Lieblingsplatz

Sylvia Neitzel hat schönste Kindheitserinnerungen an Bruchenbrücken

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Wenn sie das Heimweh packt, fährt Sylvia Neitzel von Klein-Karben nach Bruchenbrücken. Letzterer ist ihr Lieblingsort, und dort hat sie viele Lieblingsplätze.

Auf die Frage "Haben Sie einen Lieblingsplatz?" antwortet Sylvia Neitzel mit einem Lächeln. Dann sagt sie: "Ja, Bruchenbrücken! Für mich ist das meine Heimat. Ich bin eine Bärenschweizer Hausgeburt." Das Licht der Welt erblickte die 58-Jährige in der Wohnung ihrer Oma Ottilie Gilbert, einer geborenen Schleuning. Zu dieser war ihre Mutter Elfriede gekommen, um das erste und später noch zwei weitere ihrer vier Kinder zu gebären.

Vor fast 60 Jahren stand ihr Geburtshaus in der Bahnhofstraße, die heute den Namen Am Südbahnhof trägt. Seit dem 31. Dezember 1971 ist Bruchenbrücken ein Stadtteil von Friedberg. Der bis dahin eigenständige Ort, der seinen Namen Bruchenbrücken (Ort am Bruch), den sumpfigen Wiesen an den Brücken im Wettertal verdankt, wurde im Zuge der hessischen Gebietsreform in die Kreisstadt eingegliedert. Mit Bruchenbrücken verbindet Sylvia Neitzel ihre schönsten Kindheitserinnerungen. Hier wohnten ihre Großeltern mütterlicherseits. "Da meine Oma sehr streng war, kamen meine jüngeren Geschwister meist in den Ferien vom Gallusviertel nicht mit nach Bruchenbrücken."

Im Ort lebte auch Neitzels Patentante Waltraud mit Familie. "Bis heute habe ich einen engen Kontakt zu meiner ein Jahr älteren Cousine Jutta. Ich besuche sie und ihre Familie regelmäßig." Dabei trifft sie immer wieder einmal einstige Spielgefährten aus der Nachbarschaft. Mit ihnen ist sie auf der abschüssigen "Chaussee", der Wingerstraße, gerodelt, hat auf den Straßen und Plätzen des Dorfes gespielt. Und hat von ihnen zum Leidwesen ihrer aufs Hochdeutsche bedachten Mutter, den Wetterauer Dialekt mit dem rollenden "R" perfekt gelernt. "Mir gefällt bis heute das dörfliche Miteinander, die gute Nachbarschaft im Ort. Das hat mich sehr geprägt", sagt Neitzel.

Sie hat nach dem Schulabschluss Reiseverkehrskauffrau gelernt, ist seit 1983 bei der Frankfurter Sparkasse beschäftigt. Auch mit der Erasmus-Alberus-Kirche, in der sie getauft wurde, verbindet Neitzel bleibende Erinnerungen, wie die Goldene Konfirmation ihrer Mutter. "Ich mag alte Dorfkirchen sehr. Für mich strahlen sie wie alle alten Gebäude, die vieles erzählen könnten, Wärme und Ruhe aus. Ich wohne bis heute immer in der Nähe einer Kirche." Das Läuten der Glocken gehört für sie von Kindheit an zum Leben dazu. "Wenn in Bruchenbrücken um acht Uhr die Glocken läuten, dann wurde ein Kind geboren. Läuten sie um neun Uhr, dann ist ein Bürger verstorben." Vorausgesetzt die Familien melden dies der evangelischen Kirchengemeinde. Sylvia Neitzel findet diesen Brauch schön. Er stärke das Gemeinschaftsgefühl der Bewohner.

Ihre Liebe zu alten Ortskernen, historischen Gebäuden und Kirchen führte sie und ihren Mann Eckhard 1984 nach Klein-Karben. "Wir waren auf der Suche nach einem Fachwerkhaus. Gefunden haben wir es damals nicht in Bruchenbrücken, sondern in der Klein-Kärber Kirchgasse. Dort fühlen wir uns allein schon wegen der guten Nachbarschaft sehr wohl."

In Karben engagiert sich Neitzel seit 1994 im BUND. Ihr Wohnort im südlichen Zipfel der Wetterau hat für sie noch einen weiteren großen Vorteil: Es ist nicht weit von der an der Nidda gelegenen Gemeinde Karben ins südöstlich von Friedberg an der Wetter gelegene Bruchenbrücken – wenn Sylvia Neitzel Heimweh hat.

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