Die Corona-Krise ist auch eine Zeit der Kreativität: Diese "Steine der Hoffnung" liegen vor der Stadtkirche aus. Aber nur so lange der Vorrat reicht.	FOTO: PV
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Die Corona-Krise ist auch eine Zeit der Kreativität: Diese »Steine der Hoffnung« liegen vor der Stadtkirche aus. Aber nur so lange der Vorrat reicht. FOTO: PV

Steine der Hoffnung

  • Jürgen Wagner
    vonJürgen Wagner
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Friedberg (jw). Steine sind uralt, dienen als Baumaterial, sind wetterbeständig und prinzipiell coronafrei. Die Kulturgeschichte kennt magische und heilige Steine, in der Bibel werden Steine symbolhaft aufgeladen. So verkündet der Evangelist Matthäus: »Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, er ist zum Eckstein geworden.« Es ist dies die theologische Vorwegnahme des Werbeslogans einer Bausparkasse: »Auf diese Steine können Sie bauen.«

Hoffnung ist wie Zucker im Kaffee: Auch wenn sie noch so klein ist, versüßt sie alles. Und - noch ein Sprichwort - die Hoffnung bietet stets Anlass, das Leben zu korrigieren.

2019 wurde das »SteinReich Wetterau« gegründet: Eine Facebook-Gruppe von Menschen, die Freude daran haben, anderen Menschen eine Freude zu bereiten. Sie sammeln Steine, bemalen sie, legen sie irgendwo ab, fotografieren sie für die Facebook-Seite und verfolgen ihre weitere Reise.

Vor der Friedberger Stadtkirche hat die evangelische Kirchengemeinde eine Stellwand aufgebaut, dort kann man Trost spenden und Hoffnung schenken. Seit ein paar Tagen steht dort auch eine Kiste mit Hoffnungssteinen. »Alles wird gut«, steht auf den Steinen, »Hoffnung« und »Liebe«, auf manchen ist ein kleiner kunterbunter Schutzengel abgebildet. Die Hoffnungssteine sind ein farbenfroher Ostergruß.

Jeder sollte nur einen Stein mitnehmen, »damit viele ein Stück Hoffnung bekommen«. Wer selbst Hoffnungssteine bemalt und verschenkt, hat damit zwar noch nicht den Stein der Weisen gefunden, bei den Beschenkten aber ganz bestimmt einen Stein im Brett.

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