Peter Schubert überreicht Susanne Domnick einen alten Kirchenschlüssel in einem von ihm gestalteten Kästchen. Domnick bleibt dem Förderverein als Beisitzerin erhalten. FOTO: GK
+
Peter Schubert überreicht Susanne Domnick einen alten Kirchenschlüssel in einem von ihm gestalteten Kästchen. Domnick bleibt dem Förderverein als Beisitzerin erhalten. FOTO: GK

"Vielfältige Spuren hinterlassen"

  • vonGerhard Kollmer
    schließen

Friedberg(gk). Es ist keine der üblichen Jahresmitgliederversammlungen des Fördervereins Stadtkirche Friedberg gewesen: Bei der Zusammenkunft am Samstag im Kirchenschiff wurde Susanne Domnick, ehemalige Pfarrerin der Stadtkirche, als Förderverein-Vorsitzende verabschiedet. 18 Jahre lang hatte sie diesen Posten innegehabt.

Nach dem Rechenschaftsbericht über ihre letzte Amtsperiode, der auch Probleme mit dem nicht mehr begehbaren Dachboden der Kirche und mit Wassereinbrüchen beinhaltete, dankte Domnick den 83 Vereinsmitgliedern für das ihr entgegengebrachte langjährige Vertrauen. "Die Kirche braucht Menschen, die ihr dienen. Das tun wir." Sie betrachte den Förderverein als für den Zustand der Kirche verantwortlichen Impulsgeber. Im Falle ihrer Wahl werde sie dem Verein als Beisitzerin gerne weiterhin angehören. Domnick wurde dann auch zur Beisitzerin gewählt.

"Ich mag diese Kirche als Dokument des Bürgersinns. Noch immer ist sie das nicht nur architektonisch überragende Bauwerk der Stadt und wird es bleiben", hob Prof. Peter Schubert als bisheriger zweiter Vorsitzender des Fördervereins die - selbst über die Grenzen Deutschlands hinaus reichende - Bedeutung des fast 800 Jahre alten Bauwerks hervor.

Peter Schubert neuer Vorsitzender

"Wir haben eine leidenschaftlich Tätige verloren, die vielfältige Spuren hinterlassen hat", lobte Schubert Domnicks Wirken. Als zwei Beispiele nannte er die Initiierung von Kinderführungen und die Einberufung eines hochkarätigen wissenschaftlichen Beirats anlässlich der 700-Jahr-Feier der Chorweihe im Jahre 2006.

Domkantor Ulrich Seeger berichtete über den Stand der Renovierung der Stadtkirchenorgel. Die notwendigen Reparaturen und Ergänzungen - beispielsweise der Basspfeifen und von teilweise 250 Jahre alten Registern - werden voraussichtlich Ende 2021 abgeschlossen sein und 480 000 Euro kosten. Die vor acht Jahren gegründete Initiative "Wir ziehen alle Register" hat bis dato laut Seeger rund 250 000 Euro an Spenden und Zuschüssen eingebracht - unter anderem vom Förderverein.

Aus den Neuwahlen gingen einstimmig Peter Schubert als Vorsitzender und Johannes Kögler, Leiter des Wetteraumuseums, als stellvertretender Vorsitzender hervor. Alle weiteren Amtsinhaber, darunter der in München wirkende Prof. Ernst Götz als bester Kenner der Stadtkirche und Hans-Helmut Hoos als Chronist der Friedberger jüdischen Gemeinde, wurden fast ausnahmslos einstimmig in ihren Funktionen bestätigt. Dieses Wahlergebnis sei die beste Voraussetzung für weiteres erfolgreiches Wirken, sagte Schubert als neuer Vorsitzender,

"Die Freude, dass du uns erhalten bleibst, ist groß" - mit diesen Worten des neuen an die bisherige Vorsitzende und der Überreichung eines von Schubert künstlerisch gestalteten Kästchens mit einem alten Kirchenschlüssel endete die Mitgliederversammlung.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare