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Das Thema »Windräder auf dem Winterstein« ist umstritten. Mitglieder des Bündnisses Windpark Winterstein setzen sich für den Bau ein und argumentieren mit dem Klimaschutz und mit den Einnahmen, die der Region zugutekommen könnten.

»Stille Mahnung« für Windkraft

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Friedberg (pm). Mitglieder des Bündnisses Windpark Winterstein haben sich am Samstag zu einer »Stillen Mahnung« auf dem Elvis-Presley-Platz eingefunden. Mit Banner und Plakaten sprachen sie sich für Windenergienutzung auf dem Winterstein aus. »Es kann nicht sein, dass im Friedberger Wahlkampf überwiegend Stimmung gegen die Windenergie gemacht wird«, erläutert Hans-Dieter Wagner, einer der Bündnissprecher.

»FDP, UWG, CDU und selbst die SPD bremsen seit vielen Jahren die Nutzung der Windkraft auf dem Winterstein aus und wollen offenbar trotz rasch fortschreitender Klimakrise so weitermachen. Das ist unverantwortlich.«

Verweis auf »klamme Kassen«

Auch Volkmar Heitmann äußert sich in der Pressemitteilung des Bündnisses Windpark Winterstein: »Wir haben mit dem Windvorranggebiet auf dem Winterstein hervorragende Möglichkeiten, unseren Beitrag zur Energiewende zu leisten.« Auf einigen der Plakate, die am Samstag auf dem Elvis-Presley-Platz zu sehen waren, stand: »Drei Blumen sehen mager aus - erst aus vielen wird ein Strauß« Damit machten die »Mahner« deutlich, dass sie für einen »vollumfänglichen Ausbau« des Vorranggebietes sind und ihnen die drei im Bebauungsplan vorgesehenen Windenergieanlagen auf keinen Fall ausreichen. »Sowohl das Virus als auch das Klima lassen nicht mit sich verhandeln, ob es vielleicht etwas weniger sein darf«, sagt Inge Faber. »Auch zur Aufbesserung der klammen Kassen in den Kommunen ist die dezentrale Energieerzeugung ein Vorteil. Die Kommunen sollten sich intensiv um den Ausbau eines Windparks bemühen und gute Konditionen mit den Betreibern aushandeln, damit möglichst viel der Wertschöpfung in der Region verbleibt«, fordert Erika Scheller-Wagner. Bürger-Windräder sind ihr sehr wichtig, damit sich jeder auch direkt selbst beteiligen kann. Die Zeit sei reif für einen runden Tisch, um mit allen Anrainern und Eigentümern zu einem gemeinsamen Windparkkonzept zu kommen, erläutert Diethardt Stamm.

Das Bündnis sehe erste Anzeichen, dass auch in Friedberg ein Umdenken einsetze, heißt es weiter in der Pressemitteilung. Die Bereitschaft, sich den Herausforderungen des Klimaschutzes und der Energiewende zu stellen, scheine zu wachsen.

Einsatz für einen Lehrpfad

»Naturschutz, Energiegewinnung und Naherholung lassen sich nach Meinung der 27 Organisationen, unter denen auch zahlreiche Umweltschutzverbände sind, auf dem Winterstein gut vereinbaren. Mit einem ›Klima- und Energielehrpfad‹ ließe sich dies verdeutlichen und eine zusätzlich Attraktion auf dem Winterstein schaffen«, heißt es in der Pressemitteilung des Bündnisses Windpark Winterstein. »Bündnismitglieder wären bereit, parallel zur Planungs- und Bauphase des Windparks eine Konzeption dafür zu entwickeln.«

Das Bündnis wird nächsten Samstag erneut seine »Stille Mahnung« - coronakonform - veranstalten.

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