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Der Schirmherr für die Sanierung der Stadtkirchenorgel, Bürgermeister Dirk Antkowiak (l.) zusammen mit Kantor Ulrich Seeger am Spieltisch der Orgel.

Unterstützung für die Orgel

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Friedberg (pm). Die Stadtkirche ist ein eindrucksvoller Raum, die größte Kirche im Gebiet der Evangelischen Kirche von Hessen und Nassau (EKHN). Dieser bedeutsame Sakralbau braucht für seine in die Jahre gekommene Orgel wieder ein Klangvolumen, das neben großer Fülle vor allem auch lyrisch romantische Aspekte hinzufügt und dem Raum gerecht wird. Die derzeitige Orgel wurde 1964 von der Firma Bosch aus Kassel neu gebaut und im März 1965 eingeweiht.

Neben Reinigung und Restaurierung der Orgel solle mit der Erweiterung um zwei kleine romantisch geprägte Orgelwerke mit insgesamt elf neuen Registern auf den beiden Seitenemporen der neobarocken Bosch-Orgel für hoffentlich viele Jahrzehnte eine neue Perspektive gegeben werden, die der regionalen Bedeutung der Stadtkirche entspreche, heißt es in einer Pressemitteilung aus dem Rathaus.

Halbe Million Euro aufbringen

Für Erhalt, Restaurierung und Erneuerung müsse die evangelische Kirchengemeinde Friedberg einen Betrag von 500 000 Euro aufbringen. »Das ist gegenüber einem kostspieligen Orgelneubau wesentlich günstiger und erscheint in der heutigen Zeit finanziell machbar«, heißt es weiter. Nachdem nun nach dem Kirchenvorstand auch die Landeskirche die Genehmigung für die Orgelsanierung in der Stadtkirche erteilt hatte, erklärte sich Bürgermeister Dirk Antkowiak bereit, die Schirmherrschaft für die Sanierung zu übernehmen. Für ihn gab es dieser Tage eine exklusive Orgelführung durch Kantor Ulrich Seeger. »Ich bin beeindruckt«, sagte Antkowiak nach der Orgelpräsentation. »Seit 2017 sind Orgelmusik und Orgelbau durch die UNESCO als Immaterielles Kulturerbe anerkannt. Und 2021 haben die deutschen Landesmusikräte die Orgel zum ›Instrument des Jahres‹ gekürt.« Da passe es doch hervorragend, dass die bereits 2012 begonnene Spendenaktion für die Stadtkirchenorgel unter dem Motto »Wir ziehen alle Register« nun einen neuen Schub bekomme.

Den Auftrag für die Sanierung hat wiederum die Orgelbaufirma Bosch aus Kassel erhalten, in Kooperation mit dem selbstständigen Orgelbauer Kilian Gottwald aus Amöneburg.

Sanierung nicht aufschiebbar

»Die Realisierung des Projekts wird ohne weitere Spenden und Benefizaktionen nicht möglich sein«, sagt Kantor Seeger. Er hofft auf möglichst viele Menschen, die nach der Corona-Krise wieder den berührenden Klang der Orgel genießen möchten. Die Sanierung könne jedoch nicht weiter hinausgeschoben werden, weil die Orgel sonst Schaden nehme. Insbesondere bei den größten Orgelpfeifen des Pedals zeigen sich seit Jahren statische Probleme. Umso erleichterter zeigte sich der Kantor über die Zusage des Bürgermeisters, die Schirmherrschaft auch weiterhin zu übernehmen. Antkowiak versprach, sich nach Kräften für die Stadtkirchenorgel einzusetzen. Überdies nehme er gerne an Veranstaltungen für potenzielle Spender teil - sobald dies wieder möglich sei.

Für Spenden zum Projekt »Wir ziehen alle Register für die Stadtkirchenorgel« gibt es seit 2012 ein Spendenkonto bei der Sparkasse Oberhessen (IBAN DE88 5185 0079 0242 0192 10).

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