Die Kinder lassen sich nicht zweimal bitten: Eine Stunde lang wird im Rathauspark getanzt und gesungen.	FOTOS: LONI SCHUCHARDT
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Die Kinder lassen sich nicht zweimal bitten: Eine Stunde lang wird im Rathauspark getanzt und gesungen. FOTOS: LONI SCHUCHARDT

Tanz unter Schattenspendern

  • vonHarald Schuchardt
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Friedberg (har). Viel gesungen, geklatscht und getanzt wurde am Sonntagnachmittag im Rathauspark, wo Kinderliedermacher Martin Pfeiffer im Rahmen der Veranstaltungsreiche »Sommer im Rathauspark - schwere Zeiten - leichte Unterhaltung« auftrat, allerdings anders als gedacht. Kurz vor seinem Auftritt fiel dem nicht nur in heimischen Regionen bestens bekannten Kinderliedermacher, Sänger, Gitarristen und Produzenten aus Gießen auf, dass Kinder und Erwachsene in der heißen Sonne saßen, ganz ohne Schattenplätze. »Das ist wohl nicht so gut«, meinte Pfeiffer, deshalb wurde auf dem Gelände kurzerhand umgebaut.

Alle packten an. Kinder und Erwachsene stellten ihre Stühle und die Bierkästen samt Holzplatten, die als Mini-Tische dienten, unter die schattigen Bäume, wobei auf den nötigen Abstand geachtet wurde. Nun waren die Zuschauer jedoch mehr als 20 Meter von der Bühne entfernt. Deshalb verließ der Liedermacher die Bühne und kam zu den Besuchern in den Schatten. Nur das Kabel der Drumbeat-Maschine war zu kurz, weshalb der Musiker immer wieder Richtung Bühne rannte, um das Rhythmusgerät mit den Füßen zu bedienen.

Diese Besonderheiten störten aber niemanden beim ansonsten rundum gelungenen Abschluss des Kinderprogramms im Rahmen der »Corona-Reihe«, den Pfeiffer mit seinem Begrüßungssong »Lasst uns singen, tanzen und springen« eröffnete. Die Kinder ließen sich nicht zweimal bitten und folgten dieser Aufforderung eine ganze Stunde lang. Die Antwort auf die Frage »Habt ihr Eure Stimmen mitgebracht?« wurde mit einem lauten »Ja« beantwortet, sowohl von den Kindern als auch von Eltern und Großeltern, die sich als sehr textsicher erwiesen.

Zugabe, weil einige Klassiker fehlen

Das galt nicht nur für bekannte Kinder- und Mitmachlieder wie »Auf der Mauer, auf der Lauer« oder »Bunt sind alle meine Kleider«. Zum Klassiker »Schnappi, das Krokodil« hatte Pfeiffer sein kleines Stoffkrokodil mitgebracht. Im Verlauf des Konzerts wurden die Kinder zu singenden und springenden Kängurus oder zur Katze, die auf einem Bein tanzt.

Und bei »Aramsamsam«, einem der bekanntesten Kinderlieder überhaupt, wurde richtig laut mitgesungen. Mit seinem Song »Lied über mich« wollte sich Pfeiffer nach einer Stunde eigentlich verabschieden. Doch daraus wurde nichts, fehlten doch noch einige Klassiker, die sich junge und alte Besucher wünschten, etwa »Wer hat die Kokosnuss geklaut«, »Der Gorilla mit der Sonnenbrille« oder das unverwüstliche »Drei Chinesen mit dem Kontrabass«.

»Das war schon ein ganz besonderes Konzert mit euch«, meinte Pfeiffer nach seinem Zugabenblock. Einen letzten Beifall gab es für Veranstalter Harry Thyssen, denn »vor Menschen, die es in dieser Zeit wagen, Veranstaltungen durchzuführen, ziehe ich meinen Hut«, sagte Pfeiffer.

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