Peter Gübler (r.) und Peter Göbel überreichen Ulrike Rudolf-Velde insgesamt 40 Geschenkpakete.	FOTO: HARALD SCHUCHARDT
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Peter Gübler (r.) und Peter Göbel überreichen Ulrike Rudolf-Velde insgesamt 40 Geschenkpakete. FOTO: HARALD SCHUCHARDT

Statt Gegrilltes gibt’s Pakete

  • vonHarald Schuchardt
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Friedberg (har). Eigentlich wollte der Ossenheimer Peter Gübler zusammen mit seinem Freund Peter Göbel am zweiten Weihnachtstag wieder vor dem Karl-Wagner-Haus grillen, um so den Bewohnern zum Weihnachtsfest eine besondere Gaumenfreude zu bereiten - so wie im vergangenen Jahr.

Das Haus am Rande der östlichen Altstadt gehört zur »Mission Leben«, einem Unternehmen der von der evangelischen Kirche Hessen-Nassau getragenen Stiftung »Innere Mission«. Corona verhindert die erneute Grillaktion, die 2019 von zahlreichen Geschäften und Firmen unterstützt worden war.

Doch die beiden Freunde wollten den Bewohnern trotzdem etwas Gutes zu dem in diesem Jahr ganz besonderen Weihnachtsfest tun. So entstand die Idee, für die etwa 40 Männer Pakete mit ganz unterschiedlichen Dingen des täglichen Bedarfs zusammenzustellen. Einmal mehr wurden die 2019 am Grillen beteiligten Sponsoren gefragt.

Socken, Wurst und Kopfhörer

»Alle bedauerten die Absage des Weihnachtsgrillens, doch alle sagten sofort zu, Spenden für die Hilfspakete zu geben«, berichtete Gübler. Nachdem in der vergangenen Woche die Spenden eingesammelt worden waren, packten die beiden »Peter« am Wochenende die Pakete. Darin befinden sich Shirts, Pullover, Socken oder Unterwäsche, ebenso eine ganze Reihe von Lebensmitteln, darunter vakuumverpackte Wurst, Chips, Plätzchen und Snacks. In einigen Paketen liegen Sandaletten oder Kopfhörer. »Wenn was nicht passt, dann kommt das in unser Kleiderlager oder wird getauscht«, sagte Ulrike Rudolf-Velde, die Leiterin des stationären Bereichs im Karl-Wagner-Haus, bei der Übergabe am Montagnachmittag. Ein Teil der Pakete wurde außen vor dem Weihnachtsbaum aufgebaut. »Die Männer bedauern auch, dass das Grillen ausfällt«, sagte Rudolf-Velde, die den beiden Gästen die coronabedingten Einschnitte in der Einrichtung erläuterte. So befinden sich im Speisesaal nur noch durch eine Plastikscheibe abgetrennte Zweier-Tische. Da die Zimmer nur noch einzeln belegt werden dürfen, leben derzeit nur noch 30 Männer fest im Wohnheim. Die Zahl der Plätze für eine Übernachtung musste auf fünf reduziert werden. Rudolf-Velte schmerzt besonders der Ausfall des Gottesdienstes an Heiligabend. »Da waren bis zu 70 Personen im Saal, auch die Männer, die im Rahmen unseres Projekts ›Betreutes Wohnen‹ in eigenen Wohnungen leben.«

Stattdessen wird die Leiterin des stationären Bereichs zusammen mit einer Mitarbeiterin die Bewohner zum Kaffeetrinken in den Speisesaal einladen. »Mehr geht dieses Jahr nicht«, sagte Rudolf-Velte. »Nächstes Jahr grillen wir wieder, wenn es möglich ist. Alle Sponsoren haben schon jetzt fest zugesagt«, erklärten Gübler und Göbel, die als Dank für die Spende von Rudolf-Velte einen Tannenbaum aus der Holzwerkstatt des Karl-Wagner-Hauses erhielten.

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