Ein Mann baut sich mit einer Faust vor einer Frau auf.
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Als die Frau schon auf dem Boden liegt, tritt der Täter mit voller Wucht in ihr Gesicht, so der Zeuge. (Symbolfoto)

Gerichtsprozess

Brutaler Angriff auf Frau: Erst Faustschläge gegen den Kopf – dann mit Vergewaltigung bedroht

Ein Wetterauer steht vor Gericht, weil er seine Lebensgefährtin mit Schlägen brutal verprügelt haben soll. Wie ein Zeuge berichtet: Nicht zum ersten Mal.

Friedberg – Versuchte Vergewaltigung und gefährliche Körperverletzung - die Anschuldigungen gegen einen 38-Jährigen, der sich seit Dienstag vor dem Friedberger Amtsgericht verantworten muss, wiegen schwer. Doch der erste Verhandlungstag begann gleich mit einer Überraschung für die Prozessbeteiligten: Die Geschädigte, die Lebensgefährtin des Angeklagten, erschien nicht vor Gericht.

Angreifer in der Wetterau bestreitet die angedrohte Vergewaltigung

Dem 38-Jährigen wird vorgeworfen, am 11. April 2020 gegen 22:40 Uhr seine Freundin verprügelt und anschließend ihr gegenüber angedroht haben, sie zu vergewaltigen. Die Tat soll sich auf offener Straße, vor der Wohnung der Geschädigten ereignet haben.

Der Angeklagte und seine Lebensgefährtin waren in Streit geraten, nachdem ihn die Geschädigte vor die Tür gesetzt hatte. »Ich war betrunken und dachte, sie will mit mir Schluss machen«, erklärte der 38-Jährige vor Gericht. Den Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung räumte er am Dienstag ein: »Ich wurde wütend und da habe ich sie geschlagen.« Den Versuch einer Vergewaltigung verneinte er jedoch: »Ich wollte sie nicht vergewaltigen - so etwas würde ich selbst angetrunken nicht tun.«

Wetterauer Schläger tritt der Frau „mit voller Stärke“ ins Gesicht

Zwischen dem Paar begann ein Gerangel, das damit endete, dass der Angeklagte mit seinen Fäusten auf ihren Kopf einschlug. Danach soll er sie an ihrer Hose gepackt und gesagt haben: »Soll ich dich vergewaltigen?« Das berichtete ein Zeuge, der den Angriff zufälligerweise mitbekekommen hatte. Der 31-Jährige Mann machte sich bemerkbar, woraufhin der Angeklagte von der Geschädigten scheinbar abließ - nur um der am Boden liegenden Frau dann überraschend und mit voller Stärke ins Gesicht zu treten. »So einen Gewaltausbruch gegen eine Frau musste ich noch nie erleben«, beschrieb der Zeuge die Vorfälle.

Nach der Tat warteten die Beteiligten, bis die alarmierte Polizei eintraf - diese hatte der Angeklagte selbst gerufen, da er nach eigenen Angaben »Angst« vor dem Zeugen gehabt habe. Die Geschädigte erlitt durch den Angriff erhebliche Verletzungen im Gesicht.

Wetterauer Schläger soll Lebensgefährtin nicht zum ersten Mal verprügelt haben

Eine weitere Überraschung hatte der einzige Zeuge des Vorfalls dann vor Gericht auch noch im Gepäck: Denn der Angeklagte und wohl auch die Geschädigte sind keine ganz Unbekannten für ihn. »Ziemlich genau ein Jahr früher habe ich eine sehr ähnliche Situation schon einmal erlebt«, sagte er vor Gericht. Damals sei er in der Nähe der Technischen Hochchule Mittelhessen in Friedberg unterwegs gewesen, als eine hysterisch schreiende Frau auf ihn zugekommen sei: »Sie fragte mich, ob ich ihr helfen könne, da sagte ich ihr, sie soll sich hinter mich stellen.« Kurz darauf sei ein Mann - auch hier soll es der Angeklagte gewesen sein - angelaufen gekommen und die Frau sei plötzlich wieder weggelaufen. »Er holte sie ein, sie fielen auf den Boden und er schlug auch da auf ihren Kopf ein«, berichtete der 31-Jährige.

Damals kam es im Übrigen zu keinem Verfahren, da sich die Geschädigte weigerte, Anklage zu erheben - was auch ein ganz eigenes Licht auf ihr Fernbleiben bei Gericht wirft.

Prozess gegen Wetterauer Schläger wird fortgesetzt

Der Angeklagte und die Geschädigte sind unterdessen wieder ein Paar - einen Monat nach der Tat sei man wieder zusammengekommen, sagte der 38-Jährige. »Ich habe mich bei ihr entschuldigt und sie hat meine Entschuldigung auch angenommen.« Der Prozess wird fortgesetzt - dann soll auch die Geschädigte zur Verhandlung kommen. (con)

Die Fälle häuslicher Gewalt in der Wetterau sind die vergangenen Jahre gestiegen. 2020 wurden 423 Angriffe registriert.

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