+

Vielfalt auf hohem Niveau

  • vonHarald Schuchardt
    schließen

Friedberg(har). Spricht jemand von "Zoom", so verbinden die meisten Menschen das Wort mit der Fotografie. Kleine Details rücken dank dem Zoom-Objektiv oft in den Mittelpunkt. Das kann jedoch auch in der Kunst der Fall sein. Eindrucksvoll wird dies in der aktuellen Ausstellung der künstlerisch tätigen Mitglieder des Kunstvereins Friedberg aufgezeigt.

38 Kunstvereinsmitglieder haben sich dem vorgegebenen Thema "Zoom" gestellt und für das Ausstellungsprojekt 66 Arbeiten zur Verfügung gestellt. Eröffnet wurde die Ausstellung am Freitagabend, jedoch nicht - wie gewohnt - mit nur einer Vernissage.

Eine etwas andere Vernissage

Nach den eingegangenen Anmeldungen wurden sieben Zeitfenster geschaffen, in denen jeweils zehn Personen die Möglichkeit hatten, die Ausstellung eine halbe Stunde lang zu besuchen. Kurz gestalteten daher Kunstvereinsvorsitzender Joachim Albert und Kurator Yves Langsdorf Begrüßung und Einführung.

"Wir wollen, dass sie alle wieder sicher nach Hause kommen", begründete Albert die coronabedingte etwas andere Ausstellungseröffnung und freute sich gleichzeitig über "viele spannende Arbeiten", die jedoch nicht nur von Kunstvereinsmitgliedern stammen.

Eine Wahl steht an

Erst mal haben Augustinerschüler Werke angefertigt, von denen acht gezeigt werden. Die Augustinerschule ist seit zehn Jahren förderndes Mitglied im Kunstverein. Noch eine zweite Neuerung konnte Albert vermelden. Erstmals können die Besucher das schönste Kunstwerk wählen. Auf die drei Erstplatzierten warten Geldpreise, die von "König plus" zur Verfügung gestellt wurden.

"Wir suchen immer ein Thema mit einer großen Bandbreite für unsere Mitglieder, die überwiegend in ihrer Freizeit, aber auch hauptberuflich künstlerisch tätig sind," sagte Kurator Yves Langsdorf, der im Vorstand für den Bereich der künstlerisch tätigen Mitglieder zuständig ist. Dies ist in diesem Jahr rundum gelungen, denn "es gab mehr Lösungsansätze, als wir erwartet haben." Das zeigt alleine die Vielfalt der angewandten Techniken. Neben der klassischen Malerei in Öl oder Acryl sind in der Ausstellung Zeichnungen und Grafiken ebenso zu sehen wie eine Karikatur, Assemblagen, Collagen und Skulpturen. Einige Fotografien, vier Videos und Graffiti ergänzen das künstlerische Angebot.

Langsdorf fasst das so zusammen: "Es erwartet Sie ein spannender Rundgang durch viele Kunstgattungen." Dass dem so ist, spiegelte sich in den Kommentaren der Besucher wider. "Das ist eine hervorragende Präsentation", meinte eine Friedbergerin und ein anderer Besucher brachte es kurz auf den Punkt: "Hohes Niveau und unglaublich vielfältig."

Dazu trägt auch Dr. Shadi Ganz bei, die zusammen mit Ehemann Herwig nach vielen Jahren im Ausland seit einem Jahr im Hofgut Wickstadt lebt und kürzlich in den Kunstverein eingetreten ist. Ihre beiden Arbeiten "Marathalli Bridge I und II" entstanden am Ende eines 10-jährigen Aufenthalts im indischen Bangalore.

Burkhard Bott hat mit "Mondfinsternis in Mexiko" eine Holz-Metall-Collage geschaffen, in dem er einen Zoom-Prozess künstlerisch aufgearbeitet hat. Da lohnt es sich genauer hinzuschauen, was jedoch für nahezu alle gezeigten Werke gilt.

Das größte Werk in der Ausstellung ist ein Laserdruck auf Spanplatte von Simon Kneipp, Mitglied der Bingenheimer Künstlergruppe "Projektraum Sechs Eins." "Wir hatten bedenken, ob wir es unterbringen, doch es hat alles geklappt", freut sich Kurator Langsdorf.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare