Zankapfel: Das Kögler-Logistikzentrum in Dorheim. Die Stadt will den B-Plan ändern, damit die aktuelle Nutzung des Geländes, auf dem früher ein Getränkehersteller heimisch war, weiterlaufen kann. Die Grünen lehnen das ab. FOTO: NICI MERZ
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Zankapfel: Das Kögler-Logistikzentrum in Dorheim. Die Stadt will den B-Plan ändern, damit die aktuelle Nutzung des Geländes, auf dem früher ein Getränkehersteller heimisch war, weiterlaufen kann. Die Grünen lehnen das ab. FOTO: NICI MERZ

FDP verteidigt Autohäuser gegen Grüne

  • vonred Redaktion
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Friedberg(pm). Der Kampf vieler Grüner gegen das Auto und alles, was mit diesem zu tun habe, nehme "immer mehr Züge eines Kreuzzugs an", schreibt Achim Güssgen-Ackva, Fraktionsvorsitzender der Friedberger FDP, in einer Pressemitteilung. Anlass ist die Kritik der Grünen an einem Autolager in Dorheim. "Es ist weder moralisch verwerflich noch kriminell, Autos zu besitzen, zu fahren, zu verkaufen und zwischenzulagern. Die Automobilindustrie mit all ihren zugehörenden Gewerben wie Verkauf und Reparatur ist Teil unserer Wirtschaft."

Dies habe vor allem in der Vergangenheit zu einem signifikanten Anteil am Gewerbesteueraufkommen in Friedberg beigetragen, schreibt Güssgen-Ackva. Wer das Kfz-Gewerbe vergraule, dürfe sich nicht wundern, wenn dann die Grundsteuern erhöht werden, um die vielfältigen Aufgaben der Stadt etwa bei der Kinderbetreuung finanzieren zu können. Es sei ein großer Fehler der Stadt gewesen, dass man sich nicht nachdrücklich für den Verbleib von Ford Kögler - ehemals einer der größten Gewerbesteuerzahler und Arbeitgeber in Friedberg - eingesetzt habe. Auch KIA Kögler sei nicht mehr mit Hauptsitz in Friedberg ansässig.

Wer soll sich dort noch ansiedeln?

"Die Grünen in Friedberg zeigen sich mit den Vorschlägen zum Bebauungsplan für das ehemalige Brunnengelände in Dorheim einmal mehr nicht nur als wirtschaftsfeindliche, sondern auch als wirtschaftsunkundige Partei", stellt Dr. Markus A. Schmidt, stellvertretender Vorsitzender der FDP Friedberg, fest. "Welches Kleingewerbe sich auf einer Freifläche mal eben ansiedeln soll, bleibt ein Geheimnis der Grünen. Und wer eine andere Bebauung der versiegelten Fläche finanzieren soll, ebenso. Es war im Übrigen die FDP, die sich zuerst deutlich gegen die Flächenversiegelung für eine Kindertagesstätte in der Taunusstraße ausgesprochen hat." Es sei schon "mehr als dreist", dass die Grünen dies für sich reklamieren", kommentiert der FDP-Kommunalpolitiker Helge Müller.

Für Güssgen-Ackva steht fest: "Naturschutz und Wirtschaft funktionieren nur Hand in Hand, ohne dass man einzelne Bereiche geradezu kriminalisiert." Die FDP setzte sich stattdessen für eine "vernunftbasierte Weiterentwicklung" der regionalen Wirtschaft ein, die sich an den realistischen Möglichen orientiere. "Wir engagieren uns dafür, dass sich auch künftig niemand schämen muss oder an den Pranger gestellt wird, wenn man das private Auto benutzt."

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