Unbeplante Windkraftflächen im Fokus

  • Sabrina Dämon
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Wetteraukreis (sda). Der Plan, der regelt, wo Windräder gebaut werden dürfen, ist fertig - schon seit vergangenem Sommer. Dennoch gibt es in dem fertigen Teilplan erneuerbare Energien Flächen, zu denen noch eine mehr oder weniger formale Entscheidung aussteht. Das Verfahren dazu ist nun eingeleitet worden, wie es in einer Pressemitteilung des Regionalverbands Frankfurt/Rhein-Main heißt. Darunter befinden sich auch Flächen in der Wetterau, zum Beispiel die in Florstadt.

»Weißflächen« in Florstadt

Der Teilplan erneuerbare Energien regelt, wo im Plangebiet Windkraftanlagen gebaut werden dürfen. Bis dieser Plan im vergangenen Sommer fertig war, waren viele und sich über Jahre ziehende Planungsschritte notwendig. So wurden Änderungen vorgenommen, der Plan wurde offengelegt. Im Zuge dieser Entwicklung hat sich die Zuordnung mancher Flächen verändert: So sind sie zum Beispiel im ersten Entwurf als Vorranggebiete (also Flächen für Windkraft) ausgewiesen worden, im zweiten Entwurf aber nicht mehr. Gründe dafür gab es individuelle, den jeweiligen Standort betreffend. So war es in manchen Fällen der Artenschutz, in anderen die Denkmalpflege (z. B. die potenzielle Fläche in Wohnbach, die u. a. wegen der Münzenburg gestrichen worden ist).

Diese Flächen, die in einer Planstufe als Vorranggebiete und in der nächsten nicht mehr als solche aufgetaucht sind, hatten in der finalen Planversion einen Sonderstatus: Sie waren als sogenannte Weißflächen gekennzeichnet. Nun hat der Haupt- und Finanzausschuss des Regionalverbands (siehe Kasten) das 1. Änderungsverfahren zum Teilplan eingeleitet. Und in eben jenem Verfahren werden die sogenannten Weißflächen erneut öffentlich ausgelegt, um dann final darüber zu entscheiden. Nach Abschluss des 1. Änderungsverfahrens werden diese Flächen dann entweder zum Windvorranggebiet oder zum Ausschlussraum für die Windenergie gehören.

In der Wetterau betroffen sind u. a, Flächen in Florstadt: Rausgefallen ist im Laufe der Planung die Fläche auf der »Schwarzen Platte« sowie eine Fläche in Stammheim Richtung Altenstadt - beide aus Artenschutzgründen. Dafür, sagt Bürgermeister Herbert Unger, ist eine Fläche im Markwald Mockstadt reaktiviert worden. Da jedoch der Markvorstand schon vor Jahren entschieden habe, dass es keine Windkraftanlagen im Wald gebe, sei es quasi ausgeschlossen, dass dort welche gebaut werden. Weitere »Weißflächen« sind zudem in Rosbach und Wölfersheim/Bad Nauheim.

Das Verfahren für die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit findet in der Zeit vom 2. Mai bis 12. Juni statt. Die Unterlagen können ab 2. Mai im Internet unter www.region-frankfurt.de/erneuerbareenergien eingesehen werden. Zudem besteht die Möglichkeit der persönlichen Einsichtnahme in der Geschäftsstelle des Regionalverbandes. Um sicherzustellen, dass die Einsichtnahme der Planunterlagen unter den zu beachtenden Hygienevorschriften möglich ist, wird um eine vorherige telefonische Terminvereinbarung gebeten (Tel. 0 69/25 77-15 94 oder -15 55 oder Anfragen per E-Mail an beteiligung@region-frankfurt.de).

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