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Ute Kreuch (r.) übersetzt die Predigt von Pfarrerin Julia Held und Pfarrer Dr. Peter Noss für die Gehörlosen.

Vaterunser in Gebärdensprache

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Friedberg(pm). Der gemeinsame Gottesdienst für Gehörlose und Hörende in der Stadtkirche wurde zu einem gelungenen Versuch, eine inklusive Brücke zu schlagen. Die sprachliche Barriere trennt sehr oft, kann aber, wie in diesem Fall, eine ganz neue Gemeinde unter dem Gesichtspunkt von Spiritualität zusammenführen. Die Gehörlosengemeinde trifft sich regelmäßig zu Gottesdiensten und Veranstaltungen in der Stadtkirche, bleibt aber in der Regel unter sich. Diesmal wurden die Türen weit geöffnet.

Thema des Gottesdienstes war das Vaterunser. "Es lehrt uns, auf das ›wir‹ zu setzen und es immer wieder zu sprechen. Es macht uns aufmerksam auf unser Herkommen und die Quelle unserer Kraft, es führt uns zu gemeinsamer Verantwortung für Frieden und Gerechtigkeit", sagte Pfarrerin Julia Held, Gehörlosenseelsorgerin, und Pfarrer Dr. Peter Noss, Pfarrer für Ökumene im Dekanat Wetterau. Beide stellten die verschiedenen Aspekte und Facetten des Gebetes der Gemeinde vor. Ute Kreuch übersetzte die Redebeiträge in die jeweils andere Sprache. Im Anschluss war zu Kaffee und Kuchen eingeladen. Auch wurde ein Fotoprojekt zum Vaterunser gestartet: Auf einem Plakat werden nach Fertigstellung alle Gebärden sichtbar sein, die das Gebet ausdrücken.

Der Gottesdienst war Teil der Reihe "Freude an Gott. Spiritualität in der Wetterau" der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen, die mit der "Nacht der offenen Kirchen" am 14. Juni schließt. Weitere Begegnungen von Hörenden und Gehörlosen sind geplant.

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