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Die Darsteller des Theaters spielen dieses Mal vor Schülern der Berufsschule und vor Auszubildenden. Ein zusätzlicher Workshop soll auf Hilfsangebote für suchtgefährdete Jugendliche aufmerksam machen. FOTO: PV

Über Sucht, Konsum und Hilfe

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Friedberg(pm). Das Improvisationstheater "Requisit" war mit seinem Programm "Erst schlapp gelacht, dann nachgedacht" zu Gast in der Johann-Philipp-Reis-Schule (JPRS).

Organisiert wurde dieser Projekttag zum Thema "Suchtprävention" von Mitgliedern der Arbeitsgruppe "Schule und Gesundheit", der Sozialarbeiterin Daniela Völker und der Abteilungsleiterin der Teilzeitberufsschule Sandra Betz. Nach einem ersten Projekttag 2018 lag dieses Mal der Fokus auf der Berufsschule und den Auszubildenden.

Im vollen Konferenzraum der Schule wurde den teilnehmenden 90 Auszubildenden professionelles Improvisationstheater geboten. Interaktiv versuchte die Leiterin des Ensembles, Nora Staeger, die Lehrlinge in ihre kurzweiligen Stücke mit einzubeziehen. Besonders eindrucksvoll war die Szene, in welcher von den Jugendlichen vorher benannte Gefühle auf Zuruf dargestellt wurden. Mit dem ersten Teil der Veranstaltung sollte eine Lockerheit hergestellt werden als Basis für den zweiten, eher nachdenklichen Teil.

Hier setzten sich die Jugendlichen mit dem Thema Sucht, Konsum und deren Folgen auseinander.

Der körperliche Entzug

Den Darstellern gelang es gut, mit improvisierten Szenen aus dem persönlichen und beruflichen Alltag einen Zugang zu den Zuschauern zu erhalten.

Für den anschließenden Gesprächsworkshop wurden die Auszubildenden von den Künstlern in drei Arbeitsgruppen eingeteilt. Dort durften offene Fragen zum Thema Sucht und Drogen gestellt werden. Den Jugendlichen wurde die Vergangenheit der Suchtkranken nähergebracht und Informationen zum Suchthilfesystem der Region gegeben. Das Außergewöhnliche am Theater "Requisit" ist, dass fast alle Künstler eigene Suchterfahrungen haben und somit auf die Jugendlichen authentisch wirken. Die Lehrkräfte erhielten einen eigenen Workshop, in dem Staeger und einer ihrer Künstler Gerhard für Fragen zur Verfügung standen. Gerhard erzählte von den Ursachen, dem Verlauf seiner Sucht und der Begleitung durch die Suchthilfe mit körperlichem Entzug, Therapien und betreutem Wohnen. Es entstand ein reger Austausch über Konsum, Sucht und Hilfe. Im Fokus stand immer die Schule als System und die Frage, wie Lehrkräfte eine Handlungssicherheit bei dieser schwierigen Thematik erhalten.

Der Workshop diente auch dazu, auf Hilfsangebote für möglicherweise suchtgefährdete Jugendlichen aufmerksam zu machen. Es sei nach Angaben der Schule ein erfolgreicher Projekttag im Rahmen der Suchtprävention an der JPRS sowohl für die Jugendlichen. als auch für die teilnehmenden Lehrkräfte gewesen. Eine Evaluation bei den Auszubildenden ergab, dass sie vor allem durch den persönlichen Austausch mit jeweils einem Betroffenen in den Gesprächsrunden nachhaltige Denkanstöße erhalten haben.

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