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THM-Präsident in den Ruhestand verabschiedet

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Mit einem hessischen Löwen aus Porzellan dankte Wissenschaftsminister Boris Rhein (r.) dem scheidenden THM-Präsidenten Prof. Günther Grabatin.
Mit einem hessischen Löwen aus Porzellan dankte Wissenschaftsminister Boris Rhein (r.) dem scheidenden THM-Präsidenten Prof. Günther Grabatin. © Red

Wetteraukreis/Gießen (srs). Drei grün leuchtende Lettern prägen mehr und mehr das Gießener Stadtbild: THM. Die Technische Hochschule wächst geradezu stürmisch. Waren 9 000 Studierende im Jahr 2006 eingeschrieben, sind es heute über 16 000.

Wesentlicher Wegbereiter dieser Entwicklung sowie auch der Umbenennung zur Technischen Hochschule Mittelhessen war Präsident Prof. Günther Grabatin. Dieser Tage wurde der 65-Jährige in der Kongresshalle feierlich in den Ruhestand verabschiedet. Der hessische Wissenschaftsminister Boris Rhein hob im Besonderen den »freundlichen und gleichzeitig stringenten Stil« Grabatins hervor.

Der scheidende THM-Präsident habe »außergewöhnliche Impulse für das hessische Hochschulwesen« gesetzt, erklärte der Wissenschaftsminister. Vor allem die Umbenennung der Fachhochschule Gießen-Friedberg in Technische Hochschule Mittelhessen 2011 sei »zu allererst Ihr persönlicher Verdienst«, würdigte er. Grabatin habe dadurch »eine Aufbruchstimmung« erzeugt, die noch heute zu spüren sei. Der THM-Präsident zeichne sich durch Fingerspitzengefühl und eine »immer klare Richtung« aus.

Die THM habe ihre eingeworbenen Drittmittel für Forschungsprojekte in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt. Verdienste Grabatins seien neben dem Wachstum und der Einführung neuer Studiengänge auch die verstärkte Zusammenarbeit mit den Unis in Gießen und Marburg sowie das »einzigartige Erfolgsmodell« Studium plus mit heute mehr als 640 Partnerunternehmen.

Bescheiden erklärte derweil Grabatin, als Präsident spiele man »gar nicht eine so große Rolle.« Vielmehr habe die THM mit all ihren Gremien und Fachbereichen immer wieder die Gunst der Stunde genutzt und im Rahmen der hessischen Förderprogramme Heureka und Loewe in mühsamer Arbeit »Möglichkeiten ergriffen«.

Die menschlichen Qualitäten Grabatins betonte vor allem Vizepräsident Prof. Olaf Berger: Niemals habe der scheidende Präsident »ein böses oder abfälliges Wort« verloren. Nahezu »unmerklich« habe er die Hochschule geführt – »wie kleine Bugsierboote ein großes Schiff«. Zu Beginn seiner Präsidentschaft habe Grabatin gesagt, man werde einiges bewegen. »Sie übergeben ein großes Werk«, erklärte Berger.

Grußworte hielten außerdem der Vorsitzende des Hochschulrats Hans-Heinrich Bernhardt, der frühere Rektor Prof. Jürgen Hagedorn, das THM-Motorsport-Team und der Nachfolger Grabatins, Prof. Matthias Willems. Der 51-Jährige Reichelsheimer ist seit 2003 Professor an der THM, seit 2012 Geschäftsführender Direktor am Zentrum Dualer Hochschulstudien in Wetzlar. Willems ist Mitglied im Schach-Club Bad Nauheim, hat zwei erwachsene Kinder. Er beginnt seine neue Aufgabe offiziell am 1. April.

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