Variationen bekannter Betrugsmaschen

  • Bernd Klühs
    vonBernd Klühs
    schließen

Wetteraukreis (bk/pob). Kriminelle reagieren schnell auf die Corona-Krise und passen ihre Vorgehensweise an. Das gilt in erste Linie für Betrugsmaschen, aber auch für Einbrecher. Seit immer mehr Leute im Homeoffice sind oder zu Hause Kinder betreuen, verlegen sich Einbrecher auf Gewerbeobjekte, die oft nicht besetzt sind.

Betrüger wenden sich nach Angaben des polizeilichen Sicherheitsberaters für Senioren verstärkt schriftlich an Firmen und Privatpersonen, weisen auf staatliche Corona-Soforthilfen hin oder bieten stark nachgefragte und schwer erhältliche Waren wie Schutzmasken, Desinfektionsmittel und Corona-Schnelltests an.« Dabei wird auf Fake-Shops, Ebay und ähnliche Dienste oder Webseiten verlinkt, die Schadsoftware verteilen. In den häufigsten Fällen sind diese Angebote nicht seriös. Die Opfer werden betrogen oder mit Schadsoftware angegriffen«, erklärt der Sicherheitsberater.

Er empfiehlt der Bevölkerung dringend, keine Links in unverlangt zugesandten E-Mails zu öffnen und diese Links zunächst mithilfe von Suchmaschinen zu überprüfen. Abgeraten wird davon, Waren in Internetshops zu bestellen, die nicht bekannt sind. Wenn Vorkasse verlangt wird, sollte das ebenfalls misstrauisch machen. Weiterer Ratschlag: »Folgen Sie keinen Links, die auf angeblich aktuelle, ortsbezogene Listen oder Karten mit Corona-Infizierten verweisen.« Als Informationsquelle wird stattdessen auf seriöse Anbieter wie Behörden, das Robert-Koch-Institut oder bekannte Medien verwiesen.

Angeblicher Arzt des Gesundheitsamts

Auch Betrugsmaschen wie der Enkeltrick werden von Ganoven aktualisiert. Täter nutzen die Furcht vor dem Coronavirus für ihre kriminellen Zwecke aus, um vorwiegend ältere Menschen hinters Licht zu führen. So teilt der »Enkel« am Telefon mit, dass er wegen des Coronavirus im Ausland in Quarantäne festsitzt und dringend Geld für die Behandlung braucht. Er wird jemanden vorbeischicken, der das Geld abholt.

Eine andere Version: Der Betrüger, der sich als Enkel ausgibt, täuscht am Telefon vor, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben und in einem deutschen Krankenhaus zu liegen. Er benötige teure Medikamente. Auch in diesem Fall wird darum gebten, Geld oder Wertgegenstände an einen Freund zu übergeben.

Eine beliebte Masche ist es aktuell, sich als Mitarbeiter des Gesundheitsamts auszugeben und sich so Zugang zur Wohnung zu verschaffen. Dabei tragen diese Personen eventuell einen Mundschutz und Schutzanzüge. Ziel der Kriminellen ist dabei, die Opfer abzulenken, während ein weiterer Täter unbemerkt die Wohnung nach Beute durchsucht.

In Telefonaten geben sich Ganoven als Arzt des Gesundheitsamts aus und behaupten, der Angerufene stehe unter dem Verdacht, infiziert zu sein. Für einen Test verlangt der Betrüger einen bestimmten Geldbetrag, der vor die Haustür gelegt werden soll.

Weitere Informationen zu diesem Thema gibt es im Internet unter www.Polizei-Beratung.de.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare