (l.) wurde wieder geöffnet. Dahinter wird die Theaterbar sein.

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