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Rossi Mechanezidis sucht Angehörige Verstorbener für sein neues Fotoprojekt. Es will Porträts trauernder Angehöriger anfertigen.

Trauer sichtbar machen

Tod und Abschied: Gießener Fotograf plant Corona-Projekt

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Rossi Mechanezidis will trauernde Angehörige porträtieren - und damit den Verstorbenen ein Denkmal setzen. Bei dem Projekt ist die Gießener Allgemeine Zeitung Kooperationspartner.

Insgesamt 340 Todesfälle bis zum 26. April. Hinter den täglich veröffentlichten Zahlen der an Corona Verstorbenen stehen Menschen und ihre Schicksale. Jeder weiß das, und dennoch wird den meisten nur selten richtig bewusst, was der Tod für Partner, Kinder und Freunde bedeutet.

Der Fotograf Rossi Mechanezidis will das ändern. Er möchte Angehörige porträtieren - mit einem Bild des Verstorbenen, oder mit einem Gegenstand, den er mit dem geliebten Menschen verbindet: Mit Opas Lieblingsgartenschere, mit Omas Gugelhupfform, Tante Elses Schreibmaschine oder Jochens Fahrradhelm. »Mir schweben dabei ganz unprätentiöse Schwarzweiß-Porträts vor«, sagt Mechanezidis. Bei diesem sensiblen Thema wird er analog auf Rollfilm fotografieren und dabei seine Hasselblad-Mittelformatkamera einsetzen.

Kooperation mit dieser Zeitung

»Diese Form der entschleunigten Fotografie stelle ich mir schön und angemessen vor«, sagt der Fotograf. Mechanezidis, der eigentlich als Hochzeitsfotograf arbeitet, hat im vergangenen Jahr mehrere Corona-Projekte fotografisch umgesetzt. Bei »Alles auf Stopp« standen betroffene Unternehmen im Fokus, »Corona-Kids« und »Corona-Helden« sind zeitdokumentarische Projekte, die spiegeln, wie Kinder, Jugendliche und Helfende aus unterschiedlichen Bereichen die Pandemie erleben.

Nun soll es um die Toten und die Hinterbliebenen gehen, um den Schmerz, den Abschied, die Erinnerung. Die Gießener Allgemeine Zeitung ist bei Mechanezidis Projekt mit im Boot, die Redakteurin Christine Steines wird die Geschichten zu den Fotos erzählen. Auch diesmal werden zeitgeschichtliche Dokumente entstehen. Voyeuristische Blicke auf Leid und Trauer wird es nicht geben, sondern Fotograf und Journalistin zeigen, wie die Pandemie das Leben vieler Menschen für immer verändert hat. Mit seiner Idee will Mechanezidis den Toten ein Denkmal setzen, den Angehörigen seine Empathie zeigen und Leugnern vor Augen führen, wie real der Schmerz ist. Der Fotograf sucht Interessenten aus der Stadt Gießen, aber auch aus den Nachbarregionen.

Die Kontaktdaten: Telefon: 0176/20623812; E-Mail: rossi@stolenmoments.de

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