Kunden kommen zurzeit viele, aber es gibt kaum Umsatz. Das war ein Thema, das die SPD-Vertreter Dr. Klaus-Dieter Rack (l.), Evelyn Weiß und Jürgen Volz mit Inhaber Bernd Baier (2. v. l.) besprochen haben.	FOTO: PM
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Kunden kommen zurzeit viele, aber es gibt kaum Umsatz. Das war ein Thema, das die SPD-Vertreter Dr. Klaus-Dieter Rack (l.), Evelyn Weiß und Jürgen Volz mit Inhaber Bernd Baier (2. v. l.) besprochen haben. FOTO: PM

Viele Kunden, aber keine Einnahmen

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Friedberg (pm). 2020 besteht der Ticket-Shop Friedberg seit 25 Jahren - zuerst in der Haagstraße, seit 2004 im Gebäude der früheren Burgstuben. Inhaber Bernd Baier informierte Mitglieder der SPD Friedberg - Evelyn Weiß, Jürgen Volz und Dr. Klaus-Dieter Rack - anlässlich eines Info-Gesprächs über die Historie des Ladens. Die erste verkaufte Eintrittskarte, erinnert sich Baier, war für ein Konzert der Operndiva Montserrat Caballé.

Der Ticket-Shop wird laut Baier von der Kundschaft gut angenommen. Hier können sich Kunden über Veranstaltungen informieren und Karten erwerben, auch für Museen und Sportevents. Für das Theater Altes Hallenbad und die Volksbühne ist der Ticket-Shop Vorverkaufsstelle. Die regionale Zusammenarbeit mit anderen Wetterauer Veranstaltern besteht seit vielen Jahren.

»Wegen der Corona-Krise fiel die Jubiläumsfeier leider aus, unser Geschäft musste wie andere Unternehmen in der Stadt zwei Monate geschlossen bleiben«, stellt Baier mit Wehmut fest. Seit Mitte Mai ist der Shop für vier Stunden geöffnet (Montag bis Freitag 14 bis 18, Samstag 10 bis 14 Uhr). Nach Angaben des Inhabers kommen mehr Kunden als je zuvor. Allerdings geht es darum, Tickets zurückgeben oder um die Frage, ob die Karten ihre Gültigkeit behalten. Der Shop versucht mit den Veranstaltern Rückzahlungen zu erwirken oder zumindest eine Gutschein-Regelung zu erreichen. Ein Bemühen, das den Beschäftigten des Shops viel Aufwand und den Kunden Geduld abverlangt.

Baier bescheinigt seiner Kundschaft ein großes Kulturinteresse. »Das Ausweichen auf Internet und Autokino ist auf Sicht kein Ausgleich für entgangene Live-Events«, sagt er. Auf der anderen Seite warteten Künstler darauf, endlich wieder ihr Können zu zeigen - und Gagen zur Sicherung ihrer Existenz zu bekommen.

Beim Ticket-Shop fließt aktuell so gut wie nichts in die Kasse. Baier dankt deshalb allen Kunden, die auf Rückzahlung des Kartenpreises zugunsten des Ticket-Shops verzichten oder unbegrenzt gültige Gutscheine für Veranstaltungen in der Zukunft erwerben. Bernd Baier und sein Team, darunter einige Familienmitglieder, wollen ihre Dienstleistungen weiter verbessern. So wurde in der Zeit der Geschäftsschließung eine neue Homepage eingerichtet. Somit kann der Kartenverkauf, dessen Neustart Baiers Team bald erhofft, auch regional angeboten werden. Das neue System wurde bereits bei Veranstaltungen im Rathauspark und für das Theater Altes Hallenbad eingesetzt.

Engagement für Ausbildung

Der Inhaber hat für seine Beschäftigten Kurzarbeit angemeldet, bildet weiterhin aus und hofft, im Herbst eine weitere Auszubildende einstellen zu können. Jungen Menschen Ausbildung zu gewähren, bereits zehn sind die Ausbildung durchlaufen, ist ihm ein wichtiges Anliegen. Mit einer Ausbildung wird unter anderem einer Migrantin aus Äthiopien geholfen, in Deutschland bleiben zu können.

Die Corona-Zeit wurde auch genutzt, um eine »Nachhaltigkeitsecke« für Fair Trade und Naturprodukte zu planen, die im Herbst eingerichtet wird. Bernd Baier und sein Team lassen den Kopf nicht hängen - diesen Eindruck gewann die SPD-Delegation, sondern gingen mit neuen Plänen nach vorne und versuchten, die Corona-Krise zu überwinden.

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