Die A-cappella-Gruppe "Takt9" begeistert die Besucher des Heringsessens. 	FOTOS: LOD
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Die A-cappella-Gruppe »Takt9« begeistert die Besucher des Heringsessens. FOTOS: LOD

Verse, Fisch und Fröhlichkeit

  • vonHarald Schuchardt
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Friedberg (har). Das Heringsessen am Aschermittwoch beim Skiclub Friedberg (SCF) hat eine lange Tradition. Wie beliebt die inzwischen einzige Heringsvernichtung in der Kernstadt ist, zeigte sich an dem einmal mehr voll besetzten Saal im vereinseigenen Heim auf der Seewiese. Voll besetzt war auch das Tagungszimmer des Skiclubs, wo sich traditionell einige Mitglieder der Katholischen Vereinigung Schwarze sieben treffen, um hier, abseits des Trubels, die Heringe zu genießen.

Die Anwesenheit der Karnevalisten hatte SCF-Vorsitzender Stephan Adam dazu inspiriert, nach seiner kurzen Begrüßung nicht das traditionelle »Kartoffel Marsch« zu verkünden. »Bei den Sitzungen heißt es immer: ›Ich gebe die Zugabe frei‹. Und ich sage heute: ›Ich gebe die Beilage frei.‹«

Schnell waren die Pellkartoffeln verteilt, der Heringssalat stand schon auf den Tischen. Diesen hatte die bewährte »Skiclub-Schnippeltruppe« am Fastnachtsdienstag aus Heringsfilets, Äpfeln, Zwiebeln und Gurken sowie süßer und saurer Sahne, Joghurt, Milch und einigen »streng geheimen Zutaten« hergestellt. Für »Nicht-Fisch-Esser« gab es Rippchen mit Kraut. Nachschub war reichlich vorhanden, sodass alle satt wurden. Ein Hering sei übriggeblieben, verkündete Adam nach dem Essen. Einmal mehr hielt Ex-SCF-Vorsitzender Dirk Pfannmüller die Heringsrede, in der er in Versform zunächst eine »Streichliste der besonderen Art« vortrug. Über 20 Feststellungen wie »Die Engländer bleiben in der EU«, »Die Kaiserstraße wird zur 30er-Zone« oder »Schnee in Hessen« wurden von Pfannmüller zusammen mit den Besuchern mit einem lauten »streiche« quittiert.

Nicht gestrichen wird jedoch das Heringsessen, das der »Lebende Hering« im zweiten Teil seiner Rede lobte: »Der Küchenmannschaft höchste Ehr gebührt, die geschält, gehackt, gerührt.« Nicht vergessen wurden »die fleißigen Bienen, die uns heute Abend mit Lächeln bedienen«, sowie die Sponsoren, die den Verein seit Jahren unterstützen.

Nach dem abschließenden dreifachen »Ski Heil« warteten alle auf den Überraschungsgast. In diesem Jahr waren dies fünf gestandene Sänger vom Gesangverein Harmonie aus Gründau.

»Takt 9« nennt sich die A-cappella-Gruppe, die mit »Ei Guude« die Besucher musikalisch begrüßte. Was folgte war eine 45-minütige Gesangsshow, die die Gäste zu Beifallsstürmen hinriss. Für den Lokalkolorit gab es zum Finale den »Jailhouse Rock« von Elvis in einer dynamischen A-capella-Version. Drei Zugaben folgten. Die Besucher konnten gar nicht genug von »Takt 9« bekommen. Schließlich verabschiedete sich das Quintett - ohne Anlage und mitten unter den Besuchern singend - mit dem »Sentimental Journey«.

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