Auch die begutachteten jungen Steinkäuze sind mobil und gut genährt.	FOTOS- PM
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Auch die begutachteten jungen Steinkäuze sind mobil und gut genährt. FOTOS- PM

Viele Mäuse für ein gutes Jahr

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Friedberg (pm). Wer mit offenen Augen durch die Landschaft geht, kann bei genauem Betrachten feststellen: Es gibt viele Spuren von Mäusen. Auch in den Hausgärten tummeln sie sich in Scharen. Was Menschen als besonders unangenehm ansehen, kann für andere ein Segen sein. Denn Mäuse stellen ein wichtiges Glied in der Nahrungskette dar. Für Greifvögel, Eulen und Steinkäuze sind sie sogar der wichtigste Teil der Nahrung, und diese Vögel finden in den letzten Jahren offensichtlich eine ausreichende Menge davon.

Waldohreulen in Wohngebieten

Ein Blick in die Luft zeigt es auch in Friedberg: Mäusebussarde und Turmfalken sind häufig zu beobachten. Aber auch Rot- und Schwarzmilane lassen sich immer wieder blicken. Bereits dies lässt nach Angaben des NABU Friedberg darauf schließen, dass die Nahrungsgrundlage für die erwachsenen Tiere und ihren Nachwuchs gut ist.

»Ein ähnliches Bild vermitteln auch Eulen und die kleinen Steinkäuze. So konnten wir bereits bei unserer Exkursion ins Reich der Steinkäuze, die noch vor den Beschränkungen durch die Corona-Pandemie erfolgte, vier bis fünf Steinkauzreviere alleine auf dem Dorheimer Wingert feststellen. Üblicherweise trägt dieses Areal zwei bis drei Brutpaare«, schreibt der NABU in einer Pressemitteilung. »Zusätzlich konnten damals auch Rufe der Waldohreulen, die mit den kleinen Puscheln am Kopf wie eine kleine Ausgabe eines Uhus aussehen, vernommen werden. Wie uns verschiedene Anrufer aus ganz Friedberg berichten, wurden Waldohreulen selbst in den Wohngebieten Friedbergs gesichtet, ein Zeichen für ausreichende Nahrung.«

Brut-Erfolg im alten Trafoturm

Alle diese Beobachtungen seien kürzlich bei einer Nistkastenkontrolle bestätigt worden. Alleine bei vier stichprobenartigen Überprüfungen an Steinkauzröhren in Dorheim habe man zwölf Jungtiere sowie drei Eier vorgefunden, die noch bebrütet würden. Auch der Bruterfolg der Schleiereulen mit fünf Jungtieren ohne Verluste im alten Dorheimer Trafoturm zeige, dass es ausreichend Nahrung für die eifrigen Jäger gebe. Ruth Müller, die die Nistkastenkontrollen durch den Diplom-Biologen Gerd Bauschmann begleitet hat, sagt: »Für das gute Mäusejahr können wir natürlich nichts. Aber die konsequente Arbeit mit der Schaffung der entsprechenden Jagd- und Lebensräume sowie der Bereitstellung von Quartieren, das ist das Ergebnis der inzwischen über 40-jährigen Arbeit des NABU Friedberg.« Übrigens profitieren nach Angaben der Naturschützer auch der Weißstorch sowie Grau- und Silberreiher von der Vielzahl der Mäuse. Alle zusammen bildeten die beste »ökologische Mäusebekämpfungstruppe«, besser und gesünder für die Natur als jeder Gifteinsatz.

Weitere Infos zur Arbeit des NABU Friedberg gibt es auf der Internetseite www.NABU-Friedberg.de.

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