Oswin Veith
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Ovag-Chefposten wird neu besetzt

Veith steht als Nachfolger von Schwarz bereit

  • Jürgen Wagner
    vonJürgen Wagner
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An der Spitze der Ovag steht ein Wechsel an. Auf den Vorstandsvorsitzenden Rainer Schwarz soll dem Vernehmen nach der CDU-Bundestagsabgeordnete Oswin Veith folgen.

Ovag-Vorstandsvorsitzender Rainer Schwarz wird das Unternehmen am 31. Dezember 2019 verlassen. Ein Nachfolger ist offenbar gefunden: Nach WZ-Informationen soll der CDU-Bundestagsabgeordnete Oswin Veith (58) aus Bad Nauheim an die Spitze des kommunalen Versorgungsunternehmens wechseln. Die Schwarz-Nachfolge ist heute Abend Thema im Aufsichtsrat. In der Wetterauer CDU wird die Personalie nicht von allen begrüßt. Von "Mauscheleien" und "Hauruck-Entscheidungen" ist die Rede.

Aufsichtsräte tagen hinter verschlossenen Türen. Sind unterschiedliche Interessen im Spiel, dringt schon mal etwas nach Außen. Soviel steht fest: Oswin Veith hat sich um die Nachfolge von Rainer Schwarz beworben. Die Entscheidung liegt nun beim 18-köpfigen Aufsichtsrat der Ovag. Dieser ist paritätisch besetzt, besteht zur Hälfte aus Kommunalpolitikern der Landkreise Wetterau, Vogelsberg und Gießen und zur anderen Hälfte aus Arbeitnehmern. Dass sich das Gremium auf das langjährige Aufsichtsratsmitglied Veith einigen könnte, stößt in Kreisen der CDU auf vehemente Ablehnung.

Das mag damit zusammenhängen, dass es unter den angeblich 15 Bewerbern mindestens einen weiteren mit CDU-Parteibuch gibt: Der Kreistagsabgeordnete und Karbener Fraktionsvorsitzende Mario Beck. Auf ihn soll sich der CDU-Kreisvorstand bei einer Telefonkonferenz Anfang September geeinigt haben. Beck ist Energiefachmann, hat eine leitende Position beim Frankfurter Energieversorger Süwag.

Der Aufsichtsrat hat einen Personalausschuss eingerichtet, der die Stellenbesetzung organisiert. Vorsitzender dieses Gremiums ist seit vielen Jahren Veith. Als sich der Ausschuss Anfang September traf, soll Veith den Vorsitz niedergelegt haben, da er zu den 15 Bewerbern zählte. Veith durfte dem Gremium folglich nicht mehr angehören. Seine Kritiker sehen "ein Geschmäckle": Hat Veith die Stellenausschreibung auf die eigene Person zugeschnitten? "Quatsch", sagt ein Ovag-Insider. "Der Aufsichtsrat ist ein Kollegialorgan. Da kann kein Einzelner alles vorgeben."

Animositäten innerhalb der CDU

Kolportiert wurde auch, es habe keine Gespräche mit den Bewerbern gegeben. Und dass zur Entscheidungsfindung im Aufsichtsrat lediglich eine Matrix diene, also eine Zusammenstellung der Befähigungen der Bewerber. Das ganze Prozedere sei "von langer Hand vorbereitet, mit dem Ziel Oswin Veith einen gut dotierten Ruheposten zu verschaffen." Deshalb sei die Aufsichtsratssitzung um einen Monat vorgezogen worden.

"Vollkommener Quatsch", sagt der Ovag-Insider. "Das sind reine Spekulationen." Das Verfahren sei exakt das gleiche wie vor zwei Jahren, als Joachim Arnold die Nachfolge von Rolf Gnadl (beide SPD) antrat. Das Verfahren sei absolut rechtssicher. Außerdem wisse man bei der Ovag, wie man Bewerbungsverfahren handhabe.

"Es gibt offenbar massive Interessen, von Außen Einfluss auf die Entscheidung zu nehmen", sagt ein CDU-Mitglied und deutet an, wer dahinter stecken könnte. "Wenn jemand in Wiesbaden ein Amt hat und glaubt, er oder sie müsse jemandem eine bestimmte Position verschaffen, dann sollen die anderen ›Jawohl!‹ sagen? So läuft das aber nicht."

Es ist kein Geheimnis, dass es in der Wetterauer CDU zwei Gruppen gibt, die bei Personalfragen gerne ihre Animositäten pflegen. Veith zählt zur einen Gruppe, die Kreisvorsitzende und Ministerin Lucia Puttrich zur anderen. Als Puttrich 2010 auf ihr Bundestagsmandat verzichtete und in die Landespolitik wechselte, musste sie sich nicht nur von der Opposition anhören, sie lasse die Wetterau im Stich. Nun wird sich Veith dieser Kritik stellen müssen. (Archivfoto: pv)

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