Welche Möglichkeiten bieten digitale Technologien älteren Menschen? Eine Frage, mit der sich auch die Altenhilfeplanung des Landkreises auseinandersetzt.	FOTO: DPA
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Welche Möglichkeiten bieten digitale Technologien älteren Menschen? Eine Frage, mit der sich auch die Altenhilfeplanung des Landkreises auseinandersetzt. FOTO: DPA

Virtuelle Tür zur Außenwelt

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Wetteraukreis (prw). Vor einiger Zeit hat der Wetteraukreis Tablets an stationäre Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen als »digitale Luftbrücke« verteilt, damit die Bewohner in Zeiten der außergewöhnlichen Herausforderungen dennoch ihre sozialen Kontakte pflegen können.

Damit die Tablets zum Einsatz kommen und die Hilfe, die Digitalisierung bieten kann, genutzt wird, stellt der Kreis nun zusammen mit der Volkshochschule Wetterau (VHS) und der Altenhilfeplanung verschiedene Unterstützungsmöglichkeiten vor.

Für viele schon selbstverständlich

Bereits im August verteilte Sozialdezernentin Stephanie Becker-Bösch zusammen mit der Fachstelle Leben im Alter Tablets an stationäre Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen. Die Geräte wurden dem Kreis von der hessischen Landesregierung zur Verfügung gestellt. »Die Nutzung der Tablets kann einen entscheidenden Impuls setzen, um Menschen in stationären Einrichtungen über die ›virtuelle Tür‹ den Weg zu Familie und Freunden über zeitliche und räumliche Distanz hinweg zu ermöglichen und Teilhabe zu leben«, sagte Becker-Bösch.

Des Weiteren böten sich die Anwendungen (Apps) auf den Tablets an, um zum Beispiel das Gedächtnis zu trainieren und Impressionen wie Musik, Bilder, Filme und anderes aus der Vergangenheit medial lebendig werden zu lassen.

»Wir müssen allerdings einen Schritt weiter gehen und auch Unterstützungsangebote für die Nutzung der Tablets geben. Im Hinblick auf Digitalisierung und das Leben im Alter werden neben Bildungsprojekten die Handlungsfelder Wohnen, Mobilität, Gesundheit, Pflege und das Leben im Sozialraum an Bedeutung gewinnen«, sagen Landrat Jan Weckler und Becker-Bösch.

Digitalisierung sei eine der zentrale n aktuellen Entwicklungen. Für die meisten Menschen, auch für viele Ältere, sei es zu einem selbstverständlichen Teil ihres Alltags geworden, immer wieder neue digitale Technologien kennenzulernen und zu nutzen.

Auch die Altenhilfeplanung des Wetteraukreises setzt sich mit Fragen der Digitalisierung im Alter auseinan der: Welche Möglichkeiten bieten digitale Technologien älteren Menschen? Wo spielen sie in deren Leben bereits eine wichtige Rolle? Wie verändert sich das Leben im Alter durch die Verbreitung digitaler Technologien? Wie können die Möglichkeiten der Digitalisierung genutzt werden, um länger aktiv und selbstbestimmt an der Gesellschaft teilzuhaben? Hier arbeitet die Altenhilfeplanung des Wetteraukreises mit unterschiedlichen Akteuren zusammen. Auch die VHS Wetterau hat sich mit dem Thema befasst und ein spezielles Schulungsangebot entwickelt.

Die Unterstützungsangebote im Bereich der Nutzung der Tablets werden von der VHS und der Altenhilfeplanung in zwei Schritten vorgesehen: Zum einen sollen Betreuungskräfte der Altenpflegeheime durch Kursleiter der VHS geschult werden. Zum anderen sind generationsübergreifende Bildungsprojekte geplant: Schüler ab dem Jugendalter zeigen Senioren in der Pflegeeinrichtung auf einer niedrigschwelligen, geselligen Ebene die Grundlagen von Social Media (E-Mail, WhatsApp, Skype). Eine Schulung für die Jugendlichen (Datenschutz, Werbung, Aufforderungen, technische Störungen, Besonderheiten und ähnliches) wird vorab und begleitend von der VHS durchgeführt.

Der zweite Schritt, der auf einen Austausch zwischen den Generationen ausgelegt ist, ist aufgrund von Corona zurzeit nicht machbar. Die Altenpflegeheime beschränken Besuche auf die notwendigsten Kontakte. Ein geselliger Austausch von Jugendlichen und Senioren in den Pflegeheimen wird daher erst zu einem späteren Zeitpunkt möglich sein.

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