1. Wetterauer Zeitung
  2. Wetterau
  3. Friedberg

Steinernes Kreuz: Startschuss für zweites Baugebiet

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Im Schatten des Steinernen Kreuzes stehen (v. l.) Gunther Thias, Dr. Christiane Pfeffer, Dr. Harald Müller und Rathauschef Michael Keller im künftig »größten Wohngebiet Friedbergs«.
Im Schatten des Steinernen Kreuzes stehen (v. l.) Gunther Thias, Dr. Christiane Pfeffer, Dr. Harald Müller und Rathauschef Michael Keller im künftig »größten Wohngebiet Friedbergs«. © Christoph Hoffmann

Friedberg (chh). Knapp sechs Monate ist es her, dass Bürgermeister Michael Keller den Spaten in den matschigen Boden am Steinernen Kreuz rammte. Trotz eisigem Wind und dicken Regentropfen war der Rathauschef bester Laune, schließlich hatte er soeben den Startschuss für das gleichnamige Baugebiet gegeben.

Am Freitag stand Keller wieder am Steinernen Kreuz, diesmal einige Hundert Meter weiter, und strahlte mit der Sonne um die Wette. Anlass war die Unterzeichnung des Bodenbevorratungsvertrags mit der Hessischen Landgesellschaft (HLG) für das zweite Baugebiet zwischen B 3 und Heinrich-Busold-Straße.

Auf dem Acker, wo derzeit Rüben und Hafer wachsen, sollen in den kommenden Jahren 90 bis 140 Bauplätze entstehen. »Die Größen sind nicht festgelegt, wir wollen das flexibel halten. Von 250 bis 600 Quadratmeter ist alles dabei«, sagt Dr. Christiane Pfeffer, Leiterin des Liegenschaftsamts. Mit diesem Vorgehen habe man bereits beim ersten Baugebiet gute Erfahrungen gemacht. Insgesamt umfasse das Areal 6,7 Hektar, wie viel Geld die Interessenten für einen Bauplatz auf den Tisch legen müssen, sei noch unklar. Doch der Preis soll sozialverträglich sein. Das sagen auch Dr. Harald Müller und Gunther Thias von der Hessischen Landesgesellschaft, der 2,1 Hektar der Fläche gehören. »Wir verstehen uns hier aber nur als Dienstleister, wir haben nicht den Hut auf. Verantwortlich ist die Stadt Friedberg«, betont Geschäftsführer Müller.

Und die hat noch einiges zu tun. »Wenn die Verträge mit den beiden anderen Eigentümern – der dritte ist die HLG – unter Dach und Fach sind, geht es in die Bauleitplanung«, sagt Dr. Pfeffer. Dabei stünden drei Themenschwerpunkte im Mittelpunkt: die Frage der Entwässerung (wie im benachbarten Baugebiet soll ein Regenrückhaltebecken angelegt werden), eine neue Buslinienführung und die Erschließung. So soll zum Beispiel die Anna-Kloos-Straße durch die beiden Baugebiete führen und dann mit der Heinrich-Busold-Straße verschmelzen.

»Das hier wird zum größten Stadtteil Friedbergs. Das heißt auch, dass der Verkehr zunehmen und die Straßenführung sich ändern wird«, sagt Keller und bringt zum Beispiel einen Kreisel an der Ecke Burgfeldstraße/Heinrich-Busold-Straße ins Spiel. »Auch die Kreuzung, wo es rechts zum Tegut geht, muss überprüft werden.«

Doch so weit ist es noch nicht. Bis die ersten Häuser stehen, wird noch einige Zeit vergehen. »Wir hoffen, dass es 2017 so weit ist«, sagt Pfeffer, bevor Keller eilig anfügt, dass er sich 2016 als Ziel gesetzt habe. »Das hängt natürlich auch davon ab, was die Archäologen hier finden. Vielleicht ja endlich den großen Goldschatz.« Den könnte die Stadt gut gebrauchen. Wie hoch die Erschließungskosten sein werden, können die Verantwortlichen zwar noch nicht sagen, ein Schnäppchen wird das Vorhaben jedoch nicht. Die Kosten für das erste Baugebiet lagen bei 1,7 Millionen Euro, mit 4,3 Hektar ist es aber auch ein gutes Stück kleiner als das zweite.

Bis Fakten geschaffen worden sind, erfreut sich Keller an der Infrastruktur: Schulen, Kindergärten, Supermärkte, Schwimmbad: Alles in wenigen Minuten zu erreichen. Und wenn es doch mal weiter weg geht, liegt die B 3 direkt um die Ecke. Oder wie es Keller sagt: »Hier ist man nah genug dran und gleichzeitig weit genug weg.« Auch die Lage hat es dem Rathauschef angetan. »Ist das nicht ein dramatisch schöner Ausblick?«, sagt Keller und lässt den Blick über den angrenzenden Taunus schweifen.

Das sieht auch eine Anwohnerin so, die gerade mit ihrem Hund spazieren geht. Dass die Fläche vor ihrem Haus zugebaut wird, findet sie jedoch nicht so prickelnd. Beschweren will sie sich jedoch nicht. »Als wir hier gebaut haben, wussten wir ja, dass da noch was kommt.« Für die künftigen Bewohner dürfte das kein Problem werden, das Steinerne Kreuz ist das letzte Baugebiet in Feldlage. Sie können den Blick auf den Taunus also unbebaut genießen.

Auch interessant

Kommentare