Virtuell durch die Notaufnahme

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Friedberg(pm). Kaum eine andere Berufsgruppe steht seit Corona mehr im Fokus: Menschen, die in Medizin, Pharmazie, Pflege oder Gesundheit arbeiten, werden dringend gebraucht. Wie der Alltag in diesen Jobs mit Zukunft aussieht, was man dafür mitbringen sollte und welche Möglichkeiten sich in diesem Berufsbereich bieten, erlebten 19 Schülerinnen und Schüler beim virtuellen hessischen Gesundheitscamp am Standort Wiesbaden und Limburg-Weilburg. Eine von ihnen war Nathalie Rotter aus Friedberg, Schülerin der Henry-Benrath-Schule.

"Mir macht es Spaß, anderen Menschen zu helfen. Weil ich mich für Berufe in Gesundheit und Pflege interessiere, habe ich beim hessischen Gesundheitscamp mitgemacht", sagt Rotter.

In diesem Jahr wurden coronabedingt zwei Camps in einem virtuellen Format angeboten.

Die Schülerinnen und Schüler im Alter von 14 bis 16 Jahren erhielten Einblicke in das Krankenhausumfeld, in Pflege- oder Altenheim, Labor und Gesundheitsamt. Durch Live-Interviews am Bildschirm konnten sie viel über den Alltag des medizinischen Personals und der Pflegefachkräfte erfahren, circa 20 verschiedene Berufe praxisnah kennenlernen, kleine Laborexperimente vor dem Computer durchführen und ihre individuellen Fragen stellen. Die jeweils zweistündigen Workshops fanden zweimal pro Woche nachmittags über einen Zeitraum von acht Wochen statt.

Experimente per Video

Mit großem Engagement und teilweise extra gedrehtem Videomaterial hatten Provadis und die beteiligten Gesundheitseinrichtungen sowie die Berufsberaterinnen und Berufsberater der Agenturen die Workshops vorbereitet. In den Videos des Klinikums lernten die Teilnehmer die Ausbildungsmöglichkeiten der Pflegeschule kennen und wurden virtuell mitgenommen auf einen Rundgang durch die Notaufnahme, wo sämtliche Berufsgruppen aufeinandertreffen. Auch zwei Kolleginnen aus der Röntgenabteilung informierten über Berufe in ihrem Bereich. Im Anschluss beantworteten alle Klinikvertreter die Fragen der Teilnehmer. "Ausbildung und Nachwuchsförderung liegt uns am Herzen, deshalb haben wir uns sehr gerne für dieses Orientierungsprojekt eingesetzt", betont Dr. Nico Sartory, Leiter der Notaufnahme in den Helios-Dr.-Horst-Schmidt-Kliniken. Die Pandemie habe die Notwendigkeit, die Ausbildung in diesen Berufen attraktiver zu machen, sogar noch stärker in den Fokus gerückt. An Fallbeispielen lernten die Teilnehmer, welche Qualifikation man für einen Pflegeberuf mitbringen sollte, und im Video wurde ihnen erklärt, was man unter der Generalistik in der Pflege versteht: Die gemeinsame Ausbildung von Krankenpflege, Altenpflege und Kinderkrankenpflege. "Durch Corona erscheinen die Pflegeberufe oft in einem negativen Licht. Ich würde mir wünschen, dass in der Öffentlichkeit noch mehr die positiven Seiten gesehen werden", sagt Stefanie Baytz. "

Highlights des Camps waren auch zwei Chemie-Workshops mit kleinen praxisnahen analytischen Experimenten wie das Bestimmen von pH-Werten oder einer Laktoseintoleranz. Das Material dafür wurde den Teilnehmern im Vorfeld zugeschickt. Das neue virtuelle Konzept des hessischen Gesundheitscamps ist bei den Schülern gut angekommen. "Die Workshops haben viel Spaß gemacht. Wir konnten viele unterschiedliche Bereiche kennenlernen. Dass das trotz Corona möglich war, finde ich toll", sagt die 16-jährige Nathalie Rotter. Jetzt kann sie sich noch besser vorstellen, später einen Beruf in diesem Bereich zu ergreifen.

Die virtuelle Umsetzung erforderte einen besonderen Einsatz der Beteiligten: "Ich bedanke mich bei den Fördergeldgebern, die den Teilnehmenden auch in einer so schwierigen Ausgangslage weiterhin die Möglichkeit gegeben haben, Berufsorientierung live zu erfahren. Ein großer Dank geht auch an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Unternehmen, die uns trotz immenser Belastungen aktiv und mit großem Engagement bei der Durchführung der Bausteine unterstützt haben", sagt Projektleiter Georg Dinca.

Weitere Informationen unter www.gesundheitscampshessen.de.

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