rueg_Wahllokal_160621_4c
+
rueg_Wahllokal_160621_4c

Beste Beteiligung in Langenhain-Ziegenberg

Trotz Corona: Gewachsenes Interesse an Kirchenvorstandswahlen

  • VonRedaktion
    schließen

Die 54 Kirchengemeinden im Evangelischen Dekanat Wetterau haben ihre neuen Vorstände gewählt. Und trotz Corona-Beschränkungen: Die Wahlbeteiligung iost die höchste seit Jahrzehnten.

In den 54 Kirchengemeinde im Evangelischen Dekanat Wetterau wurde am Sonntag - wie in der gesamten Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) - über die Zusammensetzung der neuen Kirchenvorstände abgestimmt. Insgesamt zeichnet sich die beste Wahlbeteiligung seit Jahrzehnten ab. Spitzenreiter im Dekanat ist die Kirchengemeinde Langenhain-Ziegenberg.

Es war eine Wahl unter Corona-Bedingungen: Hände desinfizieren, Abstand halten, ein eigener Kugelschreiber, Maskenpflicht. Trotzdem waren die Wahllokale am Wahlsonntag rege besucht. Die Stimmung war entspannt und es blieb Zeit für das ein oder andere persönliche Gespräch, das lange nicht möglich war.

Lange Schlange vor dem Pfarrhaus

Da sich nicht zu viele Menschen gleichzeitig im Innern aufhalten durften, bildeten sich vor dem Wahllokal im Butzbacher Pfarrhaus zeitweise eine lange Schlange. Auch die Berstädter Kirche war am Wahlsonntag gut besucht »Es war permanent etwas los«, sagt Pfarrerin und stellvertretende Dekanin Kerstin Tenholte. Das führte zu einer Wahlbeteiligung von 31 Prozent, das Alter im neuen Berstädter Kirchenvorstand liegt im Durchschnitt bei 37 Jahren.

Um 18 Uhr wurden die Wahlurnen von Kirch-Göns über Rosbach und Bönstadt bis Massenheim verschlossen und die Wahlvorstände kamen zur Auszählung zusammen.

Im Dekanat Wetterau lag die Wahlbeteiligung nach ersten Hochrechnungen vom Montag im Schnitt bei 19,4 Prozent. Bei der Wahl vor sechs Jahren beteiligten sich 19,1 Prozent der Wahlberechtigten. In der Landeskirche insgesamt zeichnet sich die beste Wahlbeteiligung seit Jahrzehnten ab: Einem ersten Trend zufolge liegt sie bei 25 Prozent (2015: 18,5).

In vielen Gemeinden Briefwahl

Angesichts der Corona-Pandemie hatten sich viele Kirchengemeinden für die reine Briefwahl entscheiden. Das trug nach ersten Erkenntnissen entscheidend zur guten Wahlbeteiligung bei.

Im Dekanat haben 26 der insgesamt 54 Kirchengemeinden eine reine Briefwahl durchgeführt. Die Kirchengemeinde Florstadt erzielte so eine Wahlbeteiligung von 38,9 Prozent - die Zahl der Wählenden hatte sich damit gegenüber der letzten Wahl vor sechs Jahren verdoppelt.

Zum ersten Mal war eine Online-Wahl möglich. »Mein Mann und ich haben beide online gewählt«, erzählte eine ältere Dame aus Butzbach. »Ich finde es toll, dass es diese Möglichkeit gab, so konnten wir uns ganz in Ruhe die Porträts der Kandidierenden anschauen und entscheiden.«

Darauf angesprochen, warum sie zur Wahl gehen, hoben die meisten Wählerinnen und Wähler die Chance hervor, mitzubestimmen, wer darüber entscheidet, was in der Gemeinde passiert. »Wir müssen wertschätzen, dass wir in einer Demokratie leben und die Möglichkeit haben, wählen zu gehen«, sagte eine jüngere Online-Wählerin.

Rückhalt für neue Amtsperiode

Im Dekanat hatten neben der Markusgemeinde Butzbach fünf weitere Kirchengemeinden zur Online-Wahl aufgerufen. Die Auswertung dieser Stimmen forderte viel Geduld: Bei der Übermittlung der Daten war es am Sonntagabend zunächst zu Problemen gekommen, die am Montagmorgen aber gelöst wurden.

Die höchste Wahlbeteiligung im Dekanat Wetterau erzielte die kleine Kirchengemeinde Langenhain-Ziegenberg mit 48,4 Prozent. »Wir waren positiv von der Wahlbeteiligung in unserem Dorf überrascht und wir sind auch stolz«, sagt Pfarrerin Sophie-Lotte Immanuel. »Den Menschen in Langenhain-Ziegenberg ist die Arbeit des Kirchenvorstandes wichtig. Das gibt uns großen Rückhalt für die anstehende Amtsperiode.«

Dank an Kandidatinnen und Kandidaten

In der Kirchengemeinde Ober-Hörgern beteiligten sich 47 Prozent der Wahlberechtigten, die Gemeinde liegt damit auf Platz zwei vor der Kirchengemeinde Nieder-Weisel mit 43,6 Prozent Beteiligung.

Der Frauenanteil in den neuen Kirchenvorständen liegt bei 55,6 Prozent (2015: 59 Prozent), 44,4 Prozent sind Männer. Dekan Volkhard Guth dankt all denen, die sich zur Wahl gestellt und damit bereit erklärt hatten, das Amt des Kirchenvorstehers zu übernehmen. »Den neuen Kirchenvorständen wünsche ich viel Segen und Freude für ihre Arbeit.«

Die Ergebnisse der Wahl machen die Kirchengemeinden durch Aushänge in den Schaukästen, in der lokalen Presse oder auf ihren Internetseiten bekannt. Die Amtsperiode für die neuen Kirchenvorstände beginnt am 1. September 2021.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare