Der Umbau des Friedberger Bahnhofs hat begonnen. Als Erstes wird die alte Frachtguthalle südlich des Bahnhofsgebäudes abgerissen. Ob hier später der neue Busbahnhof entsteht, Parkplätze oder Platz für Fahrräder, steht noch nicht fest. Barrierefrei wird der Bahnhof erst in ein paar Jahren. FOTO: NICI MERZ
+
Der Umbau des Friedberger Bahnhofs hat begonnen. Als Erstes wird die alte Frachtguthalle südlich des Bahnhofsgebäudes abgerissen. Ob hier später der neue Busbahnhof entsteht, Parkplätze oder Platz für Fahrräder, steht noch nicht fest. Barrierefrei wird der Bahnhof erst in ein paar Jahren. FOTO: NICI MERZ

Bahnhofsumbau Friedberg hat begonnen

Startschuss für Mammutprojekt: Barrierefreiheit kommt später

  • Jürgen Wagner
    vonJürgen Wagner
    schließen

"Endlich", dürften viele Friedberger denken. Der barrierefreie Umbau des Bahnhofs hat begonnen. Aber nur der erste Bauabschnitt. Die neue Fußgängerunterführung wird frühestens 2024 gegraben.

Im Februar gab die Deutsche Bahn AG bekannt, dass sich der Umbau des Friedberger Bahnhofs verzögert. Vier Monate später stand fest: Die Sanierung muss in zwei Bauabschnitte aufgeteilt werden. Bei Bodenuntersuchungen hatte sich gezeigt, dass die alte Fußgängerunterführung zu den Gleisen ausgedient hat und eine neue gebaut werden muss. Im Klartext heißt dies: Bis die Fahrgäste barrierefrei mit Aufzügen zu den Gleisen gelangen, werden noch ein paar Jahre ins Land gehen.

Der Bahn passt diese Entwicklung auch nicht. Man hätte die Barrierefreiheit gerne in einem Schritt hergestellt, sagten Carsten Hoepfner, Leiter des Bahnhofsmanagements Gießen und auch für Friedberg und die Wetterau zuständig sowie Norbert Hangen, bei der Bahn für alle Bahnhofs-Umbauten in Hessen verantwortlich, am Dienstag im Ausschuss für Stadtentwicklung.

Die Bodenwerte hätten gezeigt, dass der alte Tunnel nicht mehr tragfähig sei, wenn man ihn umbaut. Momentan sei er dies, betonte Hangen. Die beiden Wände werden durch eine dicke Bodenplatte fixiert. Wird dieses Fundament aber perforiert (durch Bohrungen etwa), sei die Tragfähigkeit dahin. Dass man dies erst jetzt festgestellt habe, sei bedauerlich. Hangen: "Wir lernen daraus und ändern die Untersuchungen."

Genehmigung wird Ende 2023 erwartet

Umbaumaßnahmen bei der Bahn haben einen langen Vorlauf. Einfach so ein paar Gleise sperren, funktioniert nicht. Solche Maßnahmen müssen deutschlandweit abgestimmt werden. Der zweite Bauabschnitt ist für 2024 eingeplant. Dafür habe man Sperrpausen bei der DB Netz AG beantragt, sagte Hangen. Ob die Sperrpausen genehmigt werden, erfahre man erst Ende 2023.

Immerhin haben die Verantwortlichen bis dahin Zeit, sich Gedanken über den Standort der neuen Fußgängerunterführung zu machen. Wie Hoepfner sagte, gebe es bislang nur Vorüberlegungen, wo der Tunnel entstehen könnte.

Drei Ideen werden diskutiert: Wird der alte Tunnel an gleicher Stelle komplett durch einen neuen Betonbau ersetzt, bliebe der direkte Zugang zur Bahnhofshalle erhalten. Fragt sich nur, wie man dann während des Umbaus die Fahrgäste zu den Gleisen bekommt.

Möglich ist auch, dass der Tunnel nördlich oder südlich des Bahnhofsgebäudes gegraben wird. Es werde in dieser Frage eine enge Abstimmung mit der Stadt geben, sagte Hoepfner. Der Standort hängt auch davon ab, wo Stadt und Bahn AG den neuen Busbahnhof planen. Momentan wird die alte Frachtguthalle abgerissen. Hier könnte ein Busbahnhof entstehen, vielleicht nutze man den Platz aber auch als Parkplatz für Autos oder für eine Fahrrad-Abstellanlage.

Die nördliche Tunnel-Variante könnte in Höhe des Fürstenbahnhofs die Gleise unterqueren, heiß es zuletzt. "Wir stehen in einem guten Dialog mit der Bahn", sagte Bürgermeister Dirk Antkowiak (CDU), werde dies gemeinsam klären.

Die Bewohner von Fauerbach dürfte freuen, dass ein möglicher 3. Bauabschnitt zumindest gedanklich immer mehr in den Fokus rückt: Eine Verlängerung der Fußgängerunterführung auf die andere Seite des Bahndamms. Der neue Tunnel ende mit einem "Deckel", sagte Hoepfner. Wolle die Stadt den Durchstich, könne sie diesen später realisieren. Die Kosten müsste die Stadt freilich selbst tragen. Das dürfte einige Millionen kosten. Die neue Fußgängerunterführung, die etwa in der Mitte der Gleiskörper endet, kostet laut Bahn rund 5,5 Millionen Euro.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare