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Viel Wind um den Wind

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Das Friedberger Parlament stimmt einem Vorranggebiet für Windkraftanlagen in Bruchenbrücken zu. Am Winterstein sollen aber keine Windräder gebaut werden.

Eigentlich war klar, dass die Stadt den Bau von Windrädern am Winterstein ablehnen und zumindest ziemlich sicher, dass sie dem Vorranggebiet Bruchenbrücken zustimmen wird. Trotzdem haben sich die Stadtverordneten in ihrer Sitzung am Donnerstag eine hitzige Debatte um das Thema geliefert. Eine geschlagene Stunde lang hat das gedauert.

Der Magistrat hatte sich wie nahezu alle Taunusgemeinden für eine Freihaltung des Taunus von Windrädern ausgesprochen. Die Magistratsmitglieder beschlossen, den "Sachlichen Teilplan erneuerbare Energien" hinsichtlich des Vorranggebietes "7805 Winterstein" abzulehnen und einem Vorranggebiet in Bruchenbrücken zuzustimmen. Dieser Beschlussvorlage hat die Stadtverordnetenversammlung nun mehrheitlich zugestimmt.

Warum ein Vorranggebiet für den Bau von Windrädern abgelehnt und einem anderen zugestimmt wird, versteht Achim Güssgen-Ackva (FDP) nicht: "Man könnte Bruchenbrücken mit den selben Argumenten ablehnen." Dort werde wertvolles Ackerland verbaut, die Fundamente für die Windräder gingen sogar noch tiefer als an anderen Stellen. "Das ist eine schwere ökologische Zerstörungsaktion."

Dr. Klaus-Dieter Rack (SPD) erklärte, seine Fraktion erteile dem Vorranggebiet in Bruchenbrücken unter anderem deshalb seine Zustimmung, weil ausreichend Abstand zu den Wohnhäusern eingehalten werde. So muss die rund 12 Hektar große Fläche einen Schutzabstand von 600 Metern zum "Görbelheimer Grund" haben. Zum vorgeworfenen landwirtschaftlichen Nutzflächenverbrauch sagte er, von dem Mais und Getreide, das dort wachse, werde beim Bau von Windrädern sicher einiges zusammengestampft, das in den Folgejahren aber sofort wieder bis an den Rand wachsen könne.

Keller appelliert an Heimatbild

Dass man das Vorranggebiet am Winterstein ablehne, bedeute nicht, dass man gegen Windräder sei, sagt Bürgermeister Michael Keller (SPD). "Was mich aber bekümmert, ist die Frage: Was wollen wir auf Dauer in der Wetterau haben?" Man müsse sich überlegen, ob man nicht auch Flächen haben wolle, die in sich ruhten. Keller: "Für mich hat das was mit Heimat zu tun."

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