Dieser junge Steinkauz macht es sich auf einer Hand gemütlich. 	FOTO: NABU/JONAS KLUTE
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Dieser junge Steinkauz macht es sich auf einer Hand gemütlich. FOTO: NABU/JONAS KLUTE

Tierischer Wettstreit auf dem Wingert

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Friedberg (pm). Es regnete nicht, und es war fast windstill - beste Voraussetzungen also für die vom NABU Friedberg angebotene Steinkauz-Exkursion. Und so begab sich unter der Führung des langjährigen NABU-Mitglieds Wolfgang Köhler eine Gruppe Interessierter auf die Tour über den Dorheimer Wingert.

Köhler beschrieb zunächst das Leben der Steinkäuze und machte deutlich, dass der possierliche Steinkauz sein Lieblingsvogel sei. Auf dem Weg über den Wingert, einer etwas anderen Route als in den Vorjahren, waren recht schnell die ersten Rufe von Steinkäuzen zu hören, nachdem Köhler seine Lockflöte ausgepackt hatte. Nach kurzer Zeit waren dann Rufe aus zwei unterschiedlichen Richtungen zu vernehmen. Schließlich entspann sich ein »Wettstreit« um das Revier, der mit energischen Warnrufen ausgetragen wurde. Die Gruppe verharrte dort eine ganze Weile und lauschte.

Viele Gefahren für den Steinkauz

Zwischendurch ließen sich auch Amseln und Singdrosseln vernehmen. Langsam ging es zu einem weiteren bekannten Revier. Dort war aber an diesem Abend niemand »zu Hause«. Kurz vor dem Ende der Exkursion, die - wie fast immer beim NABU Friedberg - mit einem kleinen Imbiss und heißen Getränken endete, konnten die Besucher das nächste »Streitgespräch unter Käuzen« vernehmen. Offen blieb nur, ob es zwei oder gar drei Exemplare waren, die ihr Revier verteidigten. Ebenfalls aktiv war eine Waldohreule, die am Rand des Dorheimer Wingerts rief.

Abschließend wurde noch über Bedrohungen für den Steinkauz diskutiert. Ob die Zerstörung des Lebensraums, ein Mangel an Bruthöhlen, unsachgemäße Bewirtschaftungen von Grünflächen oder auch der Einsatz von Pestiziden - laut NABU sind dies alles Faktoren, die dem Steinkauz das Leben schwer machen. Zumindest in Teilen der Friedberger Gemarkung spielten seit einigen Jahren auch nicht heimische Beutegreifer eine Rolle. So könnten Waschbären, die im Raum Friedberg nahezu überall vorkämen, Bruthöhlen von Steinkäuzen ausräubern. Noch problematischer sind laut NABU die Waschbären für Jungtiere von Rebhuhn, Feldlerche, Feldhamster oder Feldhase, die in der offenen Feldflur leben.

Einig waren sich die Teilnehmer, dass wegen der potenziellen Schäden in der Natur und den Siedlungen, die diese Tiere anrichteten, auch drastische Maßnahmen zur Eindämmung der Population zu überlegen seien. Übrigens wurden am Dorheimer Wingert im letzten Jahr etliche Beobachtungen von Marderhunden gemacht, einem weiteren Beutegreifer und Einwanderer ohne natürliche Feinde.

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