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Die Ausflügler aus Dorheim erfahren auch, warum Königin Elisabeth II. jährlich Wein aus der Region um Frankfurt bekommt.

Vergorenes, um den Durst zu stillen

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Friedberg-Dorheim(pm). Die New Tones, der Chor der Sängergemeinschaft Dorheim, belohnte sich kürzlich nach dem gelungenen Musikfest mit einem Ausflug nach Frankfurt. Bei großer Hitze kamen alle pünktlich mit der S-Bahn an der Hauptwache an. Dort wurden sie von einem Guide des Freundeskreises "Liebenswertes Frankfurt" erwartet. Es ging am ältesten Frankfurter Parkhaus unterhalb der Katherinenkirche vorbei durch belebte Nebenstraßen in den Großen Hirschgraben zum Haus der Goethes. Dort wurden die aufmerksamen Zuhörer über das Familienleben, die Herkunft der Eltern, den Frankfurter Geldadel aufgeklärt, auch über die Faulheit des Sohnes und Jurastudenten Johann Wolfgang, der absolut nicht in die Fußstapfen seines Vaters treten wollte, auch nicht später in Wetzlar.

Es gibt in Frankfurt einige Bauwerke und ein gläsernes Lokal aus den 50er Jahren zu sehen. Aufbauten für den Ironman füllten den großen Platz vor dem Römer. Seinen Namen bekam das mittelalterliche Handelsgebäude, weil die italienischen Händler dort ihre Waren feil boten, im Volksmund die "Römer" genannt. Vorbei an der Paulskirche mit ihrer Historie der Deutschen Nationalversammlung von 1848, dem Versuch eine Einigung der kleinen Reichsgebiete zu erlangen. Es musste später neu verhandelt werden. Schon war die Gruppe weiter an der sogenannten Seufzerbrücke vorbei im Innenhof des Rathauses. Dort gab es zwei wunderschöne Mosaiken zu bewundern, die den Wein- beziehungsweise Apfelanbau in Frankfurt darstellten. Als die Reblaus von Frankreich kommend alles zunichte machte, wurde auf Apfelbäume umgestellt. Die königliche Regierung ordnete dies an, denn das Wasser der Frankfurter Brunnen war nicht hygienisch genug. Vergorenes musste her, um den Durst zu stillen. So wandelte sich Frankfurt vom Weinproduzenten zur Äppler-Hauptstadt. Seit langer Zeit bekommen die englischen Könige und heute Elisabeth II. jährlich Wein aus der Region um Frankfurt.

Abkühlung im Brunnen

Zurück über den ältesten deutschen Messeplatz, dem Römer ging es dann den Krönungsweg entlang durch die neu gestaltete Altstadt mit ihren 20 adaptierten Häusern, begleitet um 12 Uhr vom Glockengeläut zweier Kirchen. In den engen Gassen und unter der Schirn kam eine Gefühl von alter Zeit auf. Einige Hochradfahrer kreuzten den Weg und passten genau ins Bild. Ein Violinist brachte Vivaldi, in der nächsten Gasse spielte ein Drehorgelmann.

Der Geschichte des Revolutionärs Friedrich Stoltze unter seinem Denkmal wurde sehr interessiert gelauscht. Auch der Geschichte von Tante Melber, die ihrem kleinen Neffen Johann Wolfgang eine Insel der Ruhe war. Der Hunger führte die Gruppe dann in die Kleinmarkthalle, danach noch in eine Eisdiele. Die Fahrt im Ebbelwoi-Express wurde unterbrochen an einem modernen Brunnen, der vielen Abkühlung und Spaß bei dieser großen Hitze brachte.

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