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Als Fahrlehrer ist Norbert Harff ständig auf den Straßen der Wetterau unterwegs. Als Ursachen für lange Staus auf Bundesstraßen sieht er unter anderem mangelhafte Verkehrslenkung und Ampelphasen.

Hausgemachte Staus?

Staus in der Wetterau: Fahrlehrer kritisiert Beschilderung und Ampelphasen

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Die Fahrschule von Norbert Harff liegt in Rosbach an der B455. Wenn sich der Verkehr dort wieder mal staut, bekommt er das hautnah mit. Als einen Grund sieht er irreführende Beschilderung.

Die Bundesstraßen 455 und 3 sind ein Nadelöhr des Verkehrs in der Wetterau. Sobald sich auf der A5 ein Unfall ereignet, was regelmäßig der Fall ist, weichen Auto- und Lkw-Fahrer auf diese Strecken aus, was zu erheblichen Behinderungen führt. Norbert Harff weiß ein Lied davon zu singen, ist er doch täglich auf diesen und anderen Straßen in der Wetterau unterwegs. Gegen die Masse an Fahrzeugen lässt sich kaum etwas machen, der Rosbacher Fahrlehrer hält aber die Verkehrslenkung an vielen Punkten für unzureichend. Eine Verbesserung könnte seiner Ansicht nach zumindest eine gewisse Entlastung bringen.

"Die Ampelphasen auf der B455 sind ein Phänomen, das keiner versteht", spricht der Rosbacher, der seit 45 Jahren Fahrlehrer ist, ein Thema an, über das sich viele Pendler ihre Gedanken machen. Nicht selten gibt es auf der Strecke zwischen Autobahnanschluss und Friedberg eine rote statt der erhofften grünen Welle. Die Folge sind teils kilometerlange Staus im Berufsverkehr. "Für Linksabbieger von der Bundesstraße in Richtung Rosbach sind die Grünphasen viel zu lang. Oft steht dort nur ein Auto, trotzdem zeigt die Ampel 17 Sekunden Grün", wartet der Fahrlehrer mit einem genauen Messergebnis auf.

Staus in der Wetterau: Überraschung für Fahrschüler

Ein weiteres Problem, das er sieht: Vor den Ampelanlagen fehlten funktionierende Kontaktschleifen. Grünlicht ermögliche manchmal freie Fahrt aus Rosbacher Stadtteilen, obwohl vor den Ampeln überhaupt keine Autos stünden. Etliche Fahrzeuge auf der Bundesstraße müssten ein völlig unnötige Pause einlegen.

Eine sinnvollere Verteilung des Verkehrs wäre laut Harff durch eine bessere Beschilderung möglich. Sowohl auf der B3 als auch auf der B455 gibt es Kreuzungen, an denen nur die A 5-Anschlussstelle Friedberg ausgeschildert ist. "Warum werden Verkehrsteilnehmer, die Richtung Kassel fahren wollen, nicht überall auf den Anschluss bei Ober-Mörlen verwiesen? Das würde zu einer Entlastung der Bundesstraßen führen", glaubt Harff. Die B3-Umgehung sei auch deshalb gebaut worden, damit Fahrer, die Richtung Norden wollen, schnell auf die Autobahn kämen.

Auf der Gießener Straße, die von Ober-Wöllstadt auf die B3 führt, greift der erfahrene Fahrlehrer ein anderes Thema auf. Hier geht es um eine Verkehrsgefährdung, die seiner Meinung nach von einer missglückten Beschilderung ausgeht. Dort gibt es eine Kurve, die vor allem für ortsunkundige Fahrer zum Problem werden kann. Wie sich bei der Spritztour mit Harff zeigt, darf dort vor dieser Kurve ordentlich aufs Gaspedal gedrückt werden: 100 km/h sind erlaubt. Erst hinter der Gefahrenstelle ist ein 70-kmh-Schild aufgestellt. "Für meine Fahrschüler ist das immer wieder eine Überraschung", sagt Harff.

Staus in der Wetterau: Behörde will Vorschläge prüfen

Von den Behörden ist zurzeit keine Stellungnahme zu den Vorschlägen des Fahrlehrers zu erhalten. Hessen Mobil erklärt, für Straßenbau und -sanierung zuständig zu sein, nicht aber für Beschilderung oder Ampelphasen. Das sei Sache der Verkehrsbehörden. Für die Bundesstraßen 3 und 455 müssten Anfragen an die Verkehrsbehörde des Wetteraukreises gerichtet werden, für Kreis- und Gemeindestraßen seien die Anlieger-Kommunen verantwortlich.

Nach den Worten von Michael Elsaß, Pressesprecher der Kreisverwaltung, sind die von Norbert Harff angesprochenen Probleme der Wetterauer Verkehrsbehörde nicht bekannt. Elsaß kündigte eine Prüfung der einzelnen Punkte an, die im Zusammenspiel mit Polizei und Hessen Mobil erfolgen müsse.

Fragen zur Ampelschaltung und Beschilderung auf Bundesstraßen könnten deshalb im Augenblick nicht beantwortet werden.

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