Der graue Himmel und die leeren Schwimmbecken geben Betriebsleiter Sascha Rieck keinen Grund zur Freude. Wann das Freibad im Usa-Wellenbad öffnen wird, ist unklar. 	FOTOS: ALH
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Der graue Himmel und die leeren Schwimmbecken geben Betriebsleiter Sascha Rieck keinen Grund zur Freude. Wann das Freibad im Usa-Wellenbad öffnen wird, ist unklar. FOTOS: ALH

Abkühlung gesucht

Usa-Wellenbad wartet auf den Startschuss - Freibad-Saison in Butzbach gefährdet

  • Anna-Luisa Hortien
    vonAnna-Luisa Hortien
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Während Fitnessstudios und Sportplätze wieder öffnen dürfen, sind Hallen- und Freibäder weiterhin geschlossen.Betriebsleiter Sascha Riek beschäftigt nicht nur die Frage wann, sondern auch unter welchen Bedingungen das Usa-Wellenbad in Bad Nauheim wieder öffnen darf.

Dort, wo normalerweise Kinder toben und Badegäste im Whirlpool entspannen, herrscht in diesen Tagen meist Stille. Kein fröhliches Lachen, kein spitzer Schrei hallen durch das Usa-Wellenbad. Stattdessen dröhnt vereinzelt ein Bohrer. Statt Badelatschen stehen Farbeimer am Beckenrand. Es ist ein trauriges Bild für Sascha Rieck. »Es herrscht Geisterstunde«, sagt der Betriebsleiter des Usa-Wellenbads in Bad Nauheimer. »Die Badegäste fehlen.«

Die Freibadsaison würde eigentlich in diesen Tagen eröffnet. Temperaturen um die 20 Grad Marke machen Lust auf den ersten Sprung ins Wasser. Doch das gesamte Usa-Wellenbad ist seit Mitte März geschlossen. Es heißt abwarten. »Wir hoffen auf ein baldiges Signal der Politik«, sagt Rieck. Die Frage sei nicht nur wann, sondern auch wie und unter welchen Bedingungen man das Hallen- oder das Freibad öffnen könne.

Die Zwangspause nutzen Rieck und seine Mitarbeiter für Sanierungs- und Ausbesserungsarbeiten, für die sonst oft die Zeit fehlt. Die Situation habe also nicht nur Nachteile. »Wir haben Wände gestrichen, Fliesen ersetzt und Silikonfugen erneuert«, sagt Rieck. »Das kann jetzt alles in Ruhe abtrocknen.«

Freibad in Corona-Zeiten: Zei WochenVorlaufzeit nötig

Fast alle Becken stehen derzeit leer. Nur im Wellenbecken ist noch Wasser. »Wir versuchen, die Kosten so gering wie möglich zu halten.« Trotzdem habe man große Einbußen. Die Einnahmen fehlen. Die Anlagen und die Technik müssten aber regelmäßig gewartet werden. »Wir können hier nicht alles auf Null setzen«, sagt Rieck. Viele Mitarbeiter seien aber in Kurzarbeit.

Sollte der Startschuss vonseiten der Politik in den nächsten Wochen kommen, kann der Betrieb trotzdem nicht von heute auf morgen losgehen. Zwar sind die Becken entsprechend vorbereitet, aber sie müssen auch befüllt werden. Und das dauert. »Wir brauchen gut zwei Wochen Vorlaufzeit«, sagt Rieck. Die Becken könne man nur schrittweise befüllen. »Sonst hätte der Rest der Stadt kein Wasser mehr.« Zusätzlich müssen Wasserproben genommen und analysiert werden, bevor der Badebetrieb starten kann.

Er habe sich zwar schon Gedanken gemacht, wie eine mögliche Öffnung aussehen könnte, sagt Rieck. Ein verlässliches Konzept könne man zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht erstellen. »Dazu ist noch zu Vieles ungewiss. Wir wissen nicht, wie viele Badegäste wir am Tag reinlassen und wie viele sich gleichzeitig im Bad aufhalten dürfen. Außerdem ist fraglich, ob wir das Hallen- oder nur das Freibad öffnen dürfen.« Darüber könne man zurzeit nur spekulieren. Zum Vergleich: An Spitzentagen im Sommer 2019 waren über 4000 Besucher im Freibad.

Freibad in Corona-Zeiten: Chlor tötet Viren und Bakterien ab

Das Chlor und die anderen im Wasser enthaltenen Desinfektionsmittel würden Bakterien und Viren abtöten. »Schwimmt man allerdings zu dicht aneinander vorbei, könnte man sich trotzdem anstecken«, sagt Rieck. Und auch am Eingang, an den Drehkreuzen, in den Umkleidekabinen und Duschräumen müssten Vorkehrungen getroffen werden.

Je später die Freibadsaison starte, desto schwieriger werde es. »Aber ich habe noch Hoffnung«, sagt Rieck. »Wir freuen uns sehr auf den Tag, an dem es wieder losgeht. Auch wenn dann alles anders sein wird.« Er wünscht sich, dass die Besucher die Einschränkungen und Auflagen akzeptieren und einhalten. »Ich hoffe, dass jeder sein Bestes gibt und vernünftig mit der Situation umgeht.« Auch, wenn vielleicht Wartezeiten entstehen würden.

»Es ist uns sehr wichtig, dass wir bald wieder öffnen können, denn dafür sind wir da, für etwas Abwechslung und Spaß«, sagt Rieck. Er vermisst vor allem das Lachen und die fröhlichen Gesichter der Besucher. »Ein Bad ohne Gäste ist einfach nicht dasselbe.«

Freibad in Corona-Zeiten: Fällt Saison in Butzbach aus?

Auch die Freibäder in Butzbach und Ockstadt sind derzeit geschlossen. Das Butzbacher Hallenbad ist wegen eines Schadens bereits seit Ende Februar zu. Wann der behoben sein werde, sei noch unklar, sagt Michael Weiß, Geschäftsführer der Butzbacher Bäderbetriebe. Die Saison im Schrenzerbad hätte traditionell am 1. Mai begonnen, im Freibad Maibach Anfang Juni, Die Vorarbeiten für die Freibad-Öffnung habe man aus Kostengründen aber unterbrochen. Die Mitarbeiter befänden sich in Kurzarbeit. Ob man die Freibäder in diesem Jahr überhaupt öffnen werde, stehe noch nicht fest, sagt Weiß. Das müsse aber jeder Betreiber für sich entscheiden. Wenn, dann brauche man vier bis sechs Wochen Vorlaufzeit. »Aber es kann ja auch niemand wissen, ob wir die Bäder nicht nach ein paar Wochen doch wieder zumachen müssen.« Auch im Quellwasserschwimmbad in Ockstadt ist die Saisoneröffnung, die eigentlich für den 30. Mai geplant war, auf unbestimmte Zeit verschoben. Alle Termine sind bis auf weiteres abgesagt. Man stehe aber in stetigem Kontakt mit den Teams und der Stadt Friedberg, um Hygienekonzepte möglichst schnell umsetzen zu können, sollte die Öffnung erlaubt werden. »Wir hoffen sehr, dass es eine baldige Badesaison 2020 geben wird und freuen uns, euch wieder zu sehen«, heißt es in einer Mitteilung auf der Internetseite des Schwimmbads.

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