Geht vom Waschbär in Friedberg Gefahr aus? Bernd Stiller wünscht sich dazu eine gründlichere Analyse.
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Geht vom Waschbär in Friedberg Gefahr aus? Bernd Stiller wünscht sich dazu eine gründlichere Analyse.

Stiller will Alternativen prüfen lassen

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Friedberg (pm). Nach dem Erscheinen eines Artikels über die Waschbär-Bejagung in Friedberg in der Samstagausgabe der WZ meldet sich Bernd Stiller, Stadtverordneter der Grünen, zu Wort. Der Bericht handelte von der jüngsten Sitzung des Stadtparlaments, das sich unter anderem mit einem CDU-Antrag für eine Bejagung des Waschbären befasste.

Stiller schreibt: »Das Zusammenleben von Mensch und Natur kann Konflikte bergen. Wenn sie auftreten, sollten sie sinnvoll und zielgerichtet bearbeitet werden. Waschbären sind dann eine Bedrohung, wenn sie in Häuser einbrechen oder ihren Kot auf Spielplätzen hinterlassen.

Die Wetterauer Zeitung hat im Artikel über die Stadtverordnetenversammlung die Argumentation am Donnerstag falsch zitiert, denn Grüne setzen sich für das Wohlergehen von Kindern und Bürgern ein, wehren sich aber gegen den reflexartigen Ruf nach Tötung, ohne den Nachweis der Gefahr vorgelegt zu bekommen und ohne Lösungsalternativen betrachtet zu wissen.«

Der Antrag der CDU fordere den Magistrat auf, mit Jagdpächtern die Waschbären zu bekämpfen. Hierzu solle die Art bejagt werden. Zusätzlich sollten nach Ansicht der CDU Stadtangestellte Fallen aufstellen. Stiller beklagt: »Das Handeln wird vorgegeben, ohne andere zielführende Bekämpfungsmethoden zu berücksichtigen. Besser wäre es, den Magistrat zu beauftragen, sich der eventuell vom Waschbären ausgehenden Gefahr zu widmen und sich dabei sachkundige Unterstützung zu holen.

Ob tatsächlich in Friedberg eine Gefahr durch Waschbären besteht, können einzelne Stadtverordnete nicht beurteilen.« Wie verhindert werden könne, dass Waschbären in Häuser einbrechen und sich durch Siedlungsgebiete bewegen, hätten Naturschutzverbände im Internet ausführlich und differenziert dargestellt. Dabei werde auch infrage gestellt, ob der Waschbär - im Vergleich zu anderen Tierarten wie beispielsweise Igeln und verwilderten Hauskatzen - die größte Gefahr für die Verbreitung von Spulwürmern darstelle. Bislang spreche, so Stiller weiter, der Landesbetrieb Hessisches Landeslabor von einem einzigen Fall in ganz Deutschland, in dem ein Befall der Augen durch den Waschbärspulwurm dokumentiert sei. »Todesfälle hat es in Deutschland nicht gegeben«, schreibt der Grünen-Stadtverordnete.

In den Studien, aus denen die Naturschutzverbände zitierten, werde darauf hingewiesen, dass eine Tötung von Waschbären oft nicht den gewünschten Effekt habe, weil neue Tiere in die dann unbesetzten Reviere einwanderten. »Die Grünen wollen daher unter Einbeziehung von Sachverständigen im Ausschuss diskutieren, welche Maßnahmen zum Schutz von Kindern sinnvoll und effektiv sind.« Sie wollten keine Steuermittel für Maßnahmen »verschwenden«, die keinen nachhaltigen Effekt hätten.

Gerade im Rhein-Main-Gebiet werde der Lebensraum für die Natur und wild lebende Tiere immer weiter eingeschränkt. Dabei profitiere der Mensch auch von den Waldgebieten und den Naturräumen. Die Bedürfnisse des Menschen könnten berücksichtigt werden, ohne dass die Natur brutal zerstört werde. Stiller weiter: »Im Gegenteil muss in die Aufwertung der Lebensräume für Tiere investiert werden, damit diese nicht in die urbanen Gebiete ausweichen müssen.« ARCHIVFOTO: RHO

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