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Dominik Prinz Commerzbank Wetterau

Unternehmen nutzen Krise für Investitionen

  • vonHanna von Prosch
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Wetteraukreis (hms). Geldanlagen, Baufinanzierungen, Digitalisierung und trotz Pandemie nur zur Hälfte abgerufene Hilfskredite kennzeichnen das vergangene Jahr bei der Commerzbank Wetterau. Dominik Prinz, Leiter Unternehmerkunden und Bärbel Botteon, Marktbereichsleiterin Privatkunden, ziehen im Pressegespräch eine positive Bilanz.

“Anscheinend haben die finanziellen Auswirkungen der Pandemie die Wetterau nicht so schwer getroffen, wie wir befürchtet haben„, sagt Prinz im Online-Jahresgespräch der Commerzbank. Von den 126 beantragten Krediten bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) wurde nur die Hälfte abgerufen. Das seien vor allem Gelder für Unternehmen gewesen, die die Krise für Investitionen nutzten. Prinz konnte auch keine Insolvenzwelle beobachten.

Trotzdem stellte er fest, dass es auch in der Wetterau eindeutige Pandemieverlierer und -gewinner gab. Zu den Gewinnern zählten Lebensmittel- und Onlinehandel sowie Medizintechnik. Das Handwerk habe sich gut gehalten. Bei der Gastronomie seien die Kreativen im Vorteil gewesen, ebenso in der Modebranche. Ganz schlimm stehe es jedoch um die Reisebranche und den Messe- und Eventbereich. Auch die Autohäuser verzeichneten weniger Kunden.

“Im Privatkundengeschäft hat das Mobile-Banking stark zugenommen, allein um 33 Prozent durch die App. Das haben wir nutzerorientiert weiterentwickelt, zum Beispiel im Wertpapierbereich„, erklärt Botteon. Dennoch bleibe es unerlässlich, eine direkte Kundenberatung anzubieten, vor allem bei den Baufinanzierungen und der Wertpapieranlage. Die Zahl der Wertpapiersparpläne ist um 20 Prozent gestiegen, wodurch sich das Depotvolumen auf 149 Millionen Euro erhöhte.

Das Neugeschäft mit Baufinanzierungen stieg um 16 Prozent und betrug - bei einem Gesamtvolumen von 282 Millionen - 46 Millionen Euro. “Es ist schwer eine bezahlbare Immobilie in der Wetterau zu bekommen, besonders im Bad Vilbeler Geschäftsbereich. Aber niedrige Zinsen, Baukindergeld und die sicher auch pandemiebedingte Rückbesinnung auf Häuslichkeit und Wohneigentum haben dazu beigetragen„, vermutet Bärbel Botteon.

Dabei komme die Commerzbank dem Trend nach immer mehr ökologischen Aspekten bei Bau oder Renovierung entgegen. So gewähre die “grüne Baufinanzierung„ einen Zinsrabatt für Energieeffizienz. Ein neuer Fonds gebe Privatanlegern erstmals die Möglichkeit, direkt in nachhaltige Energieprojekte wie Windparks zu investieren.

2020 konnte die Commerzbank laut Prinz 605 neue Kunden in der Wetterau gewinnen. In Friedberg, Bad Vilbel, Bad Nauheim und Butzbach werden 29 700 Privat- und Unternehmerkunden betreut. Ob eine dieser Filialen im Zuge der Unternehmensstrategie geschlossen werden muss, können Prinz und Botteon nicht sagen, weil dazu in den Gremien noch verhandelt wird. Sie sehen jedoch auch die Entwicklung hin zu mehr Kundenmobilität, wobei sie im Direktkontakt beratungsstark bleiben wollen. “Wir machen auch jetzt, wenn es nötig ist, Besuche bei unseren Geschäftskunden, natürlich mit aller Vorsicht„, erklärt Prinz. Im Büro gibt es bei 27 Mitarbeitenden je ein Drittel Homeoffice und Präsenz im Unternehmens- sowie Privatkundenbereich. “Wir testen uns zweimal wöchentlich vor Ort, haben Spuckschutzwände und tragen trotzdem Masken. Außerdem läuft viel über Online-Gespräche und -Konferenzen. Die Kunden können mit Terminvereinbarung ohne Sorge zu Beratungsgesprächen kommen„, sagt er. Man sei froh, dass bis auf Butzbach alle Filialen geöffnet sind, sagte Botteon. Eine Kundin bestätigte ihr: “Ich bin so froh, dass ich wenigstens hierher kommen kann.„ FOTO: PM

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