Ab nächster Woche dürfen wieder Haare geschnitten werden. Die Friseure bereiten ihre Salons vor und nehmen schon Termine entgegen. (Symbolbild)
+
Ab nächster Woche dürfen wieder Haare geschnitten werden. Die Friseure bereiten ihre Salons vor und nehmen schon Termine entgegen. (Symbolbild)

Lockerung des Lockdowns

Ansturm auf die Friseure: Wie lang wartet man auf einen Termin?

Es geht wieder los! Am 1. März dürfen Friseure ihre Salons nach mehr als zwei Monaten Zwangspause öffnen. Doch wie lange wartet man in Bad Nauheim oder Friedberg auf einen Termin?

Wetterau - »Wir bieten mittlerweile Termine auf allen Kanälen an: über das Formular auf unserer Internetseite, Instagram und über WhatsApp. Natürlich ist auch unsere Rezeption zur Terminvergabe besetzt«, sagt Melanie May, die mit Manuela Krah den Salon M&M-Hairdesign in der Frankfurter Straße in Bad Nauheim führt. Seit Mitte Februar steht das Team im Salon, um sich auf die Wiedereröffnung am 1. März vorzubereiten.

»Wir rufen alle Kunden persönlich an und verschieben bereits vereinbarte Termine. Alle neuen planen wir drumherum«, sagt May. Ein Ansturm auf die Friseure kündige sich bereits an. »Durch die Termine, die nachgeholt werden, gibt es leider etwas längere Wartezeiten«, sagt die Friseurmeisterin. Aktuell müsse man für einen Termin zum Schneiden bis Anfang April warten. Um mehr Kunden bedienen zu können, haben May und Krah die Öffnungszeiten angepasst. »Wir arbeiten ab dem 1. März zusätzlich montags und abends einige Stunden länger«, sagt Melanie May.

Friseurtermin in der Wetterau: Wartelisten füllen sich

Diesen Service bietet auch das »Sterle die Friseure«-Team in Steinfurth an: Inhaberin und Master-Stylistin Lena Sterle, die mit ihrem Mann Jochen Sterle den Salon führt, öffnet auch montags und nach Vereinbarung. »Da mein Mann und ich in dem Haus wohnen, in dem wir arbeiten, sind wir da relativ flexibel«, sagt Sterle. Besonders wichtig sei es, die Hygienebestimmungen penibel zu befolgen. »Die Kundensicherheit steht bei uns an erster Stelle«, sagt Sterle. Für Kunden, die ihre Maske vergessen, liegen daher genügend bereit. Auch der Vorrat an Desinfektionsmittel sei aufgestockt worden. »Wir haben Glück, dass wir hier viel Platz haben. In unserem Salon können wir die Abstandsregeln bestens einhalten. Kleinere Salons haben damit sicher mehr zu kämpfen.«

Auch bei Sterles werden alle vereinbarten Termine bevorzugt nachgeholt. »Das ist unser Kundenservice. Es ist wichtig, die Stammkunden zeitnah unterzubringen«, sagt Sterle. Auf ihrer Warteliste stünden zurzeit etwa 80 Kunden, einen Termin bekomme man voraussichtlich Ende März.

Die Zeit im Lockdown habe das Team für interne und virtuelle Schulungen, die Ausbildung der Azubis und das Ausarbeiten der Social-Media-Präsenz genutzt. Durch den Lockdown hatte das Team außerdem die nötige Zeit, den Salon zu streichen und ein Kunden-Wlan einzurichten.

Ab 6.00 Uhr morgens geöffnet: Friseur in Friedberg arbeitet im Schichtbetrieb

Auch in den Salons in Friedberg dreht sich alles um die Wiedereröffnung. »Seit wir wissen, dass wir aufmachen dürfen, sind wir mit Vorbereitungen beschäftigt«, sagt Sevgi Grau, Inhaberin von »Sevgis-Hair and Beauty« in Friedberg und Reichelsheim. »Zum Teil vergebe ich Termine aus dem Homeoffice. Wir sind aber auch stundenweise im Laden, um Anrufe anzunehmen und vor Ort alles vorzubereiten.« Im Geschäft seien die Plexiglasscheiben erneuert worden. Zudem sei neues Desinfektionsmittel gekauft worden, da das alte durch die Schließung abgelaufen sei. Falls Kunden ihre Masken vergessen sollten, gebe es FFP2-Masken.

»Damit wir die Abstandregeln einhalten und trotzdem genügend Termine annehmen können, arbeiten wir im Schichtbetrieb.« Dafür wurden auch hier die Öffnungszeiten angepasst. »Wir öffnen morgens um 6 Uhr und schließen gegen 21 oder 22 Uhr. Das können wir nur machen, weil unsere Mitarbeiter flexibel sind und zu Hause keine Kinder haben.« Es sei jedoch schwierig, in dieser Situation Lehrlinge auszubilden.

Friseurtermin nach dem Lockdown in der Wetterau: Stammkunden bevorzugt

Bei der Terminvergabe würden Stammkunden bevorzugt. Für Neukunden gebe es eine Zusatzregelung: »Wir haben aus dem ersten Lockdown gelernt. Da haben viele bei drei Friseuren gleichzeitig einen Termin ausgemacht, damit sie einen sicher haben. Die Termine wurden zum Teil sehr kurzfristig abgesagt.« Um dem vorzubeugen, berechnet die Friseurmeisterin bei Absagen von Neukunden eine Gebühr von 20 Prozent des Preises.

Grau ist, wie auch Sterles, Mitglied bei der Friseur-Innung des Wetteraukreises. »Während des Lockdowns haben wir uns gegenseitig unterstützt und Tipps gegeben. Wir treffen uns jede Woche online, um uns auszutauschen«, sagt Grau.

Thomas Korff, Inhaber von Friseur-Creative auf der Kaiserstraße in Friedberg, hat die Zeit genutzt, um einen neuen Boden im Salon zu verlegen. »Jetzt wird alles sauber gemacht und desinfiziert, um ab 1. März wieder loszulegen«, sagt Korff. Auch er ist derzeit mit der Terminplanung beschäftigt. »Wir haben schon sehr viele Termine. Trotzdem versuche ich, auch für spontane Termine nach vorheriger Anmeldung Zeit zu finden.«

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare