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Schon vor der Corona-Pandemie und den geltenden Regeln ist dieses Foto vor der Stadtkirche mit Abstand entstanden.

»Unsere Droge heißt eben Musik«

  • vonHarald Schuchardt
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Friedberg (har). In Corona-Zeiten ist es nicht gerade einfach ein Jubiläum zu feiern, doch was - trotz Corona-Regeln - möglich ist, das zeigte dieser Tage der Gospel-Chor »Swinging Tones.« Am 15. April 1996 wurde der Chor im ehemaligen Predigerseminar an der Burg von Renate Gantz-Bopp gegründet.

Eigentlich wollten die Swinging Tones in diesem Jahr auf große Jubiläumstour gehen. »Es ist gar nicht auszudenken, wie viele ›Oh, Happy Days‹ wir in diesem Jahr schon gesungen hätten und noch singen würden«, meint Gantz-Bopp. Jedoch wollte die Gruppe es sich nicht nehmen lassen, sich zumindest einmal wieder zu sehen.

Möglich wurde dies dank der digitalen Medien. So trafen sich alle 21 in einer Zoom-Videokonferenz. Einige Chorfrauen hatten zu diesem Anlass ihr technisches Equipment mit Webcam und mehr aufgerüstet, und im Vorfeld »Zoom geübt«, wie es die Chorleiterin lachend beschreibt.

Gantz-Bopp: »Es war trotz der ungewohnten Situation ein sehr schöner Abend voller Erinnerungen und Emotionen und das böse »C-Wort« war für einen Moment weit weg.« Zu Hause vor den Schirmen hatten es sich alle bequem gemacht, ausgestattet mit Getränken und Knabbereien, so wie von Gantz-Bopp gewünscht.

Unvergessliche Chormomente

Die meisten Chormitglieder hatten sich seit nunmehr über einem Jahr nicht mehr gesehen. Umso größer war die Freude bei der virtuellen Jubiläumsfeier. Dabei wurde auch an viele gemeinsame Erlebnisse in den letzten 25 Jahren erinnert - von der ersten Chorprobe über die »Gospel-Explosion« mit vielen Gästen aus den USA im Jahre 1998 in der Friedberger Stadthalle bis hin zu den alljährlichen Chorfreizeiten und vielen Erlebnissen vor, während und um die Konzerte herum.

Neben Renate Gantz-Bopp sind mit Christiane Gikkert und Frauke Heinemann noch zwei weitere »Chorschwestern« von Beginn an dabei. Gantz-Bopp: »Wir sind die absoluten Dinos. Zunächst wurde der Chor von Astrid Scheifele geleitet. Anfang 1997 stieg Gerry Reutzel als Keyboarder ein, vier Jahre später kam Gitarrist Martin Schnur dazu. Beide Musiker sind bis heute dabei und tragen mit ihren Solo-Auftritten in der Mitte eines Konzerts zum Gelingen bei. Im Jahre 1998 übernahm Ronniedee Williams die Chorleitung. Nach dessen unerwarteten Ableben übernahm Renate Gantz-Bopp Anfang 2001 die Leitung des Chores, die sie bis heute innehat.

Im Verlauf der »digitalen Jubiläumsfeier« erinnerten sich die Chormitglieder auch an die Auftritte bei »Wölfersheim Live« oder die Feiern zum 10- und 20-jährigen Bestehen.

Bei der zweiten Auflage der »Nacht der Grauen Rocker« im Bürgerhaus Florstadt wurde 2008 der 60. Geburtstag von Martin Schnur auf der Bühne gefeiert. Auch dies ist einer von vielen unvergessenen Momenten in der Chorgeschichte, zu der auch die Teilnahme am Gospel Day - dem größten Gospelchor der Welt - im Jahr 2013 gehört. Zeitgleich sangen Chöre weltweit Gospel und sammelten so für »Brot für die Welt«.

Überraschungen bei Feier

Im Verlauf der Feier hatten einige Chormitglieder Überraschungen vorbereitet: Dagmar Bethke hatte den Walfänger-Shanty »Wellerman Song«, der in diesem Frühjahr ein weltweiter Hit wurde, umgedichtet und diese spezielle »Swinging Tones-Jubiläums-Edition« live gesungen. Den Refrain »Glory the Jesus kommt, wir singen Halleluja; wir sind die Swinging Tones und singen Halleluja«, sangen schließlich alle lautstark mit.

Frauke Heinemann hatte die Swinging-Tones-Geschichte in ein Gedicht zusammengefasst. »Unsere Droge heißt eben Musik, die uns alles gibt, uns trägt und hält auf dieser chaotischen Welt«, heißt es am Ende des »Zeitreise-Gedichts«, das mit viel Beifall aufgenommen wurde.

Renate Gantz-Bopp hatte eine »Jubiläums-Erinnerungspräsentation« aus ihrem unglaublich großen Archiv mit über 17 000 Fotos zusammengestellt.

Zum Abschluss des Abends, wurde sich mit einem zuvor verteilten Stück Seil in beiden Händen symbolisch von Bildschirm zu Bildschirm verbunden und gemeinsam natürlich »Oh, Happy Day« gesungen.

»Wir hoffen, dass wir noch dieses Jahr wieder auftreten und unser Jubiläum mit zumindest einem Konzert feiern können«, meinte Gantz-Bopp abschließend.

Rückblick ins Jahr 1998: Eine Chorprobe mit Ronnydee Williams vor der Gospel-Explosion. Damals bereits schon dabei sind Keyboarder Gerry Reutzel und Renate Gantz-Bopp (3. v. r. vorne).

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